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Ein Stapel Zeitungen und ein Tablet

Zielbilder für die Stadt Lörrach


Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie änderten sich die Rahmenbedingungen für den Gesamtprozess jedoch erheblich, sodass dieser in seiner ursprünglichen Form nicht durchgeführt werden konnte. Kurz vor der geplanten Gemeinderatsklausur im März 2020, in der die Einbindung der Politik in den Zielbildprozess erfolgen sollte, musste der Gesamtprozess gestoppt werden.

Um eine zeitliche Verzögerung des ISEK-Prozesses zu verhindern und die ursprünglich geplanten Beteiligungsformate an die aktuelle Situation anzupassen, wurde eine neue Prozessstruktur entwickelt. Unter dem Motto „Zusammen zum Ziel“ wurden ISEK und Zielbild 2025 enger miteinander verknüpft und das zweistufige Verfahren aufgebrochen. Den Auftakt bildete ab Ende Juli der Dialogsommer, um ein „Ohr an Lörrach“ zu legen. Er diente als erste Beteiligungsphase des ISEK-Prozesses sowie als Zwischenabfrage für das Zielbild Lörrach 2025. Im Fokus des Dialogs mit Bürgerschaft und Zivilgesellschaft standen zwei Fragen: was die Menschen an Lörrach schätzen – und was sie weiterentwickeln möchten.

Möglichkeiten, sich am Dialogsommer zu beteiligen, gab es sowohl online als auch persönlich an unterschiedlichen Terminen in den Lörracher Stadt- und Ortsteilen. Über die neue Beteiligungswebsite „zusammen.loerrach.de“ konnte die Bürgerschaft an der Umfrage „Mein Lörrach heute und morgen“ teilnehmen und 12 Fragen dazu beantworten, was die Stadt Lörrach heute ausmache und in welche Richtung sie sich in den nächsten Jahren entwickeln solle. Im Rahmen der Fotorallye „Mein Lörrach“ konnten Interessierte außerdem Orte auf einer Karte markieren, die sie besonders schätzen oder an denen sie Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotenziale sehen.

Neben der festen Anlaufstelle im Blumenpavillon am Hauptbahnhof gab es zwischen August und September zudem einen mobilen Info- und Mitmachstand an wechselnden Standorten in der Stadt. An diesen Terminen hatten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, ihre Einschätzungen und Themen für die Stadt Lörrach zu äußern und Ideen analog zu Umfrage und Fotorallye auf der Website einzubringen. Der persönliche Austausch war darüber hinaus auf insgesamt neun Stadtspaziergängen mit Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić möglich. Die Rundgänge führten durch die Nordstadt, durch Stetten, entlang der Wiese und durch die Innenstadt sowie durch Brombach, Haagen, Hauingen und über den Salzert.

Mit den Montagabendgesprächen wurden zum Ausklang des Dialogsommers ab Mitte September schließlich nochmals wichtige stadtgesellschaftliche Themen wie Baukultur, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit/Holzbau in einer Expertenrunde betrachtet und mit der interessierten Bürgerschaft diskutiert. Durch Videodokumentationen und die Veröffentlichung auf der Beteiligungsplattform waren die Veranstaltungen trotz coronabedingter Einschränkungen auch der breiten Bevölkerung zugänglich.

Ergebnisse Dialogsommer

Im Laufe der Beteiligung kristallisierten sich unterschiedliche Themen und Anliegen heraus, die als Orientierungshilfe für die Ausrichtung der Zielbilder dienen.

Die Umfrage „Mein Lörrach heute und morgen“ legte den Blick auf vier Foci: Lörrach heute, Lörrach in der Zukunft, Lörrach in der Region sowie Themen für Lörrach. In der Online-Umfrage wurden diese nochmals in 12 Detailfragen differenziert, analog konnten die Bürgerinnen und Bürger Umfrage-Postkarten zu den vier verschiedenen Foci ausfüllen. Bis Ende des Umfragezeitraums nahmen insgesamt 59 Personen an der Online-Umfrage teil, analog wurden an den Info- und Mitmachständen sowie im Blumenpavillon 76 Umfrage-Postkarten ausgefüllt.

