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Queransicht einer Großen Drüsenameise

Große Drüsenameise

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) ist in Lörrach nachgewiesen worden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes besteht keine Gesundheitsgefahr für Menschen. Allerdings können die Tiere bei starkem Befall Pflasterflächen unterhöhlen, in Gebäude eindringen und technische Anlagen beschädigen. Die Stadt Lörrach bittet Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe.

Die Stadt untersucht derzeit, wie weit sich die Art ausgebreitet hat und welche Maßnahmen zur Eindämmung geeignet sind. Die Stadt Lörrach ist derzeit mit Anwohnerinnen und Anwohnern im Austausch, in deren Umfeld ein Befall bekannt ist. Zudem wird derzeit eine Informationsveranstaltung zur Großen Drüsenameise geplant, die Erkennungsmerkmale, Meldewege, Vermeidung einer Verschleppung, mögliche Bekämpfungsverfahren und Zuständigkeiten beinhaltet. Termin und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Große Drüsenameise erkennen

Die Große Drüsenameise stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Das Bundesamt für Naturschutz führt sie auf der nationalen Beobachtungsliste und stuft sie als potenziell invasiv ein. Gründe dafür sind unter anderem ihr hohes Vermehrungspotenzial und ihr bislang expansiver Ausbreitungsverlauf.

Die Art kann sehr große Kolonien mit enorm zahlreichen Arbeiterinnen und Königinnen bilden. Diese sogenannten Superkolonien können sich über mehrere Grundstücke und sehr große Flächen von teils mehreren Hekter erstrecken.

Die Merkmale im Überblick

Die Arbeiterinnen sind schwarz und mit etwa 2 bis 5 Millimeter innerhalb einer Kolonie unterschiedlich groß. Beim Zerdrücken verströmen die Tiere meist (rund 4 von 5 Arbeiterinnen) einen süßlich-chemischen, an Aceton erinnernden Geruch. Die Große Drüsenameise bildet oft auffällig breite und mehrspurige Ameisenstraßen. An den Nesteingängen können auffällige Sand- oder Erdauswürfe (siehe folgende Abbildung) auftreten. Nester können beispielsweise unter Pflastersteinen, Gehwegen und Terrassen oder in Mauerritzen liegen.

Typischer Sandauswurf der Großen Drüsenameise

Wichtig: Einzelne Merkmale reichen nicht für eine sichere Bestimmung aus. Die Große Drüsenameise kann mit anderen Ameisenarten verwechselt werden (wie im folgenden Bild beschrieben - eine Bildbeschreibung erscheint, wenn Sie mit dem Mauszeiger über das Bild fahren). Ein begründeter Verdacht sollte deshalb möglichst mit Fotos gemeldet und fachlich geprüft werden.

Vergleich verschiedener Unterfamilien an Ameisen, mit denen Verwechslungsgefahr zur Großen Drüsenameise besteht.

Ausbreitung im Stadtgebiet eindämmen

Die Stadtverwaltung prüft derzeit, wie weit sich die Art ausgebreitet hat und welche kommunalen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung geeignet sind. Dazu tauscht sie sich mit Nachbarkommunen wie Rümmingen und der Stadt Kehl aus.

Bei einem bestätigten Befall kommen unterschiedliche Bekämpfungsverfahren infrage. Nach derzeitigem Stand ist die beste Möglichkeit heißes Wasser. Welches Vorgehen geeignet ist, hängt unter anderem von der Lage und Zugänglichkeit der Nester ab.

Handelsübliche Ameisenbekämpfungsmittel sind gegen die Große Drüsenameise nur eingeschränkt wirksam. Auch für verschiedene Hausmittel ist eine ausreichende und dauerhafte Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Von einer eigenständigen, ungezielten Anwendung von Ameisenmitteln oder Pestiziden wird daher abgeraten.

In den meisten betroffenen Kommunen werden zugängliche Nester regelmäßig mit einem Heißwassergerät behandelt. Dabei wird heißes Wasser in den Boden geleitet. Nach Angaben der Kommunen konnte die Ausbreitung an behandelten Stellen eingedämmt werden. Entscheidend sei dabei die regelmäßige, flächendeckende Wiederholung der Behandlung. Heißes Wasser kann allerdings Pflanzen in unmittelbarer Nähe beschädigen. Für den "Hausgebrauch" wird bei einem Befall auf Privatgrund deshalb als Erste-Hilfe-Maßnahme eine oberirdische Fangfalle empfohlen.

Es muss davon ausgegangen werden, dass die Große Drüsenameisen nicht mehr endgültig beseitigt werden kann. Um Schäden dennoch möglichst gering zu halten, setzt die Stadtverwaltung bei der Eindämmung der invasiven Ausbreitung auf ein gemeinsames Vorgehen und bittet um die Mithilfe der Bürgerschaft.

Vom Abflammen wird dringend abgeraten. Nester lassen sich damit nicht zuverlässig beseitigen. Außerdem besteht insbesondere bei trockener Witterung Brandgefahr.

Wer ist zuständig?

  • Privatgrundstücke: Bei einem bestätigten Befall auf einem privaten Grundstück liegt die Zuständigkeit grundsätzlich bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. In diesem Fall kann die Beauftragung eines professionellen Schädlingsbekämpfungsbetriebs sinnvoll sein.
  • Öffentliche städtische Flächen: Für bestätigte Vorkommen auf öffentlichen städtischen Flächen ist die Stadt Lörrach zuständig.
  • Wichtig: Auch wenn die Zuständigkeit auf einem Privatgrundstück liegt, sollte ein begründeter Verdacht der Stadt gemeldet werden. So können Vorkommen vollständig erfasst und Maßnahmen über Grundstücksgrenzen hinweg abgestimmt werden.

