Literarische Begegnungen - Andreas Kohm: „Dr Schnawwl iwwerzwerch gwachse“

So, 17. November 2019
17:00 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Irgendwann inmitten seiner lyrischen Produktion in Hochsprache und nach jahrelangem Zögern hat er dann doch angefangen: das Dichten in der „Muddersprooch“, im Dialekt...
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Beschreibung
Irgendwann inmitten seiner lyrischen Produktion in Hochsprache und nach jahrelangem Zögern hat er dann doch angefangen: das Dichten in der „Muddersprooch“, im Dialekt, in der Sprache, in der er aufgewachsen war. „Durmescherisch“, wie alle Dialekte eine ´kleine Sprache´, und gleichwohl eine, in und aus der seine Welt entstand, sein „W/Ort“ atmet. Eine Sprache, die stark und zart zugleich ist, denn nur so kann sie hinabreichen, hinabhorchen in etwas, das in seiner Flüchtigkeit immer aufs Neue erinnert werden muss. Für den Literaturwissenschaftler Andreas Kohm (Jahrgang 1966), den viele von Ihnen als Rezensenten der „Badischen Zeitung“ kennen, ist der Dialekt widersprüchlich, zeigt sich in ihm doch Auflösung und subversive Veränderung zugleich. Kohm macht im Dichten – im Dialekt wie in der Hochsprache – jene Erfahrung der Fremde in der eigenen Sprache aus, die wohl jeden Menschen gelegentlich anfällt. Wie Hebel auch schreibt der Nordbadener Kohm Dialektliteratur nicht mehr in der sprachlichen Heimat, sondern in der Pfalz, wo er seit Jahren lebt. Und wie Hebel veröffentlicht Kohm nicht nur in der Mundart, sondern auch in der Hochsprache mit ihren zahllosen Einflüssen. So wird die erfahrene Mehrsprachigkeit zur Öffnung hin zu einem imaginären Transit-Raum „da/zwischen“, „do/dezwisched“: in ihr verlautet manche Un-Ruhe, manches Glück, mancher ungesagte Satz. Und die Welt wird wieder, was sie ist: ein Ver-Sprechen.
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