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Ein Stapel Zeitungen und ein Tablet

Mobilität ist vielfältig – Verkehrswende gestalten, Schwerpunkte setzen, alle Mobilitätsarten im Blick behalten


„Wir alle spüren, dass alleine der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf das Elektroauto nicht die Lösung der Verkehrs- und Klimaprobleme ist. Deshalb müssen wir die Verkehrswende gestalten und sowohl das Fahrrad als auch den ÖV stärker fördern. Wir wissen aber auch, dass gerade in Lörrach an der Schnittstelle zum ländlicher geprägten Raum noch viele Menschen auf ihr Auto angewiesen sind. Deshalb haben wir alle Bürgerinnen und Bürger mit ihren sehr unterschiedlichen und auch wechselnden Mobilitätsbedürfnissen im Blick und investieren in eine attraktive Infrastruktur,“ erklärt Oberbürgermeister Jörg Lutz. „Den Spagat zwischen der Mobilität der Zukunft und den heutigen Bedürfnissen zu gestalten, ist eine große Herausforderung.“

Die Stadt Lörrach bearbeitet aktuell verschiedene Projekte und Maßnahmen im Bereich der Mobilität unter Beachtung der jeweiligen Anforderungen.

Offen, freundlich und sicher für Fußgänger

- der Bahnhofsplatz nimmt Gestalt an

Dem Motto „Wir machen Platz“ folgend wird der Bahnhofsplatz als zentraler Ort des Ankommens und Verweilens im Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen im Zuge der Errichtung des neuen Wohn- und Geschäftshaus „LÖ“. Sitzmöglichkeiten mit Holzbänken laden zum Verweilen ein, die in die Jahre gekommenen Betonelemente und Vitrinen rund um die Tiefgaragenzugänge wurden entfernt und die Dächer instandgesetzt. Mobilitätseingeschränkte Menschen wird der Zugang zum Platz wie auch zum Bahnhof deutlich erleichtert. Hierzu wird eine drei Meter breite und 15 Meter lange Rampe im Bereich des zentralen Zugangs mit rutschfesten Belag und Handlauf geschaffen. Die Stadt investiert 34.000 Euro, außerdem fließen Mittel aus dem Förderprogramm Nördliche Innenstadt, auch beteiligt sich der Bauherr des „LÖ“. Darüber hinaus erfolgt im April der Niveauausgleich zwischen dem Rathaus- und Bahnhofsplatz, um eine barrierefreie Verbindung beider Plätze zu ermöglichen. Die Kosten für diese Maßnahme trägt ebenfalls der Bauherr des „LÖ“.

Der fußgängerfreundliche Stadteingang entsteht

Die Verbindung von Bahnhofsplatz und Innenstadt wird mit der Verlängerung der Fußgängerzone „Turmstraße“ zwischen Grabenstraße und Bahnhofsplatz geschaffen. Die Straßenoberfläche der nördlichen Turmstraße wird hierzu neugestaltet und die Bushaltestelle um wenige Meter an den Hebelpark verlegt. Um den öffentlichen Raum an diesem Bereich attraktiver und als Einheit abzurunden, sieht die derzeitige Planung vor, die Fußgängerzone in die Palmstraße zu erweitern. Auf etwa 50 Metern in die Palmstraße hinein, sollen unterschiedliche Elemente die Terrassenflächen und Ruhebänke zum Verweilen einladen. Die Palmstraße zwischen Senigalliaplatz und dem „LÖ“ wird ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich, der die Zufahrt bis zum „LÖ“ ermöglicht und Kurzzeitparkplätze aufweist. Die in der Palmstraße teilweise wegfallenden Parkplätze sind zukünftig im neuen Tiefgaragenverbund unterhalb des Bahnhofsplatzes zu finden.

Die Investitionen für die Umsetzung der vorliegenden Planung belaufen sich nach aktueller Grobkostenschätzung auf 2,75 Millionen Euro. Für die Umsetzung sind im Rahmen des Sanierungsprojektes Nördliche Innenstadt Fördermittel des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 860.000 Euro zu erwarten, auch der Bauherr des „LÖ“ wird sich im Rahmen des städtebaulichen Vertrags an der Neugestaltung finanziell beteiligen.

Fahrradstraße in Lörrachs Mitte

Mit der Ausweisung der Spital- und Weinbrennerstraße als Fahrradstraße trägt die Stadt Lörrach dem erklärten Ziel Rechnung den Fahrradverkehr bis 2030 zu verdoppeln, leistet einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und liegt zudem im Bundestrend. Das neue Sonderprogramm "Stadt und Land" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur stellt den Kommunen Fördermittel zur Weiterentwicklung des Radverkehrs zur Verfügung. Dank des Programms erwartet die Stadt für die Sanierung der Spital- und Weinbrennerstraße eine Förderquote von 80 Prozent. Damit verbleiben für die 1,2 Kilometer Fahrradstraße 85.000 Euro bei der Stadt Lörrach, 340.000 Euro werden von Bund und Land finanziert (Gesamtkosten etwas 425.000 Euro). Die Fahrradstraße bleibt weiter für alle Mobilitätsarten offen, Vorrang hat das Fahrrad als emissionsfreie Mobilitätsform.

