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Heuer Ampel Blick in Turmstraße

Wusstest du, dass über Lörrachs meistbefahrener Kreuzung einst eine Heuer-Ampel hing?

Zum großen Erstaunen der „Drei Könige“ und vieler Passanten wurde am Dienstag, 17. April 1951, um 8 Uhr ein überdimensionaler, würfelförmiger Kasten über dem Stadtzentrum aufgehängt: Lörrachs erste und lange Zeit einzige automatische Verkehrsregelung – die Heuer-Ampel.

Ohne die von Josef Heuer erfundene Zeigerampel wäre es in den Nachkriegsjahren mit dem wachsenden Straßenverkehr oft zu Unfällen gekommen – so auch am Knotenpunkt Basler, Tumringer-, Turm- und Teichstraße. Auf Vorschlag der Verkehrspolizei und nach einem Gemeinderatsbeschluss ersetzte dort diese damals in Baden noch wenig bekannte Ampeltechnik den Verkehrspolizisten.

Mit Flugblättern wollte man Jung und Alt die neue Technik erklären – keine leichte Aufgabe. Der gesamte Durchgangsverkehr führte noch mitten durch die Stadt, was die Orientierung zusätzlich erschwerte.

Heuer Ampel Regel

Wie funktionierte die Heuer-Ampel?
Der von innen beleuchtete Verkehrsregler hing an Tragseilen über der Kreuzung. Auf allen vier Seiten zeigte er rote und grüne Segmente sowie einen weißen Zeiger, der sich im Uhrzeigersinn drehte. Tatsächlich war der Zeiger nur eine Aussparung in einer schwarzen Scheibe, durch die Licht fiel. Für eine Fahrtrichtung bedeutete dies „Freie Fahrt“, für die andere „Halt“. Dank der klaren Zeigerstellung war die Ampel auch für Farbenblinde verständlich.

Die gleichmäßige Bewegung des Zeigers half den Autofahrern, die verbleibende Grün- oder Rotzeit gut einzuschätzen. Eine Gelbphase gab es bei der Heuer-Ampel nicht. Um dem noch fahrenden Verkehr genug Zeit zum Räumen der Kreuzung zu geben, waren die roten Segmente bewusst etwas länger als die grünen. Bei jedem Wechsel der Fahrtrichtung standen daher für einige Sekunden alle Zeiger auf Rot.

Im „Hirschen“ befand sich ein Schaltautomat, der von der Verkehrspolizei täglich eingestellt wurde. Zwischen 8 und 20 Uhr regelte die Ampel den Verkehr, ab Mitte 1958 bereits ab 6.30 h. War jedoch nur ein kleines weißes Quadrat anstatt des üblichen Zeigerbalkens zu sehen, war die Anlage außer Betrieb. In diesem Fall galten die üblichen Verkehrsregeln wie an jeder anderen Kreuzung.

Die Heuer-Ampel konnte sich auf Dauer nicht gegen die modernen Rot-Gelb-Grün-Lichtzeichenanlagen durchsetzen. Wegen der hohen Herstellungs- und Wartungskosten wurde sie immer unwirtschaftlicher. Ursprünglich war sie starr auf den Autoverkehr auf rechtwinkligen Kreuzungen mit vier Zufahrtstraßen ausgerichtet. Auch der Fußgängerverkehr ließ sich schwer regeln und Straßenbahnoberleitungen stellten Hindernisse dar. Das endgültige Aus der Heuer-Ampel kam 1972 mit der neuen Straßenverkehrsordnung.

Am 3. Juni 1756 bestätigte Markgraf Carl Friedrich „in Landesväterlicher Vorsorge" das erneute Stadtrecht für Lörrach. Die neue Urkunde umfasst neun Punkte, darunter: Befreiung von der Leibeigenschaft und ihren Diensten für alle Lörracher Bürger und Neubürger.Heuer Ampel mit Straßenbahn

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