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Rainer Stächlin, Frank Beuschel, Volker Plump, Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić und Mathias Eberhardt (v.l.n.r.) vor einem Einsatzfahrzeug des Eigenbetriebs.

Sommerfokus Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung

Seit dem 1. Januar 1992 betreibt die Stadt Lörrach die Abwasserbeseitigung in der Rechtsform eines Eigenbetriebs. Damit verfügt die Stadt über eine selbstständig organisierte Einrichtung, die ausschließlich diesem wichtigen Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge gewidmet ist.

Die Rechtsgrundlagen sind in der Betriebssatzung und der Abwassersatzung (AbwS) der Stadt Lörrach festgelegt. Finanzwirtschaftlich wird der Eigenbetrieb als Sondervermögen der Stadt geführt – mit einem eigenen Wirtschaftsplan und Jahresabschluss, getrennt vom städtischen Haushalt.

Heute – über drei Jahrzehnte nach seiner Gründung – ist der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung ein tragender Pfeiler der kommunalen Infrastruktur.

„Die Abwasserbeseitigung ist weit mehr als eine technische Aufgabe – sie ist ein zentrales Element unserer kommunalen Daseinsvorsorge. Mit einem starken Abwassersystem und modernen Bauwerken zum Hochwasserschutz leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Schutz unserer Bürgerschaft – gerade angesichts der zunehmenden Wetterereignisse im Zuge des Klimawandels. Dieses verantwortungsvolle Aufgabenfeld wird vollständig durch Gebühren finanziert und kommt so unmittelbar allen Menschen in unserer Stadt zugute.“
Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić

„Mit diesem umfassenden Engagement sichert der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Lörrach die Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Integrität seiner Infrastruktur – im Sinne des Umwelt- und Gewässerschutzes ebenso wie der Lebensqualität der Lörracher Bürgerinnen und Bürger.“
Frank Beuschel, Betriebsleiter Eigenbetrieb Abwasser

Unsere Aufgabe

Der rechtliche Auftrag ist eindeutig:
Die Stadt Lörrach betreibt die Beseitigung des Abwassers innerhalb ihres Gebiets als öffentliche Einrichtung. Dazu zählt:

  • Abwasser, das über Grundstücksentwässerungsanlagen in die öffentlichen Kanäle gelangt
  • Abwasser, das direkt zu einer Abwasserbehandlungsanlage gebracht oder angeliefert wird

Das Kanalnetz in Zahlen

  • 238 km Kanalnetz – davon ca. 60 Prozent Mischwasser- und 40 Prozent Trennsysteme
  • 30.000–40.000 private Anschlüsse an den öffentlichen Kanal
  • Kanalgrößen von DN 200 bis DN 2000 sowie Ei-Profile bis 800/1200 mm
  • 7.800 Haltungen im Bestand
  • 7.100 m³ Rückhaltevolumen in Regenbecken, Stauraumkanälen und Regenklärbecken – das entspricht fast 7 großen Sportschwimmbecken
  • Teile des Netzes stammen bereits aus der Zeit vor 1900 – ein Stück lebendige Infrastrukturgeschichte

Unsere Aufgaben im Überblick

Der Eigenbetrieb Abwasser kümmert sich um weit mehr als nur den Kanalbetrieb. Zu unseren zentralen Tätigkeiten gehören:

  • Kanal-Informationssystem (KIS): Digitale Datenbank für Planung und Sanierung
  • Regelmäßige Inspektionen (EKVO): Mit Kameratechnik zur Früherkennung von Schäden
  • Grundstücksentwässerung: Beratung und Prüfung privater Anlagen
  • Kanalneubau und -sanierung: Erweiterung, Erneuerung und gezielte Reparaturen
  • Abwassergebühren und Kanalbeiträge: Finanzierung des Betriebs und von Investitionen
  • Indirekteinleiterkataster: Überwachung von gewerblichem Abwasser
  • Fettabscheider: Kontrolle in Gastronomie und Lebensmittelbetrieben
  • Kanalbetrieb & Bereitschaftsdienst: Reinigung, Wartung und Notfall-Einsätze rund um die Uhr
  • Fernwirktechnik & Prozessleitsysteme: Steuerung von Regen- und Hochwasserrückhaltebecken
  • Schädlingsbekämpfung: Maßnahmen gegen Ratten und andere Schädlinge im Kanalnetz
  • Kanalreinigung: Jährlich rund 90 Kilometer, Innenstadt jedes Jahr, übrige Gebiete nach Bedarf

Moderne Technik im Einsatz

Um unsere Aufgaben sicher und effizient zu erfüllen, setzen wir moderne Geräte ein:

  • Elektronischer Kanalspiegel mit hochauflösender Kamera für Inspektionen ohne Einstieg
  • Gas-Freimessgeräte zum Schutz unserer Mitarbeiter vor gefährlichen Stoffen
  • Regelmäßige Übungen mit der Feuerwehr für den Ernstfall

Beispielanlage: RÜB Wiesenweg

Das Regenüberlaufbecken (RÜB) am Wiesenweg nimmt eine zentrale Rolle ein.

  • Baujahr: 1998
  • Rückhaltevolumen: 605 m³ in drei Kammern
  • Eingebunden in das Prozessleitsystem mit Fernwirktechnik
  • Versorgt das Einzugsgebiet Innenstadt / Teichstraße

Blick in die Zukunft – Bauprojekte ab 2025

Die Stadt investiert kontinuierlich in die Zukunftsfähigkeit ihres Abwassernetzes. Ab 2025 stehen folgende Projekte an:

  • Sanierung Stetten (M77): circa 1.800 m, Investition ca. 1,48 Millionen Euro, Bauzeit 09/2025–08/2026
  • Sanierung Brombach (T30): circa 1.800 m, ca. 1,1 Millionen Euro, Bauzeit 09/2025–06/2026
  • Erneuerung Teichstraße: 290 m, circa 2 Millionen Euro, Bauzeit 01/2026–07/2027
  • Erneuerung Friedhofweg: circa 400.000 Euro, Baubeginn 2026
  • Photovoltaik auf Betriebsgebäuden: Eigener Strom für abwassertechnische Anlagen

Weitere Planungen umfassen u. a. ein neues Regenklärbecken in Hauingen, Maßnahmen in Brombach, Tumringen, Stetten und mehrere Straßenzüge sowie Erschließungen neuer Bau- und Gewerbegebiete.

Unser Beitrag für Lörrach

Mit einem leistungsfähigen Kanalnetz, moderner Technik und kontinuierlichen Investitionen sorgt der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung dafür, dass Lörrach auch in Zukunft sauber, sicher und lebenswert bleibt.

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