„Die Einführung und Umsetzung des Gesetzes zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (GAFöG) stellt die Stadt Lörrach vor erhebliche finanzielle, personelle und auch räumliche Herausforderungen. Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung erfordert nicht nur zusätzliche Fachkräfte, sondern auch den Ausbau von Räumlichkeiten, Infrastruktur und Verwaltungskapazitäten. Diese Entwicklungen sind mit deutlichen Mehrkosten verbunden.
Die Schulkindbetreuung in Lörrach steht beispielhaft für eine verlässliche, sozial gerechte und qualitativ hochwertige Betreuungsstruktur. Gleichzeitig verdeutlicht der wachsende Bedarf die Herausforderungen im Bereich Raumangebot und Infrastruktur. Mit flexiblen Lösungen und starken Kooperationspartnern gelingt es uns, die Betreuung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen sicherzustellen – im Sinne der Kinder und Familien.
Lörrach ist seit vielen Jahren Vorreiterin im Bereich der Schulkindbetreuung. Als familienfreundliche Kommune haben wir früh erkannt, wie wichtig gute Betreuungsangebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind. Auf dieser Grundlage konnten wir eine Struktur aufbauen, die sowohl sozial gerecht als auch zukunftsfähig ist.
Im Zuge der Umsetzung des GAFöG ist es wichtig, das Konnexionsprinzip zu betonen: Wer Aufgaben von den Kommunen verlangt, muss auch die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstellen. Wir müssen auf allen staatlichen Ebenen darauf achten, dass den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber keine Leistungsversprechen abgegeben werden, die so nicht leistbar sind. Die Stadt Lörrach wird sich dennoch weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Umsetzung des GAFöG im Sinne der Familien gelingt – verlässlich, gerecht und zukunftsorientiert.“
Oberbürgermeister Jörg Lutz
Bedeutung der Schulkindbetreuung
Die Schulkindbetreuung ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Bildungs- und Familienpolitik. Sie unterstützt Eltern in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schafft für Kinder einen verlässlichen Rahmen, in dem Lernen, Spielen, soziales Miteinander und persönliche Entwicklung gleichermaßen gefördert werden. Neben der schulischen Bildung leistet die Betreuung somit einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung von Kindern und stärkt die soziale Infrastruktur der Stadt.
Ziel der Stadt Lörrach ist es, allen Grundschulkindern ein qualitativ hochwertiges und verlässliches Betreuungsangebot zu ermöglichen – unabhängig von Gruppengrößen oder individuellen Bedürfnissen. Dabei steht stets das Wohl des Kindes im Mittelpunkt.
Mehr Informationen zu den aktuellen außerschulischen Angeboten finden Sie im nachstehenden FAQ.
Mit der Lörracher Betreuungsgarantie bietet die Stadt seit vielen Jahren ein bedarfsgerechtes, qualitativ hochwertiges und sozial ausgewogenes System der Schulkindbetreuung.
Das Angebot umfasst:
Garantierte Betreuung unabhängig von der Gruppengröße
- Halbtagsbetreuung: 7:00 – 13:00 Uhr
- Ganztagsbetreuung: 7:00 – 17:00 Uhr
Soziale Staffelung der Elternbeiträge zur Entlastung einkommensschwächerer Familien
Geschwisterermäßigung:
- 50 % Ermäßigung für das zweite Kind in der Schulkindbetreuung
- 100 % Ermäßigung für das dritte Kind
- 25 % Ermäßigung für das erste Kind, wenn ein weiteres Kind eine kostenpflichtige Kindertageseinrichtung besucht
50 % der Kosten der Betreuung für das erste Kind sollen für Leistungsempfänger nach SGB II/XII übernommen werden. Für jedes weitere Kind soll eine volle Kostenübernahme stattfinden. Die Regelung gilt ab Schuljahr 19/20. Der Mehraufwand kann im Rahmen der bisherigen Haushaltsansätze und der gestiegenen Elternbeiträge gedeckt werden.
An allen elf Lörracher Grundschulen in städtischer Trägerschaft steht das Betreuungsangebot von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr zur Verfügung – das entspricht 50 Wochenstunden. Dieses System wurde in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.
Finanziert wird die Schulkindbetreuung aktuell über eine Drittelfinanzierung:
- Ein Drittel trägt das Land Baden-Württemberg
- ein Drittel die Stadt Lörrach,
- das verbleibende Drittel wird durch die Elternbeiträge gedeckt.
Ursprünglich bestanden vier Einkommensstufen, 2017/18 kam eine fünfte hinzu.
Parallel wurde eine Qualitätsoffensive gestartet (unter anderem pädagogische Teamleitungen und erweiterte Freizeitangebote).
Auf Initiative des Gesamtelternbeirats Lörrach werden die Einkommensstaffeln aktuell erweitert, um mehr soziale Gerechtigkeit zu erreichen. Dabei werden einkommensstärkere Familien künftig stärker beteiligt, während Familien mit geringeren Einkommen entlastet werden.
