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Palmstraße Visualisierung

Umgestaltung Turm- und Palmstraße 

Das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ wurde durch die Umgestaltung der Palmstraße, nördlichen Turmstraße und Am Hebelpark erweitert. Für das innere Stadtzentrum bedeutet das eine attraktive Aufwertung dieses Bereichs und eine bessere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ ist seit 2019 im Städtebauförderungsprogramm des Landes Baden-Württemberg. Zielsetzung der städtebaulichen Sanierung mit der Umgestaltung des Verwaltungs- und Dienstleistungsquartier und einem weiteren Handelsstandort ist es, das Quartier gut in das innerstädtische Gefüge einzubinden. Dazu zählt die bereits abgeschlossene Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofsplatzes und des Sarasinweges. Eine ergänzende Maßnahme ist die Aufwertung des Straßenraums der Turmstraße und Palmstraße.

Der Kernbereich der Lörracher Innenstadt ist mit attraktiven Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten ausgestattet. Der nördliche Bereich der Kernstadt wird durch verschiedene Verwaltungsinstitutionen dominiert und weist mit dem neuen Wohn- und Geschäftshaus „LÖ“ auf dem Bahnhofsplatz ein attraktives Angebot auf, das eine Magnetwirkung auf die Besucher der Innenstadt entfaltet. Zwischen den beiden Bereichen liegen die Palmstraße, die Turmstraße und die Straße Am Hebelpark.

Funktionale und gestalterische Aufwertung

Im Rahmen eines umfangreichen Abstimmungs- und Planungsprozesses wurde ein Vorschlag entwickelt, um eine Verknüpfung der beiden Bereiche funktional und gestalterisch zu verbessern und die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle erheblich zu steigern. Der Gemeinderat stimmte der ausgearbeiteten Entwurfsplanung zur Umgestaltung der Palmstraße, Turmstraße und der Straße Am Hebelpark im September 2021 zu und beauftragte die Stadtverwaltung die Umsetzung der Umbaumaßnahme vorzubereiten.

Die drei Straßenzüge wurden mit einem Pflasterbelag versehen, um ein klares, visuelles Signal zur Verkehrsberuhigung und eine eindeutige Prägung des Straßenraums für den Langsamverkehr sowie für die Fußgängerinnen und Fußgänger zu erreichen. Ergänzt wurden barrierefreie Elemente wie Leitstreifen. Als wichtige Komponente wurden im gesamten Planungsraum mehrere Fahrradabstellplätze geschaffen. Zusätzlich wurde das Angebot an Kraftrad-Parkplätzen erweitert.

Als Ergebnis des in 2020 durchgeführten Beteiligungsprozesses wurde der Wunsch der Anlieger- und Bürgerschaft zur Beibehaltung einer Buslinienführung durch die Palmstraße in der weiteren Planung berücksichtigt. Die Integration des bereits bestehenden Busverkehrs in den öffentlichen Raum stellte somit ein wesentliches Kriterium bei der Neugestaltung dar.

Palmstraße

In der Palmstraße entstand zwischen dem Senigalliaplatz und dem neu errichteten „LÖ“ ein neu konzipierter, verkehrsberuhigter Geschäftsbereich, der die Zufahrt bis zum „LÖ“ ermöglicht und Kurzzeitparkplätze aufweist. Die in der Palmstraße teilweise wegfallenden Parkplätze sind im neuen Tiefgaragenverbund unterhalb des Bahnhofsplatzes zu finden. Von dort führen mehrere Aufzüge an die Oberfläche. Außerdem kamen neue Abstelllplätze für Krafträder hinzu.

Direkt vor dem „LÖ“ wurde die vorhandene Fußgängerzone in der Palmstraße erweitert. Auf etwa 50 Meter laden unterschiedliche Elemente wie Terrassen für Restaurants, Freiflächen, Spielgeräte und Ruhebänke zum Verweilen ein. Große Bäume und die attraktive Ausgestaltung des Pflasters mit barrierefreien Elementen ergänzen den umgestalteten Straßenraum. Das alles sorgt nicht nur für eine Wohlfühlatmosphäre, sondern dank weiterer unversiegelter Flächen für ein gesünderes Mikroklima und Flächen für die Regenwasserversickerung.

Modernisierung der Tiefbau-Infrastruktur

Während die Innenstadt oberirdisch im Laufe der Stadtentwicklung immer verdichteter bebaut wurde, bestand die Kanalisation unter der Erde aus historisch gewachsenem und sehr dichten Bestand an alten Rohren und Leitungen. Der Regenwasserkanal, ein alter Mischwasserkanal, war beispielsweise bereits um die 120 Jahre alt und wies stärke Schäden und auch bautechnische Mängel an den Anschlussleitungen auf.

