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Britta Staub-Abt
Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz
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Vögel

Eine Vielzahl von Vögeln brütet regelmäßig an oder in Gebäuden. Während Haussperlinge schon alleine durch ihren Gesang leichter auffallen, leben Mauersegler sehr versteckt und werden oft nicht bemerkt. Die hier aufgeführten Arten haben unterschiedliche Ansprüche und besiedeln zum Teil unterschiedliche Gebäude und Gebäudeteile. Ein erster Überblick über diese Vorlieben kann helfen sie zu entdecken!

Die Rauchschwalbe
Rauchschwalben sind gut an ihrem kastanienroten Gesicht, dem Brustband, der dunkelblauen Ober- und weißen Unterseite zu erkennen. Im Flug dienen ihre langen Schwanzspieße der leichten Erkennung.
Sie brüten meist als Einzelpaare in Gebäuden, die ganztägig zugänglich sind, wie Ställen, Garagen oder Hallen. Ihre Nester befinden sich unterhalb der Decke und sind nach oben hin offen.
Neben dem Rückgang von Brutplätzen spielt für das abnehmende Vorkommen auch das Fehlen von Schlammpfützen, aus denen Rauchschwalben ihr Nistmaterial holen, eine Rolle. Das Material wird einfach an die Wand geklebt, wodurch für diese Art ein weiteres Bauproblem entstanden ist. Wände werden heutzutage seltener mit Rauputz verputzt, so finden die Nester nicht mehr ausreichend Halt. Gleiches gilt auch für die Mehlschwalbe.
Hilfsmaßnahmen sind für beide Arten schon durch einfache Lösungen, wie das Anbringen von Rauputz auf die obersten 15 cm unterhalb der Decke durchzuführen. Auch Kunstnester werden von beiden Arten angenommen.

Die Mehlschwalbe
Mehlschwalben sind kleiner als Rauchschwalben, ihr Schwanz ist zwar auch gegabelt, jedoch wesentlich kürzer. Ihre Gefiederoberseite ist metallisch blau-schwarz und ihr Bürzel weiß.
Mehlschwalbe brüten in Kolonien und treten so immer in Gruppen auf. Ihre Nester befestigen sie unter Überdachungen an den Außenwänden von Gebäuden, wie unter der Dachoberkante oder unterhalb von Balkonen. Hierbei sind ihre Nester fast ganz geschlossen und lassen oben nur eine kleine Öffnung frei.

Nester
Die verschiedenen Nester erleichtern Ihnen die Unterscheidung der beiden Arten.

Der Mauersegler
Mauersegler sind am ganzen Körper bräunlich bis rußschwarz. Sie sind deutlich größer als Schwalben und haben sichelförmige lange Flügel.
Als Zugvögel verbringen sie in unseren Breiten nur die Zeit von ca. Anfang Mai bis August.
In dieser Zeit brüten Mauersegler in Kolonien, wobei die einzelnen Brutkammern voneinander getrennt sind. Als Höhlenbrüter bevorzugen sie einen Nistplatz in Hohlräumen mit horizontalen Böden in großen Höhen. Brutplätze findet man in hohen Gebäuden, Fabriken oder Türmen, aber auch Wohnblocks oder Altbauten. Hierbei werden Höhlungen unter Dachtraufkästen oder in tiefen Mauerlöchern besiedelt. Auffällig oft brüten Mauersegler auch in Jalousienkästen. Diese Art füttert die Jungtiere nicht beständig, sondern sammelt Futterballen, die sie dann in größeren Zeitabständen zum Nest bringt. Aus diesem Grund und, da sie auch sehr enge Spalten als Nistplatz nutzen können, leben sie oft als unentdeckte Mitbewohner im Gebäude.
Spezielle Mauerseglernistkästen können eine Möglichkeit sein wie Sie diese Mitbewohner unterstützen können.

