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Wald und Forst – Holzfällungen und Einfluss der Klimaveränderungen


Gerade die Trockenheit führt dazu, dass viele Baumarten absterben und gefällt werden mussten. Gleichzeitig handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff. Bäume nehmen außerdem CO2 auf und tragen dazu viel zum Klimaschutz bei.

Aus verschiedenen Gründen wurde in diesem Jahr Holz gefällt. Die Menge an eingeschlagenem Holz im Stadtwald Lörrach beträgt im Forstwirtschaftsjahr 2020 in beiden Revieren 7.674 Festmeter. Der Festmeter ist ein Raummaß für Rundholz und entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse. Davon waren 64 Prozent zufällige Nutzungen, das entspricht 4.911 Festmeter. Das heißt zwei Drittel des Holzes musste außerplanmäßig gefällt werden. Dies ist vor allem bedingt durch die Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre, was dazu geführt hat, dass Borkenkäfer, darunter insbesondere Buchdrucker, erneut viele Fichten zum Absterben gebracht haben.  Ein nennenswerter Anteil ist auch auf das Eschentriebsterben zurückzuführen, welches bedingt durch Pilzbefall die Eschen zum Absterben bringt.

Ansonsten sind mittlerweile alle Baumarten durch die Klimaveränderung stark in Mitleidenschaft gezogen. Lärchen werden dürr, Kiefern, Robinien vertrocknen, Buchen sterben von oben her ab, wodurch die Kronen dürr werden. Wie es weitergeht, hängt im Wesentlichen von der Niederschlagsentwicklung im kommenden Winter ab sowie von der Temperaturentwicklung in den nächsten Jahren. Es ist immer noch deutlich zu wenig Wasser im Boden vorhanden. Für das Überleben der Bäume wäre viel Regen vonnöten. Das zur Verfügung stehende Wasser ist immer der begrenzende Faktor für das Pflanzenwachstum.

Bei Hitze- und Trockenstress verändern sich offensichtlich die Zellstrukturen der Bäume. Das führt in der Folge dazu, dass Äste abbrechen können, Wurzeln absterben und Bäume insgesamt instabil werden. Dieses Jahr konnte die Waldwirtschaft öfter beobachten, dass an alten Eichen große Äste abgebrochen sind. Diese Probleme nehmen rasant zu und führen dazu, dass die Verkehrssicherungspflicht, die der Waldbesitzer hat, immer schwieriger wird, da den Bäumen von außen oft nichts anzusehen ist.

Diese Umstände verursachen natürlich auch enorme wirtschaftliche Schäden für die Waldbesitzer. Die Holzpreise sind für viele Baumarten schlecht. Erkennbar ist das am Überangebot von Fichtenholz. Hier ist der Preis von ursprünglich 95 Euro pro Festmeter auf 35 Euro pro Festmeter gesunken.

Der Wald ist im Zuge des Klimawandels nicht nur Leittragender, sondern gleichzeitig auch Hoffnungsträger im Kampf gegen die CO2-Emissionen. Schließlich nimmt jeder Baum bei seinem Wachstum CO2 auf und lagert es in Form von Kohlenstoff im Holz ein. Dadurch wirkt der Wald als CO2-Senke. Durch eine sinnvolle Holzverwendung werden zudem im hohen Maße Rohstoffe ersetzt, die nur sehr energieintensiv produziert werden können, wie zum Beispiel Beton beim Hausbau. Auch dadurch wird im hohen Maße CO2 eingespart. Der Stadtwald Lörrach erbringt eine Klimaschutzleistung von fast 9.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Stadt Lörrach hat durch eine Steigerung der Holzbauquote die Möglichkeit, hier etwas für den Klimaschutz zu tun und gleichzeitig den vor Ort nachwachsenden Rohstoff Holz verstärkt einzusetzen. Holzverwendung ist damit angewandter Umwelt- und Klimaschutz.

Susanne Baldus-Spingler

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