Volltextsuche auf: https://www.loerrach.de
Volltextsuche auf: https://www.loerrach.de
Ein Stapel Zeitungen und ein Tablet

Blick ins Rathaus in Zeiten von Corona


Die InSeL bei Blick ins Rathaus in Zeiten von Corona

Einerseits muss sich die Stadt als Arbeitgeber selbst an die Corona-Verordnungen des Landes halten, was eine Umstellung aller Mitarbeitenden bedeutete. Andererseits ist sie als untere Verwaltungsbehörde in einigen Bereichen für die Kontrolle der Einhaltung der Corona-Regeln verantwortlich.
 
Der Fachbereich Bürgerdienste, das Welcome-Center, der Gemeindevollzugsdienst als Teil des Fachbereichs Straßen/Verkehr/Sicherheit und der Werkhof waren besonders betroffen von den Einschränkungen, die Corona mit sich brachte. Kennzeichnend für den Fachbereich Bürgerdienste ist die Bürgernähe. Dieser bietet verschiedene Serviceleistungen für die Bürgerschaft, stellt wichtige Papiere wie beispielsweise Personalausweis, Wohnberechtigung oder Gewerbescheine aus. Des Weiteren kümmert sich der Fachbereich um die Integration von Geflüchteten. All diese Leistungen sind gebunden an persönlichen Kontakt, der in Zeiten von Corona nur eingeschränkt möglich ist, weshalb sich die Arbeit erheblich verändert hat. Auch Bürgerinnen und Bürger mussten sich umstellen.
 
In Zeiten vor Corona war eine Vorsprache ohne Termin zu den Öffnungszeiten möglich, jedoch oft mit Wartezeiten verbunden. Aufgrund von Corona ist derzeit eine Vorsprache nur nach vorheriger Terminvereinbarung umsetzbar. Dies soll die Aufenthalts- und Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger deutlich reduzieren und damit auch größere Personengruppen in Wartebereichen verhindern. Im Vorfeld kann ein Termin – online oder telefonisch – zur Vorsprache vereinbart werden. Dies ist derzeit für die Bereiche InSeL, die Ortsverwaltungen im Bereich des Melde- und Passwesens, das Standesamt, die Wohngeldstelle als auch für die Ausländerbehörde möglich. Für die Rentenstelle und den Bereich der Obdachlosen- und Anschlussunterbringung werden Termine telefonisch vereinbart. Nur bei Bedarf und in Einzelfällen werden persönliche Vorsprachen bei der Waffenbehörde und des Gewerbe- und Gaststättenamtes vereinbart. Diese stehen aber telefonisch und per E-Mail weiterhin zur Verfügung. Gleiches gilt für die übrigen Dienstleistungen der Ortsverwaltungen, zum Beispiel Bürgeranliegen wie einer Hallenvermietung.
 
Das Welcome-Center musste die Betreuung im Rathaus und in den Außenstellen, im Bächlinweg und Neumatt-Brunnwasser, aufgrund Corona zu Beginn einstellen. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden über die aktuelle Situation, Rechtslage und Handlungsempfehlungen durch die Integrationsmanager fortlaufend informiert. Für Kinder und Jugendliche wurde eine Schuhkartonaktion organisiert, bei der die Kinder kleine Lektüren und Spielsachen während des Lockdowns erhielten. Bereits Ende Mai konnte der Regelbetrieb vor Ort wiederaufgenommen werden. Die Menschen in dezentraler Unterbringung wurden seit Auftreten der pandemischen Lage bisher vorwiegend telefonisch betreut und im Alltag begleitet. Trotz guter Resonanz wird auch dieser Bereich aufgrund komplexer Problemlagen der betroffenen Bürgerschaft ab September wieder für persönliche Vorsprachen geöffnet.
 
