Zwar war die kleine Ortschaft Lörrach seit 1403 ein privilegierter Marktflecken, doch seine Bedeutung zwischen Basel und Freiburg war anfangs gering. Der Hauptmarkt war Basel, und die Amtsbehörden der Röttler Herrschaft residierten auf der Burg Rötteln. Nachdem französische Truppen im Juni 1678 die Burg zerstörten, wurde diese nicht wieder aufgebaut, und die Behörden benötigten einen neuen Verwaltungssitz. Die meisten Amtsgeschäfte wurden zunächst zwischen Lörrach und Basel aufgeteilt.
Vier Jahre nach der Zerstörung der Burg, erhob Markgraf Friedrich Magnus die Siedlung zur Stadt. Die Lage auf der Hauptstrecke zwischen Freiburg und Basel hatte für ihn Potenzial. Außerdem erhielt der 500-Seelen-Ort den Wahlspruch: „Ich bin zwar klein und jung an heute, doch aus Kindern werden Leute.“ Damals konnte sich noch niemand vorstellen, dass sich aus dem kleinen, unbedeutenden Dorf einmal ein attraktives Einkaufsstädtchen entwickeln würde. Im Jahr 1682 war die städtische Verwaltung noch sehr klein. Der erste Bürgermeister von Lörrach, Marx Christoph Leibfried, wurde jedoch nicht vom Volk gewählt, sondern vom Markgrafen eingesetzt. Der Markgraf bemühte sich um Lörrach, doch der wirtschaftliche Aufschwung blieb zunächst ein Traum.
Es bleibt rätselhaft, warum im März 1755 ein weiteres Gesuch an den folgenden Markgrafen gerichtet wurde, um die Stadtrechte erneut zu erhalten. Offensichtlich war die Stadtrechtsverleihung von 1682 in Vergessenheit geraten. Die Amtsbezeichnung ging in Folge wieder auf „Vogt“ zurück. Der Landvogt von Wallbrunn, ein erfolgreicher Wirtschaftsförderer, ließ die Angelegenheit jedoch nicht ruhen und erwirkte beim Markgrafen Carl Friedrich zu Baden am 3. Juni 1756 die erneute Bestätigung der Stadtrechte. Der Privilegienbrief, eine wunderschön gestaltete Urkunde, umfasste unter anderem Steuererleichterungen, Glaubensfreiheit, Firmenzuschüsse und Zunftunabhängigkeit – wichtige Kriterien für die Ansiedlung von Neubürgern und die Förderung der Wirtschaft und des Gewerbes.
Mit der Bezeichnung „Bürgermeister“ wurde nun der Stubenwirt Wilhelm Roth Junior , Sohn des Altvogts Wilhelm Roth vom Gasthaus Storchen, verpflichtet. Auch ein erster Stadtrat wurde gebildet. Im Rahmen einer großen Feierlichkeit wurde das erste Rathaus am 23. August 1756 in der heutigen Unteren Wallbrunnstraße bezogen. Zur Erinnerung an dieses besondere Ereignis ließ die Stadt Gedenkmünzen prägen.
Der Markgraf bestätigte außerdem das Stadtwappen mit der goldenen Lerche im roten Feld. Die Farben der Stadtfahne sind Rot-Gelb. Die älteste Bestätigung des Wappens findet sich auf einem Plan von 1643 im Staatsarchiv in Basel. Das Motiv der Lerche gehört zu den „redenden“ Wappen. Aus der alemannischen Form „Lörch“ wurde die „Lerche“ abgeleitet. Und aus „Lörch“ wurde „Lörrach“.
Am 3. Juni 1756 bestätigte Markgraf Carl Friedrich „in Landesväterlicher Vorsorge" das erneute Stadtrecht für Lörrach. Die neue Urkunde umfasst neun Punkte, darunter: Befreiung von der Leibeigenschaft und ihren Diensten für alle Lörracher Bürger und Neubürger.