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Lauffenmühle: das ZERO Emission Gewerbegebiet der Zukunft


Um diesen Zielen nachzukommen will die Stadtverwaltung das erste ZERO Emission Gewerbegebiet aus Holz- beziehungsweise Holzhybridbauweise in Deutschland errichten. Die erste Rückmeldung des Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg ist sehr positiv. Das Lauffenmühle Projekt wird im Rahmen des Landessanierungsprogrammes vom Wirtschaftsministerium substanziell gefördert. Im ersten Halbjahr 2021 wird das nun vorgeschlagene Profil für das zukünftige Gewerbegebiet gemeinsam mit dem Gemeinderat und der städtischen Kommission für Wirtschafts- und Standortentwicklung weiterentwickelt, um ein tragfähiges Konzept zu verabschieden. Auch die Öffentlichkeit soll zum Mai 2021 im Rahmen des Tags der Städtebauförderung die Möglichkeit bekommen, sich an dem Gestaltungsprozess zu beteiligen.

„Die Vergangenheit in Lörrach ist die Textilindustrie gewesen. Das waren früher ganz moderne Fabriken und Arbeitsplätze. Wir fragen uns jetzt: was sind die Arbeitsplätze der Zukunft, womit verdienen die Menschen ihr Geld und wie schaffen wir nachhaltige Arbeitsplätze mit sicheren Gewerbesteuereinnahmen?“, erläutert Oberbürgermeister Jörg Lutz die Wichtigkeit des Areals für die wirtschaftliche Entwicklung von Lörrach.

Der Vorschlag ist es hier, das erste ZERO-Emission-Gewerbegebiet aus Holz- beziehungsweise Holzhybridbauweise in Deutschland zu errichten. Holz soll aber auch für die Energieversorgung eine zentrale Rolle spielen und kann natürlich auch der Rohstoff für die Wirtschaftsmodelle der zukünftigen Betriebe sein. Damit können regionale Wirtschaftskreisläufe wie der Stadtwald und die lokale Forstwirtschaft unterstützt werden. Grundsätzlich sieht der konzeptionelle Vorschlag vor, einen Campus-Charakter mit hoher Aufenthaltsqualität zu verwirklichen, auf dem nachhaltige, innovative und digitale Produkte und Dienstleistungen entwickelt, produziert und angeboten werden.

Aktuell gibt es in Deutschland viele Wohngebäude aus Holz beziehungsweise sind in Planung oder im Bau. Aktuell gibt es in allen Branchen gewerbliche Holzbauten, aber kein Gewerbegebiet aus Holz- und Hybridbauweise. Deshalb ist das Interesse der Fördermittelgeber an so einem gewerblichen Pilotprojekt sehr hoch. Die Dynamik im Holz-Wohnbau zeigt, dass nur ein entschlossenes Handeln die Chance eröffnet, im Bereich gewerblicher Holzbau Vorreiter zu sein und zu bleiben.

Denn der Wald ist im Zuge des Klimawandels nicht nur Leittragender, sondern gleichzeitig auch Hoffnungsträger bei der Reduzierung der CO2-Emissionen. Schließlich nimmt jeder Baum bei seinem Wachstum CO2 auf und lagert es in Form von Kohlenstoff im Holz ein. Durch eine sinnvolle Holzverwendung werden zudem im hohen Maße Rohstoffe ersetzt, die nur sehr energieintensiv produziert werden können, wie zum Beispiel Beton beim Hausbau. Die Stadt Lörrach hat durch den Einsatz von Holzbauten die Möglichkeit, ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und gleichzeitig den vor Ort nachwachsenden Rohstoff Holz verstärkt einzusetzen. Die Holzverwendung ist somit angewandter Umwelt- und Klimaschutz.

Für die Ansiedlung von Betrieben soll ein multidimensionaler Ansatz bei der Vergabe von Grundstücken verfolgt werden, zum Beispiel die Anzahl der Arbeitsplätze, eine nachvollziehbare ZERO Emission-Strategie, die Erfüllung von Nachhaltigkeitsfaktoren und gezahlte Gewerbesteuern. Der Grundsatz der Flexibilität soll einseitige Festlegungen vermeiden und kurzfristige konzeptionelle Anpassungen jederzeit offenlassen. Geplant ist eine Prüfung und Verifikation mit dem Gemeinderat und der Kommission Wirtschafts- und Standortentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2021 sowie eine Einbindung der Öffentlichkeit zum Tag der Städtebauförderung im Mai 2021

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić steckt den ambitionierten Zeit- und Fahrplanplan ab: „Wir haben uns vorgenommen, 2026 neue Gebäude und neues Leben in das Lauffenmühle-Areal einziehen zu lassen“. „In vielen Städten werden Strategien diskutiert, wie klimaangepasster Städtebau angewendet werden kann. Die Stadtverwaltung traut sich als erste Stadt einen großen Schritt weiter zu gehen und will die Klimaneutralität als Leitidee für einen konkreten Gewerbestandort formulieren. Das ist einzigartig, mutig und könnte zum neuen Leuchtturmprojekt des Südens führen! Wir freuen uns sehr, dass wir die Stadt Lörrach in dieser wegweisenden Idee unterstützen durften“, sagte Robert Broesi, Geschäftsführer MUST Städtebau aus Köln.

Das Projekt wird wie in vier Phasen verfolgt, wobei bis Ende 2021 die Phase I der Grundlagenermittlung läuft. Neben der Entwicklung des Profils für das Gewerbegebiet, wo jetzt der geschilderte Vorschlag ZERO Emission Campus vorliegt, werden derzeit noch weitere Teilprojekte vorangetrieben, die laufend Ergebnisse liefern. So liegt derzeit eine Erstbewertung der Gebäudesubstanz vor und wird durch eine aktuell laufende, umfangreichere Schadstoffuntersuchung ergänzt. Im Teilprojekt „Machbarkeitsstudie Kombistandort“ wird derzeit die Leistung mit allen betroffenen Fachbereichen und Eigenbetrieben definiert, um entsprechende Angebote einzuholen; die Vergabe und erste Ergebnisse sind im ersten Halbjahr 2021 zu erwarten. Um die Finanzierung des Projektes zu sichern, wurde im Rahmen des Landessanierungsprogramms der Aufstockungsantrag im Oktober gestellt, um für 2021 eine weitere Tranche von 729.000 Euro der bis 2028 potenziell möglichen 4,3 Millionen Euro dieses Programms zugesichert zu bekommen. Der Zuwendungsbescheid wird für Januar oder Februar erwartet.

Susanne Baldus-Spingler

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