Pauline Kropf, geborene Hornberger, wurde am 22. August 1904 in Wittlensweiler (heutiger Stadtteil von Freudenstadt) geboren. Ihre Eltern waren der Landwirt Johann Georg Hornberger und dessen Ehefrau Anna Maria geborene Mast.
Pauline blieb ohne eine berufliche Ausbildung, arbeitete aber in jungen Jahren als Haushaltsgehilfin. Diese Tätigkeit führte sie vermutlich in die Grenzregion von Lörrach und Basel. Bereits vom Januar 1928 bis November 1929 und wieder ab August 1930 war Pauline in Lörrach wohnhaft. Dazwischen lebte sie für einige Monate in Basel, wo sie offenbar zeitweilig beschäftigt war.
In diesen Jahren lernte Pauline wahrscheinlich auch ihren Ehemann Reinhard Kropf kennen, den sie am 4. Oktober 1930 in Lörrach heiratete. Dieser wurde am 11. Februar 1907 in Lörrach-Stetten geboren und war als Händler tätig. Nach der Heirat lebte das Paar zunächst im Elternhaus von Reinhard Kropf in der Inzlinger Straße 19 in Lörrach-Stetten. Im Jahr 1934 wurde eine gemeinsame Tochter geboren.
Eine Veränderung für Pauline Kropf und ihre Familie ergab sich im Juni 1936, als man zur Miete in die Lörracher Straße 13 nach Brombach zog, wo Reinhard Kropf ab Sommer 1937 auch eine Obst- und Gemüsehandlung betrieb. Noch im selben Jahr wurde zudem ein gemeinsamer Sohn geboren.
Nach Beginn des durch das NS-Regime entfesselten Zweiten Weltkrieges, wurde Reinhard Kropf zum Militärdienst eingezogen. Fortan betrieb Pauline das Geschäft alleine weiter. In den Jahren 1940 oder 1941 lernte sie den polnischen Zwangsarbeiter Stanislaw Zasada kennen.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 waren tausende von Gefangenen zur Zwangsarbeit in Betrieben und in der Landwirtschaft nach Deutschland gebracht worden. So auch der am 21. November 1916 in Lodz geborene Stanislaw Zasada.
Zunächst hatte dieser für einen Brombacher Gastwirt arbeiten müssen, ehe er ab 1941 in einer Kohlehandlung in der Nachbarschaft von Pauline Kropf tätig war. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Beziehung, die aufgrund der NS-Gesetzgebung von schwerer Strafe bedroht war („Rassenschande“) und schlussendlich auch nicht unentdeckt blieb. Nachdem am 30. April 1941 bereits Stanislaw Zasada von der Gestapo abgeholt und in Lörrach inhaftiert worden war, wurde am 9. Mai 1941 auch Pauline Kropf ins Lörracher Gefängnis gebracht.
Gut ein halbes Jahr später, am 16. Oktober 1941, wurde Stanislaw Zasada im sogenannten Hösler Steinbruch in Brombach erhängt. Pauline Kropf wies man am 14. November 1941 in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück ein. Nach zwei Jahren wurde sie aus der Haft entlassen. Zwischenzeitlich war auch die Ehe zu Reinhard Kropf geschieden worden. Ende 1943 wurde sie zudem von Brombach an ihren Geburtsort abgemeldet. Am 7. Oktober 1991 verstarb Pauline Kropf in Dornstetten.
Autor: Kai Bühler, Stadtarchiv Lörrach
Quellen: Stadtarchiv Lörrach, Staatsarchiv Freiburg und IST Bad Arolsen (Onlinearchiv)