Stärkung des ÖPNV Schritt für Schritt

Das Ticket4Lö ist eine Erfolgsgeschichte. Im ersten Jahr (1. August 2019 bis 31. Juli 2020) wurden insgesamt 63.300 Tickets verkauft, das entspricht 253.000 Einzelfahrten. Im Zeitraum vom 1. August 2019 bis 29. Februar 2020 (Vor-Corona) stieg der Anteil des Gelegenheitsverkehrs am Gesamtverkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent. Diese Zunahme ist auch auf das Ticket4LÖ zurückzuführen.

Mit Einführung des Tickets4Lö wurde mit dem RVL vereinbart, dass die Stadt die Differenz zum bestehenden 4-Fahrten-Ticket ausgleichen, sowie einem Abmangelausgleich an den RVL leisten muss. Zu diesem Zweck prognostizierte die Stadt Lörrach Kosten in Höhe von 370.000 Euro pro Jahr. Tatsächlich sind im ersten Jahr seit Einführung des Tickets Kosten in Höhe von rund 267.000 Euro entstanden. Das Ticket4Lö ist ein erfolgreiches Pilotprojekt mit überregionaler Strahlkraft im Rahmen der Verkehrswende und ist Vorbild für weitere Kommunen. Überzeugt durch den großen Erfolg des Ticket4Lö planen weitere Städte in Baden-Württemberg die Einführung eines solchen Tickets. Zur weiteren Steigerung der Attraktivität will der RVL das Ticket4Lö zeitnah in die digitale Fahrschein-App FAIRTIQ einbinden und damit den Zugang zur Nutzung des Ticket4Lö noch einmal deutlich vereinfachen.

Maßnahmen im Stadtbusverkehr 2021

Mit dem Ziel einer optimierten und kundenfreundlichen Linienführung werden aktuell die Buslinien 7 und 9 im Rahmen der Stadtbusuntersuchung durch Fachbüros überprüft. Im Mai werden die Ergebnisse der Studie dem Gemeinderat vorgestellt, mögliche Anpassungen können zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 umgesetzt werden. Auf den Bus warten und gut informiert sein, so lässt sich die Umstellung der Haltestellen auf dynamische Fahrgastinformationssysteme beschreiben. Der Landkreis Lörrach fördert diese nutzerfreundlichen Systeme und hat aktuell die Förderhöhe festgelegt. Die Stadt Lörrach will für ihren Stadtbusverkehr von diesem Förderprogramm profitieren und bereitet die notwendigen Schritte vor und rechnet nach Eingang des Förderbescheids bereits bis Ende 2021 mit der Ausstattung ausgewählter Haltestellen.

Zentral, attraktiv und viel Raum unter der Oberfläche

– der neue Tiefgaragenverbund in Lörrachs Mitte

Der städtebauliche Vertrag des Wohn- und Geschäftshauses „Lö“ sieht den Zusammenschluss der Rathaustiefgarage, der Bahnhofstiefgarage und der neuen Tiefgarage des „Lö“ zu einem neuen gemeinsamen Tiefgaragenverbund vor. Mit insgesamt circa 690 Parkplätzen, Einrichtungen für die E-Mobilität, sicheren und freundlichen Zugängen für Nutzerinnen und Nutzer entsteht attraktiver Parkraum an zentraler Stelle. Die Ein-und Ausfahrten erfolgen über die Bahnhofs- und Luisenstraße. Damit der Verkehr in der Luisenstraße reibungslos erfolgen kann, soll diese an der Einmündung zur Bahnhofstraße mit einer zusätzlichen Linksabbiegespur ertüchtigt werden. Die Planungs- und Baukosten in Höhe von etwa 180.000 Euro trägt der Bauherr des „Lö“.

Bestandteil des neuen Verbundes ist Rathaustiefgarage, die seit dem 1. März wieder geöffnet ist. Auf zwei Etagen sind 172 Parkplätze entstanden, die durch eine übersichtliche Verkehrsführung, eine neue farbliche Gestaltung und Beleuchtung an Nutzerfreundlichkeit deutlich gewonnen haben. Für den Bereich E-Mobilität wurden neben den zwölf E-Ladesäulen weitere 16 öffentliche E-Ladepunkte elektrisch vorbereitet. Die Kosten für die Sanierung der 45 Jahre alten Rathaustiefgarage belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro.

Susanne Baldus-Spingler

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Susanne Baldus-Spingler   Fachbereichsleiterin Medien und Kommunikation, Ansprechpartnerin für Medienanfragen
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