Anmeldezahlen
Eichendorffschule
Schuljahr Anmeldungen Besonderheiten
2020/2021 34 Betreuung Mo–Do 14–17 Uhr unter 10 SuS, Fr. kein Angebot
2021/2022 40 Betreuung Mo–Fr 14–17 Uhr unter 15 SuS
2022/2023 43 Betreuung Mo–Do 14–17 Uhr unter 20 SuS, Fr. kein Angebot
2023/2024 61 Mo–Fr 14–17 Uhr bis 29 SuS, Fr. nur 9 SuS
2024/2025 58 Mo–Fr 14–17 Uhr bis 29 SuS, Fr. nur 10 SuS
2025/2026 72 Mo–Fr 14–17 Uhr bis 44 SuS, Fr. 17 SuS
Weiterhin gibt es eine (kleinere) Warteliste im laufenden Schuljahr, hauptsächlich für die Mittagszeit und den flexiblen Nachmittag
Astrid-Lindgren-Grundschule
Schuljahr Anmeldungen Besonderheiten
2020/2021 42 Mo–Do 14–17 Uhr unter 14 SuS, Fr. kein Angebot; Kernzeit bis 32 SuS
2021/2022 48 Mo–Do 14–17 Uhr unter 14 SuS, Fr. kein Angebot; Kernzeit bis 32 SuS
2022/2023 51 Mo–Do 14–17 Uhr unter 19 SuS, Fr. kein Angebot; Kernzeit bis 46 SuS
2023/2024 56 Mo–Do 14–17 Uhr unter 21 SuS, Fr. kein Angebot; Kernzeit bis 51 SuS
2024/2025 68 Mo–Fr 14–17 Uhr unter 25 SuS; Kernzeit bis 55 SuS
2025/2026 88 Mo–Fr 14–17 Uhr unter 25 SuS; Kernzeit bis 68 SuS
Weiterhin gibt es eine Warteliste im laufenden Schuljahr, vor allem für die Frühbetreuung zwischen 7:00 - 8:45 h mit bis zu 14 Kindern!
Eichendorffschule
Bis zum Schuljahr 2023/2024 stand kein eigener Raum zur Verfügung. Die Betreuung fand provisorisch im offenen Foyer statt, was im Sommer zu hohen Temperaturen und im Winter zu Kälte führte. Ein Klassenzimmer konnte zeitweise mitgenutzt werden, steht nun aber wieder dem Unterricht zur Verfügung. Daher wurden alternative Räume im Umfeld der Schule gesucht, geprüft und schlussendlich in der Villa Jugendkirche gefunden.
- aktuelle Lösung seit Schuljahr 2024/2025: Nutzung der Villa Jugendkirche und Räume der Friedensgemeinde
(Mo/Di/Do/Fr: 12:00 – 17:00 Uhr und Mi 12:00 – 14:30 Uhr)
(210 Quadratmeter plus Freifläche)
Zusätzlich: Hausaufgabenraum im Obergeschoss und ehemaliger Eselstall als Kreativraum
Astrid-Lindgren-Grundschule
Ein fest eingerichteter Betreuungsraum mit Rückzugsbereich, ein Büro und der Raum der Schulküche steht zur Verfügung. Durch stark steigende Kinderzahlen reichen die Kapazitäten jedoch nicht mehr aus.
- neue Lösung ab Schuljahr 2025/2026: Anmietung des evangelischen Gemeindehauses (Mo–Fr 12–14:30 Uhr)
Nutzung für Mittagessen und Freispiel
Fläche: 210 Quadratmeter plus Freifläche
Bis 2024/2025 erfolgte die Essensausgabe über die Mensa der DHBW, begrenzt auf 44 Kinder. Seit dem Umzug in die Villa Jugendkirche erfolgt die Verpflegung eigenständig – der SAK beschäftigt eine Hauswirtschaftskraft, die Küche ist vor Ort eingerichtet.
Astrid-Lindgren-Grundschule
Mittagessen mit Ausgabe durch SAK-Personal. Aufgrund begrenzter Raumkapazität (35 Plätze) wurde das evangelische Gemeindehaus zusätzlich angemietet, das über eine voll ausgestattete Küche verfügt und mehr Kindern die Teilnahme ermöglicht.
Eichendorffschule:
Friedensgemeinde und Villa Jugendkirche (Pfarrer Jörg Mauch), zusätzlich Einsatz eines FSJlers der Jugendkirche geplant.
Astrid-Lindgren-Grundschule:
Evangelische Kirchengemeinde Hauingen (Pfarrerin Schüssler, zugleich Religionslehrerin an der Schule).
Zusätzliche Personalkosten (Hauswirtschaftskraft, Betreuungspersonal)
Monatliche Miete: 1.000 Euro inklusive Nebenkosten
Stall & Hausaufgabenraum Miete: 250 € monatlich
Reinigung: 970 € monatlich
Astrid-Lindgren-Grundschule
Zusätzliche Betreuungskräfte
Monatliche Miete: 1.100 Euro inklusive Nebenkosten (Reinigung inbegriffen)
Winterdienst je nach Witterung zusätzlich