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Wettbewerbs-Entscheid

Bis 2028 soll auf dem ehemaligen Werksareal des Textilunternehmens Lauffenmühle das deutschlandweit erste klimaneutrale Gewerbegebiet in Holzbauweise entstehen. Für die zukünftige Gestaltung des Areals hat die Stadt Lörrach im September 2023 einen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs ausgelobt, dessen Ergebnis nun vorliegt.

„Wir freuen uns mit dem Abschluss des städtebaulich-freiräumplanerischen Realisierungswettbewerb und der Auswahl des Preisgerichts, dass das neue Zukunftsbild für die Lauffenmühle nun Gestalt annimmt.“ 
Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.


Aus den eingereichten vierzehn Wettbewerbsbeiträgen wurde von der Preisgerichtsjury unter dem Vorsitz von Markus Müller (Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg) am 1. März der Beitrag "Die Mühlen von übermorgen“ von ASTOC architects and planners GmbH Köln/Karlsruhe mit Henning Larsen GmbH, Überlingen als Siegerentwurf gekürt.

Wettbewerbs-Entscheid

Der Abschluss des Wettbewerbsverfahrens markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des städtebaulichen Leuchtturmprojekts "Lauffenmühle - next innovation". Mit dem Wettbewerbsentscheid tritt das Projekt in eine neue Phase ein: nach der Grundlagenermittlung in Phase I und der Konzeption in Phase II, beginnt nun in Phase III die planerische Umsetzungsphase, die abschließend gefolgt sein wird von der baulichen Umsetzung, die 2028 auf dem Areal abgeschlossen sein soll.

Alle Informationen zur Wettbewerbsauslobung, zum Verfahren und zum Preisgerichtsentscheid können Sie in unserer Stadtnachricht vom 2. März 2024 nachlesen oder in unserer Infobox nachlesen.

Lauffenmühle - next innovation: Städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb

Im September 2023 beauftragte der Gemeinderat die Stadtverwaltung mit der Auslobung des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs, dessen Finanzierung überwiegend mit Fördermitteln aus der Städtebauförderung gedeckt werden. Die Stadt Lörrach hat gemäß der entsprechenden Verfahrensordnung am 29. September 2023 die Auslobung des Wettbewerbs als einen nichtoffenen städtebaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit einem vorgeschalteten, qualifizierten Bewerbungs- und Auswahlverfahren durchgeführt.  Zur Begrenzung der Anzahl der Teilnehmenden auf maximal fünfzehn Planungsbüros im Wettbewerb wurde ein vorgeschaltetes Bewerbungsverfahren mit Losverfahren durchgeführt.

Der Realisierungswettbewerb richtete sich an Stadtplanerinnen und –planer sowie an Landschaftsarchitektinnen und –architekten, gegebenenfalls auch an Architektinnen und Architekten. Das Hinzuziehen von Lärm- sowie Mobilitätsgutachtern wurde seitens der Stadt für die Wettbewerbsteilnehmenden empfohlen. Der Entwurfsplanung obliegt neben der klimanagepassten Gewerbegebietsentwicklung auch eine Stadtreparaturaufgabe, denn das Areal soll zukünftig sowohl die Verbindung zwischen den Ortsteilen Brombach und Haagen verbessern, als auch eine Beziehung zu den angrenzenden Nutzungen wie Gewerbe, Wohnungen und Naherholung herstellen.
Das Zielbild ist ein Gewerbegebiet mit modernen Rahmenbedingungen für innovative Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen. Großes Augenmerk liegt auf dem Grundsatz der Nachhaltigkeit des Gesamtvorhabens und der Integration des Areals in die umgebende Stadtstruktur. Dabei sind auch die Ziele der Klimaanpassung zu berücksichtigen und mit Hilfe grün-blauer Infrastruktur für ein gutes Stadtklima zu sorgen, das gegen Hitze und Starkregenereignisse schützt.  Der Rohstoff Holz spielt sowohl im Gewerbebau („Hülle“) wie in der Leistungserbringung („Inhalt“) der zukünftig anzusiedelnden Unternehmen und als Energieträger eine zentrale Rolle. In der Energie- und Wärmeversorgung haben erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Holz unter dem Aspekt der Klimaneutralität den Vorzug.
In der Jury des Preisgerichts sind neben Fachpreisrichtern, Stadtplaner, Architektinnen und Landschaftsarchitekten auch Sachpreisrichter, Mitglieder der Fraktionen des Gemeinderats, als auch Sachverständige aus Verwaltung und Zivilgesellschaft vertreten. Den Vorsitz des Preisgerichts hat Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, inne. Als unabhängiger Partner in der Wettbewerbsbetreuung stand der Stadtverwaltung Planungsbüro schreiberplan GmbH aus Stuttgart zur Seite.
Der Siegerentwurf: „Die Mühlen von übermorgen“
von ASTOC architects and planners GmbH Köln/Karlsruhe mit Henning Larsen GmbH, Überlingen 

 
Auszug aus der Begründung des Preisgerichts:
„Der eingereichte Plan erfüllt die Anforderungen optimal. Eine innovative Holzbauentwicklung, die die Fantasie anregt. Mit diesem Plan kann die Nachfrage nach differenzierten Gewerbebauten in mehrfacher Hinsicht gedeckt werden. 
 
Die Grundlage für diesen Plan ist eine sehr klare Verkehrsanbindung. Es wurde ein ringförmiger Zugang gewählt, der den Bereich umschließt, in dem die alten Gebäude stehen und standen. Dadurch ist der Bereich optimal zugänglich. Die schnelle Radverbindung bleibt bei der Bahn, wird aber durch die Schaffung neuer Radverbindungen in der Region gestärkt.
 
Der Turbinenplatz liegt zentral im Verkehrsring und schafft Lebensqualität für einen angenehmen Aufenthalt. Dies wird durch die Anbindung von Gastronomie- und Freizeitfunktionen an diesen Standort unterstützt. Der Mobilitätsknotenpunkt wird einen prominenten Platz an der Ringstraße im Zentrum des Plangebiets einnehmen. 
 
Innerhalb des Rings entstehen zwei Bereiche, die durch eine Zufahrtsstraße getrennt sind. Der sehr markante und fantasievolle städtebaulich klug entwickelte Baublock mit den kleinen Volumina im Hof, die einer Kasbah ähneln, kann als Nährboden räumlich führend werden. Ein Einstiegsort für Unternehmer, die weiter zu einem größeren Standort im größeren angrenzenden Gebiet wachsen. Dies ist eine wesentliche wirtschaftliche Stärke dieses Designs. Es steht eine große Auswahl an Geschäftsflächen unterschiedlicher Größe zur Verfügung. 
 
Über die Fläche wird ein Rastermaß gelegt, das sich aus einem idealen Rastermaß für den Holzbau ergibt. Das Konstruktionsprinzip des Holzbaus dient somit als städtebauliche Unterstützung für das Gebiet. Dies wird in klar definierten Gebäudetypologien herausgearbeitet. Architektonisch bietet es die Chance für eine schöne nachhaltige Ausarbeitung. Es wird auch zwischen Eigenbau und größeren Volumina durch einen Auftragnehmer unterschieden. 
 
Außerhalb des Verkehrsrings werden die bestehenden Volumina und die neu zu errichtenden Gebäude in eine grüne Umgebung gestellt. Teilweise wird dieser auch als Klimawald bezeichnet. Die Grünstruktur schließt an eine Grünzone an, die von Süden nach Norden entlang des Verkehrsrings verläuft. Dieser Grünstreifen fügt sich gut in das Wohngebiet von Brombach ein. Das optionale Gebäude, das der Nachbarschaft am nächsten liegt, ist nicht wünschenswert. Diese grüne Grenze schafft einen wirklich grünen Übergang zwischen dem Bereich Lauffenmühle und Brombach. 
 
Die im Plan angegebene Phaseneinteilung unterstützt das wirtschaftliche Potenzial des Gebiets. Eine Phaseneinteilung, die Raum für Start-up-Unternehmer bietet, eine Ortsgestaltung, die die Identität des Erbes am Leben erhält, indem sie ihm Bedeutung verleiht. 
Gleichzeitig wird Raum für zuzuordnende Flächen geschaffen, um das Erlösmodell zu konkretisieren. Der Plan ist dynamisch, realistisch und strahlt Wachstumspotenzial aus. Es gibt Raum für Innovation. 
 
Die nord-östlichen Gebäuden im grünen brauchen eine funktionale Verkehrsstruktur. Anfahrbarkeit vom Verkehrsring ist besser. Lärmschutz nach Brombach kann gewährleistet werden, wenn die zwei großen Bauvolumen jeweils von einem Nutzer betrieben werden.
 
Vor allem aber wird ein gesundes Klima für die Menschen geschaffen, die dort einen Arbeitsplatz, Aufenthalt und gegebenenfalls Wohnort finden, der durch die richtige Anwendung und Einbettung ins Grün auch einen Mehrwert für die umliegenden Stadtteile hat. Die großflächige Holzkonstruktion macht diese Einbindung ins Grüne umso glaubwürdiger. 
 
Grundsätzlich ein Entwurf, der nicht nur für Brombach, Lörrach, sondern aufgrund der hohen Ambitionen, die er tatsächlich erfüllt, auch für Deutschland ist.“




Entwürfe zum Download

  • 1. Preis: Entwurf (pdf)
    ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS, Köln (Stadtplanung), Henning Larsen GmbH, Überlingen (Landschaftsarchitektur)
  • 2. Preis: Entwurf (pdf)
    urbanista GmbH & Co. KG., Hamburg (Stadtplanung), TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg (Landschaftsarchitektur), Coido architects GmbH, Hamburg
  • 3. Preis: Entwurf (pdf)
    arc.lab Bergner Dinse Theis - Architektinnen Landschaftsarchitektin Stadtplanerin PartG mbB, Hannover (Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Architektur)
  • 4. Preis: Entwurf (pdf)
    Albert Wimmer ZT-GmbH, Düsseldorf (Stadtplanung), LAND Germany GmbH, Düsseldorf (Landschaftsarchitektur)
Alexander Nöltner

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Alexander Nöltner   Fachbereichsleitung
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