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Das Integrierte Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzeptes ISEK geht in die abschließenden Beratungen


„Nach einer intensiven zweijährigen Erarbeitungszeit ist es allen Mitwirkenden gelungen in Kooperation von Bürgerschaft, Verwaltung und Politik ein zukunftsweisendes Konzept für die Entwicklung der Stadt Lörrach zu gestalten,“ fasst Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić den Prozess wie auch das Ergebnis des ISEK zusammen. „Ich freue mich sehr, dass der für den Prozess so wichtige wie zentrale Austausch und Dialog trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen, die uns die Pandemie gesetzt hat, gelungen ist und nun ein Abschluss des ISEK vorliegt, der die wichtigen Impulse aus Politik, Bürgerschaft und Verwaltung in ihrer Fachlichkeit zusammenführt. Es ist ein Konzept mit zentralen und nachvollziehbaren Bausteine entstanden, mit einem Leitmotiv, zentralen Handlungsfeldern, räumlich-thematischen Wandelansätzen, die Ableitung eines Werkzeugkastens zu konkreten Bearbeitung bis zur Benennung von abgestimmten Schlüsselprojekten für die Stadtentwicklung. Ein Konzept, dass unsere Stadtentwicklung konstruktiv leiten wird und auch Handlungsempfehlungen für eine vielschichtige und integrierte Stadtentwicklung gibt.“

Im Zuge des Dialogsommers 2020, in dessen Rahmen Anregungen und Ideen aus der Bürgerschaft initiativ für den Prozess erarbeitet wurden, folgten im Jahr 2021 fachliche Diskussionsrunden, Werkstätten und zwei Klausuren mit Einbeziehung der politischen Vertreterinnen und Vertretern, in deren Rahmen die fachliche Expertise mit den Bedürfnissen und Vorstellungen ab- und angeglichen wurden. Die vielfältigen Hinweise liegen jetzt im Abschlussbericht des ISEK zur finalen Abstimmung mit der Politik vor.

Mit dem Ziel, die Komplexität und die Struktur zu erläutern und noch einmal den inhaltlichen Dialog anzustoßen, wird das vorliegende Konzept Ende Oktober noch einmal in zwei Dialogrunden mit der Bürgerschaft abgestimmt, bevor das ISEK als verbindliche Handlungsgrundlage durch die Politik Ende des Jahres verabschiedet wird. „Es ist uns wichtig, der Bürgerschaft noch einmal das zweijährige Werden des ISEK zu spiegeln und aufzuzeigen, was aus den dialoggeprägten Anfänge und ersten Anregungen aus der Bürgerschaft während des Prozesses entstanden ist, die Leitidee und Struktur nachvollziehbar darzulegen,“ begründet Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdić die Beteiligungsrunden mit der Bürgerschaft. „Zudem wollen wir mit der Bürgerschaft testen, wie die Werkzeuge der Wandelansätze angewendet werden können.“

Wozu dient ein ISEK?

Das integrierte Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzept als informelles Instrument der Stadtentwicklung schafft einen Handlungsrahmen für die Stadtentwicklung Lörrachs der kommenden 10 bis 20 Jahre. Hierbei sollen insbesondere Stadtentwicklung und Mobilität zusammen gedacht werden, da diese unmittelbar miteinander verflochten sind. Daher fließen neben Aspekten der Stadtplanung und –entwicklung auch die Ergebnisse zum Mobilitätskonzept inklusive der Tramstudie in das Konzept ein. Darüber hinaus ist ein aktuelles ISEK in der Regel Voraussetzung für die Gewährung von Städtebauförderungsmittel. Mit der Erarbeitung des ISEK wurde das Büro Studio|Stadt|Region aus München beauftragt.

Wie ist das Integrierte Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzept aufgebaut?

Das ISEK setzt sich aus verschiedenen aufeinander Bezug nehmenden Konzeptbausteinen zusammen. Dieses Konzept ist das Kernstück des integrierten Stadt- und Mobilitätsentwicklungskonzeptes für Lörrach.

Das Leitmotiv „Lörrach 2040“ vermittelt die Grundgedanken des ISEK, die gemeinsam mit Bürgerschaft und Politik in verschiedenen Diskussionsrunden entwickelt wurden. Es setzt sich aus den Bausteinen „Vielfalt vor Ort“, „lokal-regional vernetzt“ und „gemeinsam mit Verantwortung gestalten zusammen.

