Vor 26 Jahren wurde das erste Märkte- und Zentrenkonzept mit Fachleuten, örtlichen Akteuren und der Verwaltung erarbeitet. Seitdem wurde das Konzept 2005, 2009 und 2016 aktualisiert und konsequent umgesetzt. Es erfährt breite Zustimmung und hohe Akzeptanz. Seitdem wurden viele einzelhandelsbezogene Investitionen getätigt, welche die Attraktivität der Lörracher Innenstadt weiter erhöht haben. Seit 2024 befindet sich das Märkte-Zentrenkonzept in der Fortschreibung.
Was bewirkt das Märkte- und Zentrenkonzept?
Das Märkte- und Zentrenkonzept legt fest, nach welchen Gesichtspunkten Einzelhandelsbetriebe angesiedelt werden sollen. Ziel ist es den Einzelhandel auf geeignete Standorte zu lenken und städtebauliche Fehlentwicklungen zu verhindern. Die langjährige konsequente Umsetzung des Konzeptes bietet Planungssicherheit für potenzielle Investoren und vorhandene Betriebe und dient der Absicherung städtebaulicher Investitionen. Durch das Konzept konnten die attraktive Lörracher Einkaufsinnenstadt, die Zentren in den Stadt- und Ortsteilen und die Nahversorgung gesichert, gestärkt und für die Zukunft gerüstet werden.
Warum wird das Märkte- und Zentrenkonzept aktualisiert?
Anlass für die Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzeptes ist die Aktualisierung der inzwischen neun Jahre alten Daten und Fragen in aktuell laufenden Bebauungsplanverfahren. Zudem gibt es angesichts des zunehmenden Onlinehandels und der Auswirkungen der Corona-Pandemie Veränderungen in der Handelslandschaft, die einer Überprüfung der bisherigen Steuerungsstrategie erfordern.
Mit der Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzeptes sollen die Steuerung des Einzelhandels auf den aktuellen Stand gebracht und Aufgaben für eine zukunftsfähige Entwicklung der Lörracher Zentren formuliert werden.
Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzeptes 2024
Fachliche Unterstützung
Die Stadtverwaltung hat wie schon bei früheren Fortschreibungen eine projektbegleitende Arbeitsgruppe eingerichtet. Beteiligt sind Händler, die Politik, die Wirtschaftsförderung, die Industrie- und Handelskammer, der Einzelhandelsverband und der Regionalverband. Als Partner für die Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzeptes wurde das renommierte Büro Junker + Kruse beauftragt, das unter anderem auch die Städte Frankfurt, Stuttgart und Heidelberg betreut.
Analyse der Bestandssituation
Im Juli und August 2024 wurden die Lörracher Einzelhandelsbetriebe im gesamten Stadtgebiet erfasst. Darüber hinaus erfolgten im Herbst eine Onlinebefragung der Lörracher Händler und eine Kundenherkunftserfassung in verschiedenen Lörracher Geschäften. Die Ergebnisse der Analyse wurden im November 2024 öffentlich im Gemeinderat vorgestellt und sind in der vorliegenden Präsentation enthalten.
Konzeptionelle Vorschläge
Im konzeptionellen Teil wurden auf der Grundlage der Analyse und der quantitativen Entwicklungsspielräume im Wesentlichen die bestehende Zentrenhierarchie, die Abgrenzung der Zentren, die Sortimentsliste und die Steuerungsstrategie überprüft. Die Ergebnisse wurden im Februar in der projektbegleitenden Arbeitsgruppe diskutiert und im April in der Gemeinderatssitzung öffentlich vorgestellt. Sie sind in der vorliegenden Präsentation enthalten.
Angesichts der im Vergleich zu anderen Städten positiven Einzelhandelssituation in den Zentren empfiehlt das Gutachterbüro im Wesentlichen eine Fortsetzung der bisherigen Steuerungsstrategie und insbesondere deren konsequente Umsetzung in Bezug auf Anfragen und Stadtentwicklungsprojekte. Die große Herausforderung ist es, die bestehende Situation in Lörrach angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen (unter anderem die Entwicklung des Onlinehandels oder die Gesamtkonjunktur) zu halten.
Beschluss Märkte- und Zentrenkonzept als städtebauliches Entwicklungskonzept
In der Gemeinderatssitzung am 20.11.2025 wurde das Märkte- und Zentrenkonzept als städtebauliches Entwicklungskonzept (gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11) beschlossen. Dies bedeutet, dass das Konzept bei Baugenehmigungsverfahren, bei städtebaulichen Entwicklungen und bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen berücksichtigt werden muss.