Das Standesamt im Schlössle Brombach ist ebenfalls auf Terminbasis wieder geöffnet. Durch Corona mussten die Maßgaben der standesamtlichen Trauungen geändert werden, dies hat zu einer begrenzten Anzahl von Gästen geführt und wirkt sich somit auch unmittelbar auf die Brautpaare aus. Die Anzahl der Gäste bei den Trauungen richtet sich nach der Größe des Trauraumes. Derzeit stehen drei Räumlichkeiten zur Verfügung. Im Brombacher Schlössle werden Trauungen im Turmzimmer angeboten, in dem nur das Brautpaar und ein Fotograf, aber keine Gäste zugegen sein dürfen. Im größeren Trausaal können bei der Trauung das Brautpaar, der Fotograf und zusätzlich 12 Gäste anwesend sein. Als weiterer Trauort steht das Röttler Schloss zur Verfügung, hier darf sich das Brautpaar mit Fotograf und sechs Gästen trauen lassen. Die Einschränkungen haben nicht dazu beigetragen, dass sich weniger Brautpaare trauen lassen.
Das Standesamt bietet ebenfalls eine Online-Urkundenbestellung zur Anforderung von Urkunden aus dem Geburts-, Ehe-, Lebenspartnerschafts- oder Sterberegister an. Dieses Verfahren hat sich gut etabliert und bietet einen geringen Aufwand für Bürgerinnen und Bürger, da eine persönliche Vorsprache nicht mehr erforderlich ist und auch die Antragsbearbeitung zügiger erfolgen kann.
 
Das Team Soziales kümmert sich neben der Anschluss- und Obdachlosenunterbringung ebenfalls um den Infektionsschutz, aktuell selbstverständlich vordergründig im Bereich Corona.
Dies umfasst die Beratung von Vereinen und Gewerbetreibenden bei verschiedenen Anfragen zu den aktuell geltenden Verordnungen zum Beispiel bezüglich der Maskenpflicht, Veranstaltungsumfang oder Hygienekonzept. Aufgrund der Sommerferien kommen derzeit viele Anfragen bezüglich Reisen, Risikogebiete, Corona-Tests und Quarantänepflicht an. Auch im Bereich der Obdachlosenunterbringung wurde Wohnraum für Quarantänefalle organisiert um bei möglichen Infektionen eine Unterbringung für die Betroffenen als auch den Schutz anderer zu gewährleisten.
 
Auf den Fachbereich Straßen/Verkehr/Sicherheit wirkte sich die Corona-Pandemie erheblich aus: Der Gemeindevollzugsdienst (GVD) hat überwiegend Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Verordnung durchgeführt. Der GVD kontrollierte die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt und die Einhaltung der Hygienevorschriften in Geschäften. Außerdem führten die Mitarbeitenden Einlasskontrollen im Rathaus durch. Dabei zeigte nicht jeder Bürger oder jede Bürgerin Verständnis für die Kontrollen. Gerade nach den ersten Lockerungen stellte der Fachbereich fest, dass die Akzeptanz für die Einschränkungen sinkt. Es zeigte sich zunehmendes Unverständnis für die Vorgaben des Landesgesetzgebers, was sich in Widerstand, hoher Diskussionsbereitschaft und vermehrter Demonstrationen ausdrückte.
Aktuell kontrolliert der GVD wieder vermehrt die Gaststätten. Die Stadt reagiert damit auf die Rückmeldung von besorgten Bürgerinnen und Bürgern. Es häuften sich Meldungen, dass die Hygienevorschriften dort nicht eingehalten werden.
 
Auch innerhalb des Rathauses gab es einige Corona-Maßnahmen umzusetzen, organisatorisch sowie aus Gründen der Arbeitssicherheit. Zu den organisatorischen Maßnahmen gehörte die Gründung einer Arbeitsgruppe Corona mit wöchentlichen, in Hochphasen täglichen, Lagebesprechungen, die Bestimmung von "Schlüsselfunktionen" für den Fall einer Ausgangssperre beziehungsweise eines Infektionsfalls und die Einführung von Schichtarbeiten in Schlüsselfunktionsbereichen. Außerdem wurden das Rathaus, Außenstellen sowie kulturelle Einrichtungen und Schulen beziehungsweise Kitas im Zuge der Corona-Verordnung geschlossen. Im Eingangsbereich erfolgt unterstützend der Einsatz des Gemeindevollzugsdienstes beziehungsweise seit Anfang August der Einsatz eines Sicherheitsdienstes. Da aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht immer der notwendige Mindestabstand eingehalten werden kann, gilt im Eingangsbereich des Rathauses das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) für Besucher wie Mitarbeitende.
Für Besprechungsräume wurden Personenobergrenzen bestimmt, um die allgemeine Abstandsregel einhalten zu können. Teilweise wird auf Hallen ausgewichen zum Beispiel für Gremiensitzungen. Vermehrt wurden Videokonferenzen für Besprechungen abgehalten. Die Benutzung der Aufzüge ist auch weiterhin auf zwei beziehungsweise vier Personen begrenzt und das Tragen einer MNB ist vorgeschrieben.
 
