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Der Seniorenbeirat 2018

Arbeitsgruppe „Verkehr – Mobilität – Öffentlicher Raum“


Aufstellen von Ruhebänken

Sitzbänke sind Ruhepunkte in der Stadt und für die Mobilität von Seniorinnen und Senioren in der direkten Innenstadt aber auch in allen Stadtteilen von großer Bedeutung. Gerade im unmittelbaren Wohnumfeld ist Zufußgehen die Basis der Fortbewegung. Das bedeutet aber auch, dass eine fußgängerfreundliche Gestaltung des Straßenraums und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur wesentliche Bestandteile der Lebensqualität sind. Auch wenn insbesondere Seniorinnen und Senioren bei der Bewältigung ihrer Wege, zum Einkaufen oder zur nächsten Haltestelle des ÖPNV auf diese Orte zum Ausruhen angewiesen sind, freuen sich auch Eltern mit Kindern sowie Jugendliche über Sitzgelegenheiten im Öffentlichen Raum und somit kommen diese allen Generationen zugute.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats haben in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung einen Kriterienkatalog erstellt, anhand dessen sich ein Bedarf an Ruhebänken beziehungsweise Sitzmöglichkeiten ableiten lässt.

An folgenden Stellen war das Engagement der Beiratsmitglieder bereits erfolgreich:

  • Zwei Bänke am Weg entlang der Wiese zwischen dem Seniorenzentrum der Gevita und Tumringer Wiesenbrücke (Juli 2020)
  • Zwei Bänke auf dem städtischen Gelände des Kreiskrankenhauses (Oktober 2020)
  • Zwei Bänke auf dem Rondell des Klinikareals im Eingangsbereich (November 2020)
  • Eine Bank auf dem Gelände der Klinik entlang des Wegs ins Wölblinquartier (November 2020)


Sicherheit der Fußgänger

Ein Dauerthema, das die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe immer wieder beschäftigt, ist die Verbesserung der Verkehrsqualität und der Verkehrssicherheit durch beispielsweise die Trennung von Fuß- und Radverkehr – vor allem in der Fußgängerzone – auf gemeinsam genutzten Gehwegen und in Unterführungen.

Im Rahmen der Fahrradstrategie 2025+ und hinsichtlich des Ziels, den Radverkehr weiter zu erhöhen, wurde dieses Thema erneut im gesamten Beirat diskutiert.


Buslinienführung Innenstadt

Der Bau des Wohn- und Geschäftshauses Lö auf dem Bahnhofsplatz wird zukünftig viele Besucherinnen und Besucher anziehen, weshalb die Stadt plant, die Anbindung der nördlichen Innenstadt an die restliche Innenstadt nach heutigen Anforderungen zu gestalten und aufzuwerten. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage nach einer Verlegung der Buslinien durch die Turm-/ Palmstraße diskutiert, wofür eine Projektgruppe der Verwaltung die beiden Varianten des Verkehrsplaners Burkhard Horn vorstellte.


Arbeitsgruppe „Miteinander der Generationen“

Ein Anliegen des Seniorenbeirats ist es, Austausch und Begegnung unter den Generationen zu fördern.

Als idealer Partner für mögliche Projekte und Initiativen hat sich das Familienzentrum Lörrach herausgestellt, mit dem sich eine konstruktive und lebendige Kooperation entwickelt hat.


Café für gemeinsame Begegnung und Austausch zwischen den Generationen

Im Frühjahr wurde die Idee eines “Café Miteinander” geboren als offener Café-Treff für Senioren, Familien, Eltern und Kinder im Alter von 0 bis 101 Jahren.

Jeden zweiten Dienstagnachmittag im Monat sollten alle, ob groß oder klein, jung oder älter, eingeladen sein, um sich bei Kaffee, Tee und Oma´s selbstgebackenen, leckeren Kuchen auszutauschen, gemeinsam zu spielen, zu lachen und einen besonderen Nachmittag zu erleben.

Dabei sind immer zwei Seniorinnen gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Familienzentrums im Einsatz und leiten das Café.

Leider konnte das Café in dieser Form nur einmal, Anfang März, durchgeführt werden bevor das Coronavirus die weiteren geplanten Nachmittage erstmals auf Eis legte.


Angebot für Ältere: Smartphone Nutzung – Handykurse „Jung hilft Alt“

Aufgrund von Corona ebenfalls ausgefallen sind die für November vorgesehenen Schulungen älterer Menschen im Bereich Digitalisierung. Das Konzept sieht dabei vor, dass Schülerinnen und Schüler mit Seniorinnen und Senioren den Umgang mit den eigenen technischen Geräten erklären und üben. Durch eine „eins zu eins“-Beziehung können die Jugendlichen dabei auf die individuellen Wünsche und Wissensstände der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen.

Sobald die Voraussetzungen es zulassen, sollen diese geplanten Schulungen durchgeführt werden.


