Oberbürgermeister Jörg Lutz
„Alle Feuerwehrleute – ob hauptamtlich oder ehrenamtlich – leisten einen unschätzbaren Dienst für ihre Kommunen. Auch in unserer Stadt trägt die Feuerwehr Lörrach wesentlich zur Sicherheit bei: durch ihren Einsatz bei Wohnungsbränden ebenso wie bei zahlreichen kleineren, oft nicht öffentlich wahrgenommenen Einsätzen. Auf die Kameradinnen und Kameraden ist jederzeit Verlass. Mein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger lautet daher: Unterstützen Sie unsere Feuerwehr, indem Sie die wichtigen Rettungswege freihalten. Achten Sie beim nächsten Parken darauf, ob ein Einsatzfahrzeug an dieser Stelle ungehindert passieren könnte, und bilden Sie stets eine Rettungsgasse, sobald Sie auf der Straße ein Einsatzfahrzeug herannahen hören.“
Sommerfokus: Testfahrt mit der Lörracher Feuerwehr
Die Feuerwehr im Einsatz: Daten und Fakten
- Die Feuerwehr Lörrach rückte im Jahr 2024 zu insgesamt 753 Einsätzen (Stand 31.12.2024) aus. Im laufenden Jahr 2025 war die Feuerwehr Lörrach zum Stichtag 07.08.2025 an insgesamt 501 Einsätzen beteiligt.
- Auf die vergangenen 20 Jahre betrachtet, ist zu erkennen, dass die Einsätze der Feuerwehr tendenziell zunehmen: So gab es in den Jahren 2000 bis 2010 durchschnittlich noch 450 Einsätze im Jahr, zwischen 2010 und 2020 stieg dieser Wert bereits auf 550 Einsätze. Seit 2020 rückt die Feuerwehr jedes Jahr im Durschnitt zu über 750 Einsätzen aus, Tendenz weiter steigend.
- Bei knapp der Hälfte aller Einsätze, genauer gesagt 52 Prozent der Fälle, wird die Feuerwehr für technische Hilfe angefordert, wie beispielsweise Verkehrsunfälle, das Absichern bzw. Beseitigen von Ölspuren, Notfalltüröffnungen oder Schäden und Gefahrensituationen durch Unwetter im Stadtgebiet.
- Die Löschung von Bränden bei PKWs, Wohnungen, Dachstühlen oder Mülleimer und Containern macht 16 Prozent aller Einsätze aus.
- Auch Tiere, vor allem Insekten können zu Einsätzen führen: bei 10 Prozent der Einsätze werden beispielsweise Wespen- und Hornissennester beseitigt und umgesiedelt oder andere Tiere gerettet.
- Circa ein Fünftel aller Einsätze stellt sich als Fehlalarme heraus, gemeldet durch Brandmeldeanlagen oder vorsätzliche Täuschungsalarme und Fehlmeldungen.
- Die Feuerwehr Lörrach zählt 243 ehrenamtliche Mitglieder in vier Einsatzabteilungen, 15 hauptamtliche Mitarbeiter im Einsatzdienst und fünf Mitarbeiter ohne Einsatzdienst
- 80 Jungen und Mädchen engagieren sich in der Jugendfeuerwehr
- Zum Fuhrpark gehören 34 Fahrzeuge, darunter 11 Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern, zwei Fahrzeuge des Landkreis Lörrach (Gerätewagen für Gefahrgut, Wechselladerfahrzeug mit den Abrollbehältern Atemschutz und Führung), vier Mannschaftstransportwagen, Kommandowagen, ein Rüstwagen, sowie diverse andere PKW und Gerätewagen.
- Für die Fahrer der Feuerwehrfahrzeuge, die Maschinisten, gibt es für jedes einzelne Fahrzeug Einweisungsfahrten, um auch das passieren von Engstellen zu üben. Diese werden regelmäßig wiederholt und trainiert. Zudem werden regelmäßig Fahrsicherheitstrainings für diesen Personenkreis angeboten.
- In der Regel rücken zu einem Standart-Wohnungsbrand oder einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, ein Lösch- bzw. Rüstzug mit 17 Einsatzkräften und mindestens vier Fahrzeugen aus. Ein Einsatzleitwagen, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug und je nach Einsatzmeldung die Drehleiter oder der Rüstwagen sowie ggf. ein Kommandowagen und weitere Fahrzeuge.
- Für die jeweiligen Einsätze gibt es bestimmte Hilfsfristen, die vorgeben, wann die Feuerwehr am Einsatzort eintreffen muss. Dies beinhaltet auch die Anfahrt zum Gerätehaus bzw. zur Feuerwache durch die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte.
- Bei einem gewöhnlichen Wohnungsbrand gilt: Innerhalb von 10 Minuten nach der Alarmierung soll mindestens ein Löschfahrzeug mit der Besatzung einer Gruppe (9 Personen) am Einsatzort eingetroffen sein.
- Innerhalb von 15 Minuten nach der Alarmierung soll mindestens ein weiteres Löschfahrzeug mit der Besatzung einer Gruppe am Einsatzort eingetroffen sein.
- Bei Menschenleben in Gefahr muss eine Drehleiter innerhalb 10 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eingetroffen sein.
- Um die Hilfsfristen einhalten zu können und so schnell wie möglich am Einsatzort zu sein, ist ein freier Rettungsweg ohne Hindernisse besonders wichtig. Die größten Hindernisse sind andere Verkehrsteilnehmende am Straßenverkehr
- Im fließenden Verkehr kommt es zu Staus und Behinderungen im Bereich von Kreuzungen bei roten Ampeln oder einer nicht gebildeten Rettungsgasse.
- Im ruhenden Verkehr behindern meist falsch abgestellte PKWs den schnellen Einsatz der Feuerwehr, wenn beispielswiese der Abstand zum Bordstein zu groß gewählt, vorgegebene Abstände zu Kreuzungen nicht eingehalten werden oder Halte- und Parkverbote übergangen werden. Insbesondere das kurzfristige Halten „ich will ja nur schnell / kurz …“ ist besonders Ärgerlich. Hier sind insbesondere die Bereiche vor Geschäften aber auch vor Schulen und Kindergärten betroffen.
- Daher gilt: es sollte immer für einen Lkw möglich sein, die Engstelle passieren zu können oder abbiegen zu können.
- Eine Mindestbreite von 3,05 Metern darf nicht unterschritten werden, um das Durchfahren eines Feuerwehrwagens zu ermöglichen.
- Wenn Fahrzeuge versetzt parken, muss der Abstand groß genug sein. Mit 10 Metern haben in der Regel auch große Fahrzeuge genug Platz zum Ausholen.
- Bei Kurven, Kreuzungen und Einmündungen gilt die 5-Meter-Abstandsregel. In engen und unübersichtlichen Kurven ist das Halten und Parken nicht erlaubt.
- Wasserhydranten dürfen nicht zugeparkt werden. Sie sind erkennbar am ovalen Deckel, zudem stehen meist am Straßenrand zusätzliche Hinweisschilder.
- Wird eine Behinderung im Einsatzfall festgestellt wird diese in der Regel immer an die Polizei zur weiteren Bearbeitung gemeldet