Der Alpensegler
Der Alpensegler ist deutlich größer als der Mauersegler. Er fliegt zwar schneller, ist dabei jedoch weniger wendig. Als Segler verbringt er viel Zeit in der Luft und sammelt beispielsweise im Flug sein Nistmaterial.
Die nördlichsten Vorkommen dieser Art befinden sich in Baden-Württemberg.
Er brütet vor allem an Gebäuden in großer Höhe. Die Nester können in Hohlräumen unter dem Dach, hinter Holzverkleidungen oder in Jalousienkästen gefunden werden. Dabei befinden sich die tatsächlichen Brutkammern oft mehrere Meter tief hinter dem Eingang.

Der Haussperling
Als einer der bekanntesten Gebäudebrüter ist sicher jedem schon einmal der Haussperling begegnet. Während die Männchen sich durch einen grauen Scheitel auszeichnen, der braun eingefasst ist, und ein schwarzes Lätzchen tragen, zeigen sich die Weibchen unscheinbarer graubraun.
Spatzen brüten in Kolonien und können eine breite Palette von Orten besiedeln. An Häusern können Sie sie in Dachkästen, Jalousienkästen, Mauerlöchern oder hinter Dachrinnen finden. Selbst Nester hinter Leuchtreklamen oder an Laternen kommen vor.
Der Rückgang von Brutmöglichkeiten führt allerdings dazu, dass die Spatzen in ganz Deutschland immer weniger werden.
Dabei können Sie diesen Mitbewohner in vielfältiger Weise unterstützen. Erhalten Sie seine Nester oder sorgen Sie für Ersatz. Die jungen Spatzen werden von ihren Eltern mit Insekten gefüttert. Deshalb leisten Sie auch einen wichtigen Beitrag durch eine naturnahe insektenfördernde Begrünung Ihres Hauses und Gartens.

Die Dohle
Die Dohle als Vogel des Jahres 2012 zählt ebenfalls zu den Gebäudebrütern.
Während ihr Nacken und die Halsseiten hellgrau und der Bauch dunkelgrau gefärbt sind, ist der Rest des Körpers schwarz. Ein weiteres gutes Erkennungszeichen ist die grauweiße bis hellblaue Iris.
Als Koloniebrüter können Sie diese Vögel insbesondere an hohen Gebäuden finden. Sie brüten in der Regel nicht unter zehn Metern über dem Boden. Hierbei besiedeln sie Mauernischen, Kirchtürme, unbenutzte Kamine oder Türme.
Durch den Erhalt von Einflugmöglichkeiten und spezielle Nisthilfen, können Sie diese großen Gebäudebrüter unterstützen.

Die Schleiereule
Die Schleiereule hat gelbbraunes Gefieder und ein weißes herzförmiges Gesicht.
Als Einzelpaare brüten diese Vögel in Dachböden, Scheunen oder Kirchtürmen. Tagsüber ruhen sie in dunklen Ecken im Gebälk oder der Stammgabelung von Bäumen, um dann in der Dämmerung auf Jagd zu gehen.
An Orten, an denen Schleiereulen zu früheren Zeiten schon gebrütet haben und heute verschwunden sind, kann es sich lohnen den Zugang wieder zu öffnen.
Außerdem gibt es auch für diese Art spezielle Nisthilfen, die ab einer Höhe von drei Metern über dem Boden angebracht werden können.

Der Turmfalke
Männchen und Weibchen dieser Art sehen verschieden aus. Das Männchen hat einen hellgrauen Kopf und rotbraunen Rücken mit schwarzen Flecken. Der Bauch ist cremefarben. Das Weibchen hingegen ist an Kopf, Rücken und Schwanz rotbraun und auch am Bauch dunkler mit dichteren Flecken.
Turmfalken brüten in der Regel einzeln in Mauer- und Fensternischen oder hinter den Schallöffnungen von Kirchtürmen. Besonders auf Grund von Schutzmaßnahmen gegen Tauben, kommt es zum Verschluss ihrer Brutplätze.
Spezielle Turmfalkennistkästen schaffen ebenso Abhilfe, wie das Zugänglichmachen alter Brutplätze.


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