Im Rahmen der Fotorallye „Mein Lörrach“ konnte die Bürgerschaft sowohl Lieblingsorte („Welche Orte schätzen Sie in Lörrach besonders?“) als auch Entwicklungsorte („Welche Orte sollten verbessert und weiterentwickelt werden?“) markieren. Die Teilnahme war entweder online auf der Beteiligungsplattform oder analog an den Info- und Mitmachständen sowie im Blumenpavillon möglich. Die analog eingegangenen Rückmeldungen wurden im Nachgang ebenfalls auf die Online-Plattform übertragen, auf der sich bis Ende Oktober insgesamt 346 markierte Orte befanden.

Während der verschiedenen Beteiligungsformate im Dialogsommer zeigte sich, dass für die Bürgerschaft das Thema Wohnen und soziale Infrastruktur besonders wichtig ist, gefolgt von Mobilität und Verkehr sowie der Qualität der Stadt- und Freiräume. Das Thema Arbeiten und Wirtschaft stand nicht im Vordergrund.

Insgesamt ergab sich dabei ein positives Bild auf die Ausgangslage, von der Lörrach aus in die Zukunft startet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drückten einerseits eine hohe Zufriedenheit mit ihrem Wohnumfeld, dem urbanen Angebot sowie der landschaftlichen Einbettung aus – andererseits aber auch deutliche Anliegen. Als wichtige Zukunftsthemen können somit die friedliche Koexistenz von Auto-, Rad- und Fußverkehr, eine starke ÖPNV-Anbindung in Stadt und Region, eine hohe Aufenthaltsqualität und ein verbessertes Mikroklima der Stadträume, der Zugang zum Wasser und ein bezahlbares sowie differenziertes Wohnungsangebot abgeleitet werden. Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Dialogsommers gibt es unter: www.zusammen.loerrach.de


Wie geht es weiter?

Die Verschärfung der Coronasituation im Herbst 2020 beeinflusste erneut den weiteren Ablauf im Entstehungsprozess von ISEK und Zielbild 2025. Die für November geplanten Beratungen im Rahmen der Gemeinderatsklausur, in denen die inhaltliche Arbeit an der Entwurfsfassung des Zielbildes 2025 fortgesetzt sowie Grundlagen und Startposition für das ISEK geklärt werden sollten, mussten verschoben werden.

Nichtsdestotrotz steht nach der erfolgreichen Durchführung des Dialogsommers als Auftakt in den ISEK-Prozess nun die Phase der Bestimmung der Starposition durch die Einbindung von Planerinnen und Planern an. Darauf aufbauend beginnt der Einstig in die fachliche Arbeit am ISEK. Im Laufe des Prozesses wird immer wieder eine Rückkopplung mit dem Gemeinderat erfolgen. Ziel ist es, einen Entwurf des ISEKs Ende 2021 vorlegen zu können.

Für das Zielbild Lörrach 2025 bedeutet die Verschärfung der aktuellen Coronasituation ein erneutes Pausieren. Die Grundlagen wurden innerhalb der Verwaltung gelegt. Im Rahmen einer Verwaltungswerkstatt konnten die zentralen Handlungsfelder benannt und mit Aufgabenfeldern benannt werden. Nach den Erfahrungen der Corona-Krise wurde diese im Herbst in Vorbereitung der Gemeinderatsklausur nochmals verdichtet und konzentriert und dem Gemeinderat als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Die Verkürzung der Gemeinderatsklausur ermöglichte keine weiterführende Betrachtung und Abstimmung mit den politischen Entscheidungsträgern. Entsprechend des Auftrags des Gemeinderats für das Zielbild Lörrach 2025, die Inhalte des Zielbildes zunächst zwischen Verwaltung und Politik abzustimmen und anschließend in die Konsultation mit der Bürgerschaft einzutreten, erfuhr der Prozess eine erneute Verzögerung. In welcher Form das Zielbild Lörrach 2025 weitergeführt wird, entscheiden Verwaltung und Politik im ersten Halbjahr 2021.

Susanne Baldus-Spingler

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Susanne Baldus-Spingler   Fachbereichsleiterin Medien und Kommunikation, Ansprechpartnerin für Medienanfragen
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