Zur Ermittlung der Ausgangslage und der zentralen Handlungsfelder dienten bestehende politische und planerische Dokumenten, die Ergebnisse des Dialogsommers 2020, Recherchen sowie die Ergebnisse aus Gesprächen mit den unterschiedlichen fachlichen Disziplinen der Verwaltung. Die anschließende thematische SWOT-Analyse bildete die Grundlage für die Bestimmung die Ausweisung der vier Handlungsfelder:

            Arbeiten und Wirtschaft

·                                Mobilität und Verkehr

            Stadt- und Freiräume

            Wohnen und soziale Infrastruktur

Aus diesen Handlungsfeldern konnten Politik und Verwaltung in gemeinsamen Klausurtagungen im Juni und November 2021 Ansätze für Veränderung und zukünftiger Gestaltung formulieren, die Wandelansätze. Herausgearbeitet wurden sechs räumlich-thematische Wandelansätze:

Öffentlicher Verkehr als Taktgeber

Impulse der Quartiere

Straßen und Plätze als Stadt- und Lebensräume

Landschaften und Stadtklima

Produktives Lörrach

Kultur und StadtmacherInnen

Diese verknüpfen die speziellen Bedingungen und Anforderungen Lörrachs mit sich heute bereits abzeichnenden Veränderungsprozessen und relevanten Zukunftstrends und strukturieren diese entlang strategischer Räume im Stadtgebiet. Die Wandelansätze zeigen, wie und wo angesetzt werden soll, um Wandel zu begleiten, zu fördern oder gar anzustoßen. Zudem haben sie verschiedene räumliche Schwerpunkte und zeigen zugleich Überlagerungen. Die Bedeutung der einzelnen Ansätze begründet sich durch drei Eigenschaften: Sie werden wichtig in der Zukunft sein, sie orientieren sich an Gestaltungsmöglichkeiten und schaffen Handlungsfähigkeit sowie Lörrach übernimmt damit Verantwortung, wichtige Schritte in der Stadtentwicklung zu gehen.

„Mit dem Begriff der Wandelansätze benennen wir konkret Themen und Schwerpunkte, die im Rahmen der zukünftigen Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung sein werden und Beachtung finden werden,“ erläutert Bürgermeister Monika Neuhöfer-Avdić.

Damit diese Wandelansätze bei zukünftigen Planungsprozessen zielgerichtet Anwendung finden können, sind den jeweiligen Ansätzen Kriterien, Werkzeuge/Werkzeugkasten, zugeordnet. Die Werkzeuge weisen eine gewisse Nähe zu Maßnahmen auf und erlauben zugleich ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten. Die Werkzeuge können in unterschiedlichen Kombinationen eingesetzt werden. Die Darstellung in einem Werkzeugkasten dient als Überblick über die sechs Wandelansätze und unterstützt eine übertragbare Anwendung auf den räumlich-thematischen Ebenen. Dieses Set wurde für das ISEK Lörrach maßgeschneidert erarbeitet und wird als wichtige Grundlage in der Diskussion und Entwicklung von konkreten Projekten angewendet. So wurden beispielsweise dem Wandelansatz „Landschaft und Stadtklima“ die Werkzeuge Zugang zu Naherholung, Klimaanpassung im öffentlichen Raum, multifunktionale Freiräume, überregionale Grünvernetzung, Identifikation und Soziale Räume, Biodiversität und ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen zugeordnet, Kriterien die zukünftig einen klaren Rahmen für den Dialog und die Entscheidungsvorbereitung in Planungsprozessen markieren.

Die Schlüsselprojekte zeigen, wie Wandelansätze und Werkzeuge an ausgewählten Standorten zusammenspielen. Sie liegen in räumlichen und thematischen Schnittstellen der Wandelansätze. Ihre Auswahl erfolgte im engen Austausch mit den Fachstellen in der Verwaltung und des Expert:innenbeirats. Die Bezugsräume der jeweiligen Projekte umfassen unterschiedliche Gebietsgrößen. Dabei wurden von gesamtstädtischen Themen bis zu arealbezogenen Projekten unterschiedliche Maßstäbe eingeschlossen. Die acht ausgewählten Schlüsselprojekte sind die Innenstadt als Herz der Stadt, die Ortsteilzentren, die Mobilitätsdrehscheiben, Wasser in der Stadt, das Lauffenmühle-Areal, das Kreiskrankenhaus-Areal, das KBC-Areal und die Umgestaltung der Basler Straße. Bei allen Schlüsselprojekten besteht Handlungsbedarf- und fähigkeit in unterschiedlicher Ausprägung.

Susanne Baldus-Spingler

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Susanne Baldus-Spingler   Leitung Stabsstelle Medien und Kommunikation, Ansprechpartnerin für Medienanfragen
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