Ausbreitung verhindern: Das können Sie tun

Die Große Drüsenameise kann insbesondere über Pflanzen, Wurzelballen, Erdmaterial und Grünschnitt verschleppt werden. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko einer unbeabsichtigten Weiterverbreitung reduzieren.

  • Pflanzen und Wurzelballen kontrollieren
    Kontrollieren Sie Pflanzen möglichst schon vor dem Kauf oder Erhalt auf Ameisen. Nehmen Sie die Pflanzen vorsichtig aus dem Topf und prüfen Sie insbesondere den Wurzelballen.
    Pflanzen aus möglicherweise betroffenen Bereichen sollten nicht an andere Orte weitergegeben werden.
    Auch Pflanzen aus Gartencentern können betroffen sein. Das Verbreitungsrisiko kann weiter reduziert werden, indem der Wurzelballen vollständig für mehr als zehn Minuten unter Wasser gesetzt wird.
  • Vor dem Transport prüfen
    Kontrollieren Sie Pflanzen, Wurzelballen, Erdmaterial und Grünschnitt sorgfältig, bevor Sie diese transportieren oder weitergeben. Wenn möglich, sollten größere Schnittarbeiten in den Monaten Dezember bis Februar durchgeführt werden, wenn die Ameisen weniger aktiv sind.
  • Gartenabfälle richtig entsorgen
    Gartenabfälle bitte ausschließlich über zugelassene Annahmestellen entsorgen und niemals in der freien Natur ablagern.
  • Grundstück im Blick behalten
    Halten Sie Wege und Grundstücksränder möglichst übersichtlich und entfernen Sie dort regelmäßig Laub und übermäßigen Bewuchs. So lassen sich Ameisenstraßen und mögliche Nestbereiche leichter erkennen.
    Zucker- und eiweißhaltige Lebensmittelreste können Ameisen anlocken. Entsprechende Küchenabfälle sollten daher möglichst nicht im Garten kompostiert werden.
  • Naturnahe Gärten/Grünflächen
    Die Große Drüsenameise liebt "typisch urbane" Gebiete mit wenig Vegetation. Eine Möglichkeit der Eindämmung ist deshalb, Gärten und Grünflächen naturnah zu gestalten: Dort fühlt sich die Große Drüsenameise weniger wohl, während heimische Arten mehr Lebensraum bekommen. Das erhöht die Chancen von heimischen Arten, sich gegen die invasive Art durchzusetzen. Gerade in frühen Stadien der Koloniegründung könnte das eine Ausbreitung verhindern.
  • Einfache Fangfalle und Heißwasser
    Oft sieht man nur die Ameisenstraße und weiß nicht, wo sich das Nest befindet. Eine einfache Möglichkeit ist oberirdisch aktive Ameisen sich sammeln zu lassen um sie dann zu bekämpfen. Aus einem umgedrehten dunklen Pflanzenuntersetzer (damit er sich in der Sonne erwärmt) kann eine Fangfalle hergestellt werden: Der dunkle Pflanzenuntersetzer (nicht aus Kunststoff) wird umgedreht z. B. über einer stark frequentierten Ameisenstraße, so aufgestellt, dass die Ameisen noch hineingelangen können. Notfalls einen kleinen Abstandshalter unterlegen. Darunter wird ein kleiner Behälter oder eine feuchte Watte mit beispielsweise Zucker- oder Honigwasser als Lockstoff aufgestellt. Unter diesem geschützten Bereich sammeln sich die Ameisen – unter Umständen auch Königinnen und Brut. Diese zu bekämpfen ist besonders effektiv. Kontrollieren sie regelmäßig, erneuern Sie bei Bedarf den Lockstoff. Haben sich eine größere Anzahl von Ameisen eingefunden, kann über die Ameisen heißes Wasser (rund 95 ° C / kochend) gegossen werden. Dieser Vorgang sollte regelmäßig durchgeführt werden. Verteilen sich die Ameisen an verschiedenen Standorten, können auch mehrere Fangfallen aufgestellt werden.
    Eine einzige Falle beseitigt die Kolonie nicht vollständig, reduziert jedoch oberirdisch aktive Arbeiterinnen. 
    Achtung: Beim Umgang mit heißem Wasser besteht Verbrühungsgefahr. Pflanzen in der Nähe können geschädigt werden. 
    Diese Methode befindet sich noch in der Entwicklung. Eine optimale Vorgehensweise ist nicht abschließend bekannt. Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit der Stadt.

So melden Sie einen Fund

Eine gesetzliche Meldepflicht besteht derzeit nicht. Frühe Hinweise aus der Bevölkerung sind dennoch wichtig, damit die Stadt mögliche Vorkommen erfassen und Maßnahmen gegebenenfalls über Grundstücksgrenzen hinweg koordinieren kann.

Bitte senden Sie Ihre Beobachtung an umwelt(at)loerrach.de mit dem Betreff: „Verdachtsfall“.
Außerdem können Sie den Verdachtsfall auch direkt an das Staatliche Naturkundemuseum Stuttgart melden.

E-Mail mit Verdachtsfall an Stadt Lörrach senden
Verdachtsfall an das Naturkundemuseum Stuttgart senden 

Je genauer die Angaben, desto besser lässt sich der Verdacht prüfen. Deshalb bitte möglichst angeben:

  • Fundort: genaue Adresse oder möglichst genaue Lage, idealerweise genaue Koordinaten
  • Datum: wann wurde die Beobachtung gemacht?
  • Beobachtung: kurze Beschreibung der Ameisen und des Fundorts oder der Fundumgebung
  • Fotos: möglichst scharfe und aussagekräftige Aufnahmen
  • Für Rückfragen: Name und Telefonnummer

Fachbereich Umwelt und Mobilität

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