Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Lörrach

Hochwasserschutz Hauingen: Erste Maßnahmen umgesetzt

Neuer Rechen  Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung der Stadt Lörrach übernahm im Mai 2017 die Leitung für das Projekt „Hochwasserschutz Soormattbach“ in Hauingen. Bereits kurz danach setzte der Betrieb erste Maßnahmen um. Die alte Rechenanlage vor der Verrohrung des Soormattbaches, welche in der Vergangenheit durch Verklausung immer wieder Überschwemmungen verursacht hatte, wurde erneuert, indem sie schräger und mit einem größeren Stababstand angeordnet wurde. Zudem wurden an drei Stellen des Bachlaufs Grobrechen installiert. Dies sind dicke Robinienstämme, welche im Bachbett und –ufern eingerammt wurden, um Treibgut weit vor der Verdolung aufzuhalten. Sollte sich der neue Einlauf-Rechen trotzdem verlegen, kann das Wasser über einen neuerrichteten Bypass den Rechen umströmen und so die kritische Einlaufsituation an der Verdolung entschärfen. Die Rechen werden regelmäßig inspiziert sowie nach jedem größeren Regenereigniss von Unrat gereinigt. Ein Weiteres wichtiges Element für den zukünftigen Hochwasserschutz ist der Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens.
Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung überprüfte hierfür verschiedene Standortvarianten. Ein geeigneter Standort wurde am Ortsrand von Hauingen im Gewann Siegrist Äckerlin gefunden. Dieser Standort liegt zwar in der Erweiterungsfläche des Friedhofs Hauingen. Neue Erkenntnisse in der Überarbeitung der gesamtstädtischen Friedhofsentwicklung zeigten jedoch, dass der Bereich für eine Erweiterung des Friedhofs zukünftig nicht mehr in Anspruch genommen wird.
Laut einer Studie der BIT Ingenieure, Freiburg wird an diesem Standort ein Beckenvolumen mit ca. 7.000 m³ notwendig. Um bei den zu erwartenden Starkregenereignissen eine ausreichende Sicherheit gewährleisten zu können, wurde bei der Dimensionierung ein „Klimafaktor“ für den 100-jährlichen Hochwasserfall berücksichtigt. Eine Volumenanalyse des Standorts weist ein mögliches Stauvolumen von 8.000 bis 11.000 m³ aus. Hierbei wird das Gelände im Bereich zwischen Rechbergstraße und Soormattbach abgetragen und ein Damm entlang der nördlichen Friedhofzuwegung geschüttet. Der Damm wird zum Schutz der rechtsseitigen Bebauung bereichsweise parallel zum Soormattbach weitergeführt. Die Dammhöhe erreicht an der tiefsten Stelle (nördliche Ecke Friedhof am Bach) ca. 2,50 m bis 3 m und fällt damit erheblich geringer aus als an einem alternativen Standort weiter stromaufwärts.
Ein entscheidender Vorteil eines nah an der Verdolung liegenden Beckens ist die genauere Dosierbarkeit des Abflusses vor der Verdolung. Zudem ist in der Regel die infrastrukturelle Anbindung einfacher, je näher das Becken an der Bebauung liegt.
Nach der Entscheidung des Gemeinderates im November 2017 für den Standort Siegrist-Äckerlin stellte der Betrieb die erforderliche Entwurfs- und Genehmigungsplanung fertig und legte diese dem Landratsamt zur wasserrechtlichen Genehmigung in einem Planfeststellungsverfahren vor. Nach dem Vorliegen der Genehmigung (frühestens August 2019) ist mit einem Zeitraum von ca. 6 Monaten für die Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe sowie anschließend mit einer Bauzeit von etwa 1½ Jahren für die Errichtung des Beckens zu rechnen.

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