Badische Zeitung vom Dienstag, 13. Mai 2008

Lörrach bei der Nacht der Partnerstädte stimmlich international

Gelungene Europatage dank des Engagements von Lörrach-international / Raupp: "Einsatz hat sich gelohnt" / Filme machen Lust auf die Partnerstädte
Von unserem Redakteur Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Diese Europawoche war eine Premiere, eine Idee des Vereins Lörrach-international: Partnerschaftstreffen um den Europatag — und das am Pfingstwochenende, zu Ferienbeginn. Das war nicht ohne Risiko. Gerade am schleppenden Vorverkauf für die Nacht der Partnerstädte im Burghof war es abzulesen. Am Tag danach konnte Lörrach-international-Vorsitzender Manfred Raupp zufrieden feststellen: "Der Einsatz hat sich gelohnt." Schon am Abend des Europatages im gut besetzten Burghof — man musste schließlich doch die Empore öffnen — hatte Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm die vielen Aktiven und Helfer von Lörrach-international hervorgehoben. Nahezu ohne städtische Hilfe sei das umfangreiche und vielseitige Programm entstanden. Und fast alle der rund achtzig Gäste aus Senigallia, Sens und Chester waren privat untergebracht worden, einige Jugendliche noch beim SAK im Alten Wasserwerk. Die Bishop’s Handbell Ringers von der Insel wurden vom hiesigen Rotary-Club betreut und untergebracht. Dass zum Gelingen des Ganzen auch Sponsoren wie Sparkasse und Badenova mithalfen, erwähnte die OB dankbar.

Diese Nacht der Partnerstädte war sozusagen ein Vorspiel auf das 15. