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Die verlegten Stolpersteine für Stanislaus Zasada und Pauline Kropf

Stanislaw Zasada wurde am 21. November 1916 in Lodz, Polen, geboren. Seine Eltern waren der Schmied Thomas Zasada (Vorname vermutlich germanisiert) und dessen Ehefrau Maria geborene Budzyn.

Über seinen Werdegang in Polen liegen keine Informationen vor, es ist lediglich bekannt, dass er unverheiratet und katholischer Konfession war.

Ende 1939 oder Anfang 1940 kam Stanislaw Zasada (zwangseingedeutschter Vorname: Stanislaus) zur Zwangsarbeit nach Brombach, ob als Kriegsgefangener oder verschleppter polnischer Zivilist ist nicht eindeutig geklärt. Er teilte aber das Schicksal zigtausender gefangener Männer und Frauen, die nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 vom NS-Regime nach Deutschland gebracht wurden und in Betrieben oder in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten mussten.

Zunächst musste Stanislaw Zasada für einen Brombacher Gastwirt arbeiten, ehe er ab 1941 in einer Kohlehandlung in der Lörracher Straße tätig war, wo er auch untergebracht wurde. In der direkten Nachbarschaft befand sich der Obst- und Gemüseladen von Reinhard Kropf. Da dieser nach Beginn des Zweiten Weltkrieges zum Militärdienst eingezogen worden war, führte seine Ehefrau Pauline Kropf, geborene Hornberger, das Geschäft alleine.

Spätestens ab dem Frühjahr 1941 entwickelte sich zwischen Stanislaw Zasada und Pauline Kropf eine Beziehung, die aufgrund der NS-Gesetzgebung von schwerer Strafe bedroht war („Rassenschande“) und schlussendlich auch nicht unentdeckt blieb.

Am 30. April 1941 wurde Stanislaw Zasada von der Gestapo verhaftet und ins Lörracher Gefängnis gebracht. Nur wenige Tage später, am 9. Mai 1941, wurde auch Pauline Kropf inhaftiert.

Gut ein halbes Jahr später, am 16. Oktober 1941, wurde Stanislaw Zasada vom Lörracher Gefängnis in den sogenannten Hösler Steinbruch in Brombach gebracht und dort erhängt. Sein Leichnam wurde dem Anatomischen Institut in Freiburg übergeben, der letztendliche Verbleib seiner Körperteile ist unbekannt.

Pauline Kropf wies man am 14. November 1941 in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück ein. Nach zwei Jahren wurde sie aus der Haft entlassen. Zwischenzeitlich war auch die Ehe zu Reinhard Kropf geschieden worden. Am 7. Oktober 1991 verstarb sie in Dornstetten.

Autor: Kai Bühler, Stadtarchiv Lörrach
Quellen: Stadtarchiv Lörrach, Staatsarchiv Freiburg und IST Bad Arolsen (Onlinearchiv)

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