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Bürgerdialog zum Vorentwurf Bebauungsplan „Nördlich Engelplatz“


Angesichts der bisherigen kontroversen Positionen zum Vorentwurf des Bebauungsplans „Nördlich Engelplatz“, die im Verlauf der frühzeitigen Beteiligung und in den anschließenden politischen Diskussionen geäußert wurden, hat die Stadtverwaltung in der Werkstattrunde des Gestaltungsbeirats mit den Fraktionen im Gemeinderat entschieden, die Anwohnerschaft sowie Gewerbetreibende im Umfeld des Engelplatzes zu einem Bürgerdialog einzuladen, um im Gespräch die unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen auszutauschen und die Ergebnisse der fachlichen Werkstattrunde zu diskutieren.

Antje Schnacke-Fürst, Projektleiterin (Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung) und Martin Bächle vom Architekturbüro bächlemeid stellten den Vorentwurf des Bebauungsplans sowie die aktuelle Hochbauplanung vor und erläuterten mit Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić und Gerd Haasis (Fachbereichsleitung Stadtentwicklung und Stadtplanung) die stadtplanerischen Ziele dieses Projektes.

Für die Stadt ist der überplante Bereich „Nördlich Engelplatz“ eine strategisch wichtige innerstädtische Entwicklungsfläche mit einer Größe von rund 1,8 Hektar, die im Rahmen der Wohnraumoffensive nachverdichtet werden soll. Der angrenzende Engelplatz ist der einzige, östlich der Bahnlinie gelegene Platzraum, der eine Vielfalt an Nutzungen und öffentlichen Leben zulässt und auch eine bauliche Verdichtung verträgt. Die Stadt trägt mit dem Vorentwurf des Bebauungsplans „Nördlich Engelplatz“ auch der Empfehlung des Märkte- und Zentrenkonzepts Rechnung, dieses Areal als Nahversorgungsbereich und Stadteingang zu entwickeln. Die funktionale und bauliche Betonung des Engelplatzes folgt dabei dem wichtigen Ziel der Stadtentwicklung, die beiden Seiten der Innenstadt, die durch die Bahn getrennt sind, stärker miteinander zu verknüpfen. Im Zuge dessen soll unter anderem ein 14-geschossiges Wohnhochhaus entstehen, das sowohl einen baulichen innerstädtischen Akzent setzt, als auch das Eingangstor „Ost“ zur Innenstadt definiert. Durch das unter dem Wohnhochhaus neu entstehende Angebot an öffentlichen Stellplätzen, können oberirdische Stellplätze am Engelplatz entfallen und der Platz neugestaltet werden.

Sowohl Anwohner wie auch Gewerbetreibende im Umfeld des Engelplatzes hatten am Dialogabend die Möglichkeit, ihre Bedenken und Anregungen zum Vorentwurf des Bebauungsplans „Nördlich Engelplatz“ in einem von einem externen Büro moderierten Dialog zu äußern. Zugegen waren ebenso Vertreter der Gemeinderatsfraktionen.

Die Hauptkritik am Vorentwurf des Bebauungsplans „Nördlich Engelplatz“ gilt dem geplanten Wohnhochhaus. Hier wird befürchtet, dass der Schattenwurf negative Auswirkungen auf die Quartierumgebung hat, die kleinteilige historische Substanz eingeengt wird und somit nicht mehr zur Geltung kommt. Des Weiteren wird angenommen, dass preiswerter Wohnraum verloren gehen könnte und das geplante Hochhaus sich nicht in das Stadtbild einfügt sowie die für das Stadtklima wichtige Durchlüftung nicht mehr gewährleistet sein wird.

Der Dialogabend gab den Anwohnern außerdem die Gelegenheit, ihre Wünsche und Kritik zu benennen und Ideen für die Aufwertung des Engelplatzes zu skizzieren.

Moderiert durch das Büro suedlicht, spezialisiert auf Planungsprozesse und Öffentlichkeitsbeteiligung, konnten die Bürger und Gewerbetreibenden ihre Ideen zur Gestaltung des Engelplatzes und den Verbindungswegen benennen.

„Der Dialogabend zeigt einmal mehr, wie wichtig und wertvoll die Kommunikation in der Stadtentwicklung und Stadtplanung ist. Die unmittelbaren Anwohner haben konkrete Berührungspunkte und Erfahrungen, die es in solchen Planungsprozessen zu berücksichtigen gilt“, bilanziert Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.

Nach der Sommerpause wird das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt, in welches alle Argumente einfließen und abgewogen werden. Endes des Jahres ist die Offenlage im Verfahren vorgesehen, in der es eine weitere Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger geben wird, sich zu beteiligen.

Susanne Baldus-Spingler

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Susanne Baldus-Spingler   Fachbereichsleiterin Medien und Kommunikation, Ansprechpartnerin für Medienanfragen
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