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Große Drüsenameise in Lörrach nachgewiesen – Stadt prüft Bekämpfungsmaßnahmen


Die Große Drüsenameise stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Das Bundesamt für Naturschutz stuft sie als potenziell invasiv ein und führt sie auf der nationalen Beobachtungsliste; das Umweltbundesamt verweist ebenfalls auf diese Bewertung. Für die Einstufung sind unter anderem das hohe Vermehrungspotenzial und der bislang expansive Ausbreitungsverlauf maßgeblich. Auch bei einer Einstufung als „nur“ potenziell invasiv machen ihre Ausbreitung und die damit verbundenen Schäden Gegenmaßnahmen erforderlich. Nach Angaben des Umweltbundesamtes besteht keine Gesundheitsgefahr für Menschen.

Die schwarzen Arbeiterinnen sind etwa zwei bis fünf Millimeter groß und innerhalb einer Kolonie unterschiedlich groß. Hinweise auf ein Vorkommen sind unter anderem breite, stark frequentierte Ameisenstraßen und auffällige Sand- oder Erdauswürfe an den Nesteingängen. Nester können sich zum Beispiel unter/zwischen Pflastersteinen, Gehwegen, Straßen, Gärten, unter Blumentöpfen, Terrassen, Verteilerkästen, Mauerritzen befinden.

Das Nest liegt laut fachlichen Angaben oft bis zu einem Meter tief liegen. In extremen Fällen auch darüber hinaus bis zu zwei Metern. Bei starkem Befall können die Tiere Pflasterflächen unterhöhlen, in Gebäude eindringen und technische Anlagen beeinträchtigen.

Die Art kann sogenannte Superkolonien mit sehr vielen Arbeiterinnen und Königinnen bilden, die sich über mehrere Grundstücke und größere Flächen erstrecken. Verschleppt werden die Ameisen vor allem mit Topf- und Gartenpflanzen oder Erdmaterial. Schwerpunktmäßig von etwa Februar/März bis Oktober sind sie sichtbar aktiv. Im Sommer bilden sie teils breite, mehrspurige und „wuselige“ Ameisenstraßen und sind dadurch besonders gut zu beobachten. In Kehl erfolgen Bekämpfungseinsätze während der Aktivitätszeit etwa von März bis Ende Oktober.

Für das weitere Vorgehen wertet die Stadt Lörrach die Erfahrungen aus Kehl und der Nachbargemeinde Rümmingen aus. Sie wird durch  Noah Hohenfeld als Berater unterstützt. Er studiert im Masterstudiengang Ökologie in Basel und erforscht die Effekte der Tapinoma Magnum auf die heimischen Gliederfüßer.

Nach derzeitigem Stand wird für die Bekämpfung überwiegend heißes Wasser etwa 95°C eingesetzt. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Temperatur, sondern auch dass die Wärme tief in das Nest gelangt. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welches Verfahren in Lörrach eingesetzt werden wird, ist noch offen.

Die Verwendung von zugelassenen Bioziden wird vom Kommunen  unterschiedlich gehandhabt. Dieser Einsatz hat andere negative Folgen auf die heimische Fauna und kann aus Sicherheitsgründen auch nicht überall eingesetzt werden.

Eine gesetzliche Meldepflicht besteht derzeit nicht. Bei einem Befall liegt die Zuständigkeit für private Grundstücke bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern; auf öffentlichen städtischen Flächen ist die Stadt zuständig. Meldungen aus der Bürgerschaft helfen der Stadt, mögliche Vorkommen zu erfassen und Maßnahmen über Grundstücksgrenzen hinweg abzustimmen. Die Verwaltung bittet auch darum sich bei privaten Nachbarschaften sich zu koordinieren.

Die zweite geplante Informationsveranstaltung voraussichtlich im Februar 2027 soll über Erkennungsmerkmale, Meldewege, die Vermeidung einer Verschleppung und mögliche Bekämpfungsverfahren informieren. Termin und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Info: Große Drüsenameise erkennen und Verdacht melden

Mögliche Hinweise: Unterschiedlich große schwarze Arbeiterinnen (2 bis 5 Millimeter, dies unterscheidet die Tapinoma Magnum von heimischen Tapinoma-Arten), breite Ameisenstraßen sowie Sand- und Erdauswürfe an Nestern können auf die Große Drüsenameise hinweisen. Beim Zerdrücken können die Tiere einen süßlich-chemischen Geruch verströmen, der als Acetongeruch oder auch „riecht nach Glasreiniger“ beschrieben wird.  Diese Merkmale ersetzen keine fachliche und gesicherte Bestimmung durch das Naturkundemuseum Stuttgart: https://artenkenntnis.info/de/anfragen/tapinoma-melden

Meldung an die Stadt: Verdachtsfälle bitte derzeit per E-Mail an umwelt(at)loerrach.de senden, mit dem Betreff „VERDACHTSFALL“. Hilfreich sind der genaue Fundort, das Funddatum, eine kurze Beschreibung des Standortes, aussagekräftige Fotos sowie Name und Telefonnummer für Rückfragen.

Verschleppung vermeiden: Topfpflanzen und Wurzelballen aus möglicherweise befallenen Bereichen nicht weitergeben oder an andere Orte bringen. Das Verbreitungsrisiko kann eingedämmt werden, indem der gesamte Wurzelballen für mehr als zehn Minuten vollständig unter Wasser gesetzt wird. Pflanzen, Erdmaterial und Grünschnitt vor einem Transport auf Ameisen prüfen. Gartenabfälle ausschließlich über zugelassene Annahmestellen entsorgen.

Weitere Informationen unter www.loerrach.de/druesenameise.

Stabsstelle Medien und Kommunikation

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