Es gab außerdem einige Maßnahmen im Rahmen der Arbeitssicherheit: Hinweisplakate zum Hygieneverhalten wurden ausgehängt und an die Außenstellen verteilt. Fortlaufend wurden alle Mitarbeitenden per E-Mail und über eine zusätzliche Intranet-Rubrik als stetige Informationsquelle informiert. Darüber hinaus wurde vermehrt gereinigt; Handschuhe, Desinfektionsmittel und je zwei MNB allen Mitarbeitenden bereitgestellt und Desinfektionsspender wurden in allen Etagen des Rathauses sowie Außenstellen aufgestellt. Zum Verhalten bei Symptomen, Verdachtsfall oder Infektionsfalls wurde ein Ablaufschema erstellt. Zeitweise mussten Büros einzeln belegt werden, wofür die Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung ausgeweitet wurden. Weiter wurde die vereinfachte Inanspruchnahme von Homeoffice, über die bestehende Dienstvereinbarung zur Telearbeit hinaus, ermöglicht. Hierzu hat die Stadtverwaltung mit dem Personalrat zwei Sonderdienstvereinbarungen zum Arbeiten im Homeoffice und zur Arbeitszeitgestaltung geschlossen. Außerdem wurden Freistellungsmöglichkeiten für Angehörige der Risikogruppe sowie Azubis und Studenten geschaffen. Besonders berücksichtigt hat das Rathaus Mitarbeitende mit zu betreuenden Kindern beziehungsweise pflegebedürftigen Angehörigen. In Bereichen mit zurückgehender Arbeit wurden verstärkt Überstunden und Alturlaub abgebaut. Die Doppelbelegung der Büros bei Einhaltung der Abstandsregelung und der Hygieneregeln wurde, nach allgemein erfolgten Lockerungen, wieder erlaubt und Trennschutzfolien zwischen den Arbeitsplätzen auf Wunsch angebracht. Die Mitarbeitenden hatten die Möglichkeit zu einer stetigen Inanspruchnahme der betriebsärztlichen Beratung.
 
Auch der Werkhof setzte Corona-Maßnahmen um: Bei der Grenzschließung am 16. März hat der Eigenbetrieb die Grenzübergänge auf Rad- und Fußgängerwegen geschlossen und abgesperrt. Damit Menschenansammlungen auch im Freien möglichst vermieden werden konnten, musste er 46 Spielplätze und den Lindenplatz schließen beziehungsweise absperren. Es musste regelmäßig kontrolliert werden, ob die Absperrungen noch vorhanden sind. 300 bis 350 Stunden hat der Werkhof zusätzlich an Arbeit für Corona-Maßnahmen aufgebracht. Teilweise wurde die Arbeit des Werkhofs seitens der Bürgerschaft nicht gut aufgenommen.
„Für die städtischen Mitarbeitenden war Corona ein Einschnitt und gleichzeitig eine große Herausforderung. Gerade weil die Stadt eine Doppelrolle in der Corona-Zeit erfüllte: Als Arbeitgeber musste sie für die Sicherheit der städtischen Mitarbeitenden sorgen und als untere Verwaltungsbehörde hatte sie die Aufgabe die Bürgerschaft über Corona zu informieren und die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren“, so Oberbürgermeister Jörg Lutz.
 
Bei Fragen zum Thema Corona können sich Bürgerinnen und Bürger an folgende E-Mail Adresse wenden: https://www.loerrach.de/coronavirus-aktuell
Susanne Baldus-Spingler

Ihre Ansprechpartnerin

Susanne Baldus-Spingler   Fachbereichsleiterin Medien und Kommunikation, Ansprechpartnerin für Medienanfragen
Telefon: 0 76 21 4 15-1 07  s.baldus-spingler@loerrach.de  Weitere Informationen
Nach oben