Um dem steigenden Druck auf den Wohnungsmarkt zu begegnen, entstand in der zweiten Hälfte der 2010er-Jahren mit dem Neubaugebiet "Belist" im Stadtteil Haagen ein 5,6 Hektar großes neues Wohngebiet mit etwa 220 Wohneinheiten. Nachdem der Bebauungsplan 2016 in Kraft trat, wurde die Erschließung des Baugebiets planmäßig im Oktober 2018 abgeschlossen. Von Ende 2018 bis Ende 2019 wurden alle 43 städtischen Grundstücke im Baugebiet „Belist“ verkauft. Die Bebauung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie fünf Mehrfamilienhaus-Grundstücke zur Bebauung mit Eigentumswohnungen wurde 2023 abgeschlossen.
Der anschließende Landschaftsbau fiel wieder in die Verantwortlichkeit der Stadtverwaltung Lörrach. Der für Sommer 2023 geplante Ausbau des Grünen Tals und des Angers musste aufgrund des anhaltenden nassen Wetters sowie Verzögerungen bei der Wohnbebauung am Anger zurückgestellt werden. Vom September 2024 bis Juni 2025 erfolgte der Landschaftsbau im Grünen Tal und dem Anger.
Mit einer feierlichen Eröffnung wurde am 19. September 2025 die Fertigstellung des Angers und des „Grünen Tals“ im Neubaugebiet Belist in Haagen gefeiert. Oberbürgermeister Jörg Lutz und Ortsvorsteher Horst Simon begrüßten zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Bürgerschaft. Auch Mitglieder des Gemeinderats und des Ortschaftsrates Haagen sowie die planenden und ausführenden Firmen nahmen teil.
Mehr Informationen zur feierlichen Einweihung können Sie in unserer Stadtnachricht vom 19. September 2025 nachlesen.
Planung als Ausgleichsfläche und Begegnungsraum
Ausgehend von der topographischen Situation am Ausgang des Manzentalbaches wurde die neue Wohnbebauung über das „Grüne Tal“ mit der Landschaft verbunden. Im Grünen Tal fließt die Landschaft in die Siedlung hinein und bildet einen naturnahen Grünraum, in den der Manzentalbach als kleines Gerinne integriert wurde und durch klimabeständige Bepflanzung ergänzt wurde. Die Hanglage am Manzentalbach erforderte eine sorgsame Integration von Wasserrückhaltebereichen in die attraktive Landschaftsgestaltung.
Außerdem entstanden zwischen der Wohnbebauung neue Spielflächen und Sitzgelegenheiten. Bäume spenden Schatten und sorgen für ein gutes Mikroklima. Der angrenzende Anger ist so gestaltet, dass dieser von den Bewohnern als gemeinschaftlicher Verkehrsraum verstanden und genutzt wird.
Grünes Tal: Naturnaher Wasserrückhalt mit hoher Aufenthaltsqualität
Das Niederschlagswasser wird entlang der Wohnwege in offenen Rinnen gesammelt und über das Grüne Tal zum tiefsten Punkt geführt. Zudem wird ein Teil des Bachwassers gedrosselt in das Tal eingeleitet und endet zusammen mit dem Niederschlagswasser in einer Wasserfläche am Übergang zum Anger, wo das Wasser bis auf 30 bis 35 Zentimeter Höhe angestaut wird. Diese temporäre Wasserfläche mit wechselfeuchten Stauden hält einerseits Niederschlagswasser zurück und verzögert den Abfluss, damit das Wasser gemäßigt versickern kann. Gleichzeitig ist die kleine Wasserfläche biotopähnlich gestaltet und bietet so die Möglichkeit, in der Flora und Fauna dort zu entspannen oder zu spielen.
Bei geringen Niederschlagsmengen kann das Becken auch trockenliegen und erinnert dann mit seinen großzügigen Kiesflächen und der Randbepflanzung an ein Wadi. Das Wasserrückhaltebecken wird beidseitig von glatten Betonmauerscheiben mit aufsitzenden Flachstahlgeländern gesäumt. Staustufen dienen dem Wasserrückhalt und werden an einigen Stellen mit Holzauflagen zu Sitzelementen. Ein Spielplatz ergänzt den Naturerlebnisraum mit Wippe, Biberbau und Sandspielbereich.
Das Grüne Tal sollte ursprünglich im Sommer und Herbst 2023 modelliert und bepflanzt werden. Aufgrund des sehr nassen Wetters mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Eine Wiederaufnahme war erst im Frühjahr 2024 möglich. Grünes Tal und Anger schließen die Bauarbeiten im Neubaugebiet Belist ab.
Anger
Das Wort „Anger“ bedeutet ein grasbewachsenes Stück Land oder Dorfplatz im Gemeinbesitz, welches von den Bewohnern genutzt werden kann. Als solches soll der Anger im Neubaugebiet Belist verstanden und genutzt werden.
Die Fläche wird durch eine Baumreihe aus Linden gegliedert. Die Mitte des Angers wird als offene Platzfläche gestaltet und öffnet sich so zum Grünen Tal mit einer großzügigen Treppenanlage aus Sichtbeton. Große Sitzblöcke mit Holzauflage verstärken die zentrale Bedeutung der Angermitte und bieten zahlreiche Aufenthaltsmöglichkeiten.