Frau
Michaela Kowalski
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Lisa-Rees-Medaille

Die Stadt Lörrach lobt eine neue Bürgerehrung aus, um das vielseitige und engagierte Wirken der Lörracher Bürgerinnen und Bürger und auch herausragende und beispielgebende Projekte zum Wohl der Stadt Lörrach und der Stadtgesellschaft auszuzeichnen. Die Auszeichnung wird in der Regel alle zwei Jahre im Rahmen des städtischen Neujahrsempfang verliehen werden.

Für den Preis gelten folgende Vergabekriterien:
  • Herausragendes ehrenamtliches Engagement oder Beispiel gebende Projekte von Bürgerinnen und Bürgern, die in Lörrach wohnen und wirken oder Organisationen und Initiativen, die in Lörrach und für die Stadtgesellschaft wirken.
  • Spezielles und/oder langjähriges Engagement in den Kategorien Kultur, Soziales, Sport, Jugend, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft.
  • Die Verleihung der Ehrung für bürgerschaftliches Engagement erfolgt in der Regel alle zwei Jahre im Rahmen des städtischen Neujahrsempfangs durch den Oberbürgermeister.
  • Über die Auszeichnung entscheidet eine Jury, die sich aus Vertretern der Kategorien Kultur, Soziales, Sport, Jugend, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zusammensetzt. Außerdem gehören der Jury zwei Medienvertreter und zwei Mitarbeiter der Verwaltung an.
  • Bürgerinnen und Bürger werden in das Vorschlagswesen aktiv eingebunden und können Vorschläge für zu ehrende Personen und Organisationen oder Initiativen an die Mitglieder der Jury oder an die Verwaltung richten.
  • Bereits erfolgte Bundes- oder Landesehrungen sind keine Ausschlusskriterien.


Ausgezeichnet werden 1 bis 3 engagierte Bürgerinnen und Bürger und/oder 1 bis 2 beispielgebende Projekte oder Organisationen. Die Preisträger erhalten ein Ehrungszeichen und eine Urkunde der Stadt Lörrach. 

Die Namensgebung „Lisa Rees-Medaille“ ist auf Elisabetha Beate Rees geborene Stier zurück zu führen. Sie wurde am 9. November 1872 in Rottenburg am Neckar geboren und galt als Vorkämpferin der Frauenemanzipation. Seit 1897 lebte sie mit ihrem Mann Carl Rees in Lörrach, wo sie am 17. September 1976 starb, nachdem sie für einige Jahre Lörrachs älteste Einwohnerin war. Sie gehörte jener Generation an, die für die Stellung und Aktivität der Frau in der Öffentlichkeit Pionierarbeit geleistet hat. Ihr zentrales Anliegen lag im sozialen Bereich, und darin begann ihr Wirken schon um die Jahrhundertwende. Es beschäftigten sie zu jener Zeit besonders die niederen Löhne der Arbeiter, der Väter von meist kinderreichen Familien, wo häufig neben Armut auch Krankheit eingekehrt war. Zunächst durch Privatinitiative, dann durch die Tätigkeit des katholischen Müttervereins St. Bonifatius, dessen Mitbegründerin und jahrelange Vorsitzende sie gewesen ist, versuchte sie auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Innerhalb dieses Rahmens setzte sie sich 1905 für den Bau eines Kindergartens (St. Bonifatius) ein. Durch geschickte Weiterarbeit im Stillen wurde der Mütterverein auch während des Nationalsozialismus  nicht aufgelöst. Während des ersten Weltkrieges übernahm Lisa Rees Nachtwachen im Lazarett bei verwundeten Soldaten, nach dem Krieg – zur Zeit der Inflation- beteiligte sie sich an der Einrichtung der so genannten Mittelstandsküche, wo von der Geldentwertung betroffene Menschen unentgeltlich ihre Speisen erhielten. Beunruhigt von der Härte der sozialen und konfessionellen Gegensätze in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, arbeitete sie, stets um Ausgleich bemüht, in Schulkommissionen, im Müttergenesungswerk und anderen derartigen Einrichtungen. Im Mittelpunkt ihrer Vortragstätigkeit standen die Frau und die Bewältigung ihrer Probleme im Bezug zum Alltag.
Ihre Feder hielt außerdem manche Erinnerung aus ihrem langen und bewegten Leben  publizistisch fest. 1972, an ihrem 100. Geburtstag, ehrte die Stadt Lörrach die Trägerin der vom Großherzog verliehenen Badischen Verdienstmedaille und des Bundesverdienstkreuzes schon seit 1958, mit einem feierlichen Empfang.

Lisa Rees verkörperte jenes besondere Engagement, für das die Stadt Lörrach künftig Bürgerinnen und Bürger oder besondere Projekte auszeichnen will.

Eine Stadt lebt von engagierten Menschen. Die neue Auszeichnung soll ein äußeres Zeichen des Dankes, der Anerkennung und Wertschätzung der Stadt Lörrach an die ehrenamtlich Wirkenden in der Stadtgesellschaft sein.

Die bisherigen Preisträger waren:


Robert Horvath, Kreuzweg e.V. (2018)
Günter Rosskopf, Suppenküche (2018)
Wolfgang Seelig, Kontaktclub „Zusammenhalt“ (2018)


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