Arbeitsgruppe „Seniorensommer 2020“

Zum vierten Mal sollte auch in diesem Jahr am 1. August der Seniorensommer starten

– mit einem abwechslungsreichen, unterhaltsam-anspruchsvollen Programm, das der Seniorenbeirat der Stadt Lörrach gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten Ute Hammler für alle älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammenstellt. Dieses Jahr musste der Seniorenbeirat die beliebte Veranstaltungsreihe leider aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus absagen, um eine Gefährdung gerade der Älteren, die zu den Risikogruppen gehören, zu vermeiden.

Als kleinen „Trost“ haben die Mitglieder des Beirats eine eigene „Seniorensommer-Zeitung“ gestaltet – mit Erinnerungen an die „Highlights“ der letzten Jahre, Beiträgen einzelner Mitglieder, Fragen und Rätsel zum Mitmachen und einem Ausblick auf den Sommer 2021.


Arbeitsgruppe „Seniorenkino“ Umfrage unter den Kinobesuchern

Seit der Eröffnung des monatlich stattfindenden Seniorenkinos im August 2017 sind die Besucherzahlen kontinuierlich angestiegen. Wurden bei der Eröffnung im Sommer 2017 mit 120 Besuchern zwar schon zwei Kinosäle gefüllt, hat sich deren Zahl im Jahr 2018 verdoppelt; im Laufe des Jahres 2019 bei Besucherzahlen zwischen 300 bis 430 sogar mehr als verdreifacht.

Eine Postkartenumfrage im Januar 2020 ergab, dass mehr als die Hälfte der Befragten das Kino regelmäßig besucht – egal welcher Film gespielt wird. Nur ein Drittel entscheidet sich für einen Besuch je nach Film.

Wie wichtig solche niederschwelligen Möglichkeiten des Treffens und der Begegnung sind – das wird anhand dieser Erfolgsgeschichte deutlich sichtbar. Umso bedauerlicher ist es, dass gerade solche Treffen in diesem Jahr kaum möglich waren.


Arbeitsschwerpunkt Quartiersentwicklung mit Unterstützung des Seniorenbeirats


Gutes Älterwerden im Stadtteil Tumringen

Bereits im Sommer 2017 hat die Seniorenbeauftragte zu einem ersten Runden Tisch zum Thema „Gutes Älterwerden in Tumringen“ in den Gemeinschaftsraum der Wohnbau Lörrach eingeladen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen, der Kirchen, mit Gemeinderäten, interessierten Bürgerinnen und Bürgern und Mitgliedern des Seniorenbeirats, die selbst in Tumringen wohnten, wurde eine erste Bestandsaufnahme zu bestehenden Angeboten erstellt. Dabei zeigte sich, dass selbst die einzelnen Akteure nichts voneinander beziehungsweise den jeweiligen Angeboten wussten. Diese Erkenntnis, die auch bei den Bürgertischen in Stetten gewonnen wurde, zeigte noch einmal deutlich die Bedeutung eines Wegweisers für Seniorinnen und Senioren mit allen Angeboten und Treffpunkten für ältere Menschen.

In einem nächsten Schritt wurde beschlossen, den Gemeinschaftsraum der Wohnbau in der Mühlestraße für einen alle zwei Wochen stattfindenden Treffpunkt zu nutzen. Dabei erklärten sich alle Anwesenden bereit, zu einem gemeinsamen Programm beizutragen. Auf diese Weise ist eine Veranstaltungsreihe entstanden, die seither durchgeführt und im Rahmen des Runden Tischs besprochen und geplant wird. Von Anfang an bestand der Wunsch, dass auch Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, die Durchführung und Gestaltung einzelner Nachmittage zu übernehmen, was auch im Laufe der Veranstaltungen immer häufiger der Fall war.

Mittlerweile hat sich eine Art „Stammpublikum“ gebildet – je nach Angebot kommen aber auch nur die daran Interessierten zusammen, wie zum Beispiel bei den Spielenachmittagen oder Tanzen im Sitzen.

Leider mussten auch diese Nachmittage ab April eingestellt werden.


Programm „Quartier 2020. Gemeinsam. Gestalten.“ im Stadtteil Stetten

Die meisten Menschen möchten auch im Alter in ihrer Wohnung – zumindest in ihrem bisherigen Wohnumfeld - wohnen bleiben und das selbst dann, wenn sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat daher Fördergelder für die senioren- beziehungsweise generationengerechte Entwicklung der Quartiere ausgelobt.

Dabei sind die Bürgerinnen und Bürger vor Ort die Experten und sollen gemeinsam mit der Verwaltung Ideen und Konzepte entwickeln, wie in ihrem Quartier ein gutes Älterwerden möglich ist, was dafür notwendig ist – aber auch wer dafür welchen Beitrag leisten mag.

