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Der Markus-Pflüger-Preis der Stadt Lörrach

Der Markus-Pflüger-Preis wird auf Vorschlag und Beschluss des Gemeinderates durch den Oberbürgermeister verliehen. Auf einen festgelegten Turnus wird verzichtet. Jeder Preisträger erhält als Preisobjekt die Skulptur „Geöffnetes“ (Bronze) des Lörracher Künstlers Rudolf Scheurer und eine Urkunde der Stadt Lörrach.

Der Markus-Pflüger-Preis ist nach der  Ehrenbürgerschaft die zweithöchste Auszeichnung der Stadt Lörrach.

Preisträgerinnen und Preisträger

Oberbürgermeister Jörg Lutz verleiht den Markus-Pflüger-Preis an Hubert Bernnat am 27. Juli 2027.Oberbürgermeister Jörg Lutz verlieh am 27. Juli 2026 den Markus-Pflüger-Preis an Hubert Bernnat. Mit Hubert Bernnat würdigt die Stadt Lörrach einen Menschen, der Freiheit, Bildung und Wohlstand über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise gelebt und vermittelt hat. Als Pädagoge, Historiker, Stadtchronist und langjähriger Kommunalpolitiker hat er die Entwicklung der Stadt nicht nur begleitet, sondern nachhaltig mitgestaltet. Sein Wirken ist von der Überzeugung geprägt, dass Bildung Orientierung gibt, Geschichte Verantwortung vermittelt und Demokratie vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt.

Über viele Jahre hinweg hat Hubert Bernnat die Geschichte Lörrachs erforscht, dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als Vorsitzender des Geschichtsvereins Markgräflerland, Stadtchronist, Autor, Referent, Museumsführer sowie Mitgestalter zahlreicher Publikationen und Ausstellungen hat er historische Zusammenhänge lebendig vermittelt. Erinnerungskultur verstand er dabei nie als bloßen Blick zurück. Für ihn ist Geschichte Auftrag, Verantwortung und Grundlage einer lebendigen Demokratie.

Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens liegt in der Demokratiebildung. Mit historischen Stadtrundgängen, Vorträgen und Veröffentlichungen sowie seinem maßgeblichen Beitrag zur Entstehung des Lörracher Tags der Demokratie hat Hubert Bernnat das demokratische Selbstverständnis der Stadt entscheidend mitgeprägt. Seine Arbeit macht deutlich, dass Freiheit und demokratische Teilhabe keine Selbstverständlichkeit sind, sondern von jeder Generation neu verstanden, bewahrt und weiterentwickelt werden müssen.

Auch in der Kommunalpolitik war sein Handeln stets vom Gedanken des Gemeinwohls getragen. Über mehr als zwei Jahrzehnte engagierte sich Hubert Bernnat im Gemeinderat der Stadt Lörrach. Sachlichkeit, Dialogbereitschaft und die Suche nach tragfähigen Lösungen kennzeichneten sein politisches Wirken ebenso wie seine tiefe Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen.
Neben seinen zahlreichen Funktionen zeichnet Hubert Bernnat vor allem seine Persönlichkeit aus.

Er begegnet Menschen mit Respekt und Wertschätzung, hört zu, vermittelt zwischen unterschiedlichen Positionen und verbindet fachliche Kompetenz mit Bescheidenheit, Verlässlichkeit und einem feinen Humor. Sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bereichert das kulturelle, historische und soziale Leben Lörrachs.

Mit seinem jahrzehntelangen Einsatz für Bildung, Erinnerungskultur, Demokratie und das Gemeinwohl verkörpert Hubert Bernnat in besonderer Weise die Werte des Markus-Pflüger-Preises. Die Stadt Lörrach würdigt mit dieser Auszeichnung sein außergewöhnliches Lebenswerk und seinen bleibenden Beitrag für eine lebendige, demokratische und solidarische Stadtgesellschaft.
Die damalige Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm überreichte am Neujahrsempfang der Stadt Lörrach den Markus-Pflüger-Preis an die Geschwister Schöpflin.
 
Die Geschwister Schöpflin beschlossen 2001 ihren früheren Familienwohnsitz in Lörrach-Brombach, die „Villa Schöpflin“, in eine Stiftung einzubringen. 2002 begann die Arbeit in der „Villa Schöpflin“, einem Zentrum für Suchtprävention – zunächst in Trägerschaft des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation (heute bwlv), seit 2009 als gemeinnützige GmbH organisiert.

Nebengebäude der Villa wurden renoviert und 2004 konnte auf dem Grundstück das „Kinderhaus Schöpflin“, eine Betreuungseinrichtung für Kleinkinder, und das „Gärtnerhaus Schöpflin“ als Hort für Schulkinder in Betrieb gehen. Der Träger beider Einrichtungen ist das Kinderhaus Lörrach gemeinnützige GmbH.

2011 baute die Stiftung den „Werkraum Schöpflin“, ein Zentrum für schöpferische Kreativität und kulturelle Bildung. Der Veranstaltungsraum ist mit seinen sozio-kulturellen Möglichkeiten eine wertvolle Ergänzung zu den anderen Kulturangeboten Lörrachs.
Die damalige Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm überreichte Christine Kaltenbach im Rahmen des Neujahrsempfangs am 9.01.2012 im Burghof den zweiten Markus-Pflüger-Preis der Stadt Lörrach.
 
Christine Kaltenbach erhielt die städtische Auszeichnung für das große soziale Engagement der Familie Kaltenbach. 1965 gründete sie mit ihrem Mann die Dieter-Kaltenbach-Stiftung, um die Entwicklung und Berufsbildung junger Menschen zu fördern. 1973 entstand dann in Stetten-Süd der Spiel- und Werkplatz für Kinder im Grundschulalter, der sich zum Zentrum für Spielen und Gestalten entwickelte. Drei Jahre später gründete die Familie Kaltenbach mit anderen Unternehmen den Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Lörrach (BBV). 1989 folgte zusammen mit dem damaligen Landrat Otto Leible der Verein Vermittlung Jugend- und Berufshilfe (VJB), um jungen Menschen zu helfen, die Probleme mit ihrer Ausbildung haben.
 
In Lörrach hat die Dieter-Kaltenbach-Stiftung im Auftrag der Stadt wichtige Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit übernommen und ist auf diesem Gebiet ein unverzichtbarer Partner geworden. Die Unternehmerfamilie Kaltenbach hat sich immer in vorbildlicher Weise für das Gemeinwohl eingesetzt und erfüllt damit in besonderem Maße die Vergabekriterien des Markus-Pflüger-Preises.

Christine Kaltenbach ist im Jahr 2023 verstorben.
Als erster Preisträger erhielt der Unternehmer Udo Kunz aus Lörrach-Hauingen im Rahmen des Neujahrsempfangs am 11.01.2010 im Burghof den ersten Markus-Pflüger-Preis der Stadt Lörrach.

Der 85-jährige bekam die städtische Auszeichnung unter anderem für sein großes soziales Engagement. Als Unternehmer entwickelte er die Firma Boschert zu einem der führenden Betriebe in Lörrach. Als Kommunalpolitiker gehörte er jahrelang verschiedenen Gremien an. Bereits 1988 war Udo Kunz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.
 
Sein Erfolg als Unternehmer erlaubte es ihm und seiner Frau Johanna im Jahr 1999 die „Stiftung Udo und Johanna Kunz“ zu gründen. Ihr Anliegen war, in Hauingen älteren Menschen ein barrierefreies Wohnen zu ermöglichen und das Zusammenleben sowie die gegenseitige Unterstützung von jungen und älteren Menschen zu fördern.

Udo Kunz ist im Jahr 2015 verstorben.

Vergabekriterien für den Markus-Pflüger-Preis

  • Herausragende Leistungen, die insbesondere im sozialen, kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kommunalpolitischen Bereich dem Wohl der Allgemeinheit dienen oder auf andere Weise das Ansehen der Stadt Lörrach mehren. Der Preisträger hat einen Bezug zu Lörrach und beeinflusst durch sein Wirken die Wahrnehmung Lörrachs über die Stadtgrenzen hinaus.

  • Die Leitmotive Markus Pflügers „Wohlstand, Bildung und Freiheit für alle“ vereint die Preisträgerin oder der Preisträger in seinem Wirken.

  • Der Gemeinderat entscheidet auf Vorschlag des Ältestenrats über die Preisvergabe.
    Bereits erfolgte Landes- und Bundesehrungen sind keine Ausschlusskriterien.

Ihre Ansprechpartnerin

Michaela Rauch   Empfänge, Ehrungen, Bürgeranliegen, Adressen
Telefon: 0 76 21 4 15-438  m.rauch(at)loerrach.de  Weitere Informationen
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