Die Umgestaltung der Palmstraße wurde deshalb mit der Modernisierung der unterirdischen Infrastruktur koordiniert. Die Erweiterung und teilweise Erneuerung der Infrastruktur durch die unterschiedlichen Versorgungsunternehmen stellte durch die beengten Platzverhältnisse besondere Anforderungen. Außer der Verlegung von neuen Leitungen für die Trinkwasser-, Gas- und Stromversorgung wurde auch der Anschluss mancher Gebäude ans Fernwärmenetz vollzogen. Außerdem wurde in dem Bereich der Glasfaserausbau umgesetzt.

In der Kanalisation wurde der alte Mischwasserkanal auf einer Länge von 230 Metern stillgelegt, die alte Trasse optimiert und durch 260 Meter Regenwasserkanal zwischen DN 400 und DN 600 (grob entsprechend 40 bis 60 cm) ersetzt. Ein Mischwasserkanal mit DN 300 musste auf 9 Metern Länge neu verlegt werden. Die alten Leitungsgräben wurden mit zeitweise fließfähigem selbstverdichtenden Verfüllbaustoff, auch bekannt als Flüssigboden, verfüllt.

Turmstraße und Am Hebelpark

Für die Turmstraße wurde die seit Jahren ausgewiesene Fußgängerzone im Abschnitt zwischen Grabenstraße und Bahnhofsplatz auch als solche erlebbar gemacht. Hierfür wurde der Straßenraum neu gestaltet und Sitzgelegenheiten angeboten. In diesem Zusammenhang wechselte die dort bisher vorhandene Bushaltestelle in die Straße Am Hebelpark, die ebenfalls durch eine neue Gestaltung in der Aufenthaltsqualität erheblich verbessert wurde.

Bauverlauf

Die Bauarbeiten des Gesamtprojekts begannen im August 2022 und wurden im Frühjahr 2025 abgeschlossen. Geringfügige Verzögerungen gab es durch Erschwernisse bei den Leitungsverlegungen. So waren manche Leitungen in der Realität anders verbaut als auf den Plänen verzeichnet.

In der Palmstraße wurden im Sommer 2023 die Kanalarbeiten weitgehend abgeschlossen, nur drei punktuelle Aufgrabungen Am Hebelpark und in der Turmstraße folgten. Die erste Etappe des Straßenbaus konnte am 5. August 2023 abgeschlossen werden; der Verkehr am Senigalliaplatz vorbei wurde damit wieder für den Verkehr freigegeben.

Im August 2023 begannen die Pflasterarbeiten in der Palmstraße. Die Straßendecke wurde in einzelnen Teilabschnitten abgeschlossen, damit der Verkehr durch die Palmstraße in Richtung Turmstraße fließen kann. Dabei wurden die Gehwege priorisiert behandelt, um die Erreichbarkeit zu den Händlern und Dienstleistern so schnell und so komfortabel wie möglich zu gewährleisten.

Der vierte Bauabschnitt startete Mitte Januar 2024: Die Erneuerung der Turmstraße und der Straße Am Hebelpark mit beispielsweise Fernwärmeanbindung und Glasfaserausbau. In der Turmstraße wurden die Arbeiten priorisiert, um die Wegeführung vom Bahnhofsplatz in die Fußgängerzone so schnell wie möglich wiederherzustellen. Am 12. Oktober 2024 wurde die Turmstraße zum Lörracher Herbstfest feierlich eingeweiht.

Im Winter 2024 konnten an allen Standorten in Turm- und Palmstraße die neuen Bänke installiert werden. Im März 2025 wurden die neuen Bäume in der Palmstraße, Turmstraße und Am Hebelpark gepflanzt, um zu gewährleisten, dass sie bei ausreichendem Niederschlag gut anwachsen und Wurzeln bilden können.

Nachdem die Straßenbaumaßnahmen bis auf einige kleinere Arbeiten im März 2025 abgeschlossen werden konnten, feierten am 26. April 2025 Vertreter der Stadtverwaltung mit den Anliegenden die Einweihung der Palmstraße beim Lörracher Frühlingsfest.

Kosten

Das Projekt schlug mit 4,8 Millionen Euro Gesamtkosten zu Buche. Die Kosten für den Straßenbau beliefen sich auf 3,4 Millionen Euro. 760.000 Euro brutto fielen für die Arbeiten an der Kanalisation an. 514.000 Euro kostete die Trinkwasserleitung. Der Anteil der Nahwärmeversorgung summierte sich auf 132.000 Euro.

Klimarelevanz

  • Baumquartiere mit ausreichendem Wurzelraum, Wahl von Baumarten, die besser mit Hitze und Trockenheit umgehen können (an anderen Stellen in der Stadt mussten bereits Bäume gefällt werden, da diese in den heißen Sommern vertrocknet sind)
  • Begehbare, versickerungsfähige Flächen unter den Bäumen (Belag ähnlich wie am Senigalliaplatz)
  • Weniger motorisierter Individualverkehr durch Erweiterung der Fußgängerzone und Einrichtung der Polleranlage
  • Fahrradabstellanlagen vor dem Lö machen die Nutzung des Fahrrads zum Erreichen des Lö und der Innenstadt attraktiver
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