Mit dem Quartiersprojekt „Stetten – hier bin ich daheim“ ist die Stadt Lörrach in einen gesamtstädtischen Diskussions- und Planungsprozess zum Thema „Gutes Älterwerden“ eingestiegen. Im Anschluss an eine groß angelegte Auftaktveranstaltung im November 2019 konnten im Februar 2020 noch zwei der drei geplanten Bürgertische stattfinden: ein Bürgertisch in Stetten-Dorf und ein Bürgertisch im Neumattquartier zum Thema Soziale Infrastruktur. Der dritte zum Thema Wohnumfeld musste leider kurzfristig abgesagt werden.

Auch wenn aufgrund von Covid 19 keine kontinuierliche Fortsetzung des Prozesses das Jahr über möglich war, ist es doch gelungen, aus den vielen Anregungen, Wünschen und Ideen erste Handlungsansätze für unterschiedliche Themenfelder (Wohnumfeld, Verkehr und Mobilität, Partizipation und soziale Infrastruktur) zu entwickeln.


Schritte zur Verstetigung und Verstärkung

Aus den Teilnehmenden der Bürgertische und teilweise aus der Auftaktveranstaltung hat sich ein kleines Netzwerk von 20 bis 30 Personen gebildet, um den begonnenen Prozess fortzusetzen.

Die vielen Ideen und Anregungen aus den Bürgerveranstaltungen wurden nochmals beleuchtet und auf Umsetzungsmöglichkeiten überprüft. Erste Handlungsansätze für das weitere Vorgehen konnten entwickelt werden. Auch wurden Defizite, die nicht nur den Stadtteil betreffen, erkannt (zum Beispiel Erstellung eines Wegweisers für Senioren mit allen Angeboten und Hilfen).

Von Beginn an war geplant mit einer Fördersumme von 5.000 Euro einen Verfügungsfonds für kleinere Projekte einzurichten.

Ein Gremium aus Bürgerinnen und Bürgern östlich und westlich der Bahnlinie sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kaltenbachstiftung und des Sozialen Arbeitskreises haben mit der Seniorenbeauftragten als ersten Schritt über Zielsetzung, Möglichkeiten und Vergabe dieser Projektmittel diskutiert und ein Faltblatt erstellt. Vorerst soll nach Absprache mit der Stadtspitze dieser Projektefonds für ein Jahr in Stetten erprobt werden. Je nach Erfolg beziehungsweise Nutzung dieser Projektmittel könnte diese Förderung von bürgerschaftlichem Engagement auf die gesamte Stadt ausgedehnt werden.

Durch gemeinsame Projekte, durch die Netzwerkarbeit und das Gremium sollen die beiden Teile Stettens, die durch Bahnlinie und Basler Straße eine starke Trennung erfahren, stärker verbunden werden – ein Ziel, das auch die IBA anstrebt.

Grundsätzlich ist eine kontinuierliche Fortsetzung der Netzwerkarbeit notwendig: sowohl Informationen über die bereits erfolgten als auch geplanten Schritte als auch Netzwerktreffen in regelmäßigen Abständen und die Förderung beziehungsweise den Ausbau der Quartiersarbeit.

Unter Corona-Bedingungen war es nicht leicht, diesen Prozess am Laufen zu halten; dennoch hat sich der Kern der Netzwerkgruppe als relativ stabil entwickelt und so bleibt zu hoffen, dass im Frühjahr 2021 dieser wichtige Prozess und Austausch verstärkt fortgesetzt werden kann.

Von Beginn an stand fest, dass der Prozess der Quartiersentwicklung unter dem Blickwinkel „Gutes Älterwerden“ im Stadtteil Stetten Teil eines gesamtstädtischen Prozesses ist, der auch in weiteren Stadt- und Ortsteilen verfolgt werden soll. Weitere Fördermittel sollen dafür beantragt werden.


Ausblick 2021

Die letzten Monate zeigten auch besonders deutlich, wie das Thema Digitalisierung im Alter zunehmend an Bedeutung erlangt, um in unserer schnelllebigen Zeit von einer Entwicklung in so vielen Lebensbereichen nicht abgehängt zu werden. Die Förderung von Schulungen zur Nutzung digitaler Systeme sollte daher ebenfalls in diesem Zusammenhang betrachtet werden.

Körperliche und geistige Fitness ist eine Grundvoraussetzung um im Alter selbstbestimmt und selbständig zu leben. Auch dieses Thema wurde als ein „sehr wichtiges“ betont. Wie und wodurch der Seniorenbeirat dies fördern und unterstützen kann, sollte ebenfalls ausführlicher diskutiert und erste Ansätze dafür entwickelt werden – vielleicht verbunden mit dem Gesamtthema „Gesundheit“ und den damit zusammenhängenden Fragestellungen zu der Situation in den Kliniken.

Ute Hammler

Ihre Ansprechpartnerin

Ute Hammler   Seniorenbeauftragte
Telefon: 0 76 21 4 15-327  u.hammler@loerrach.de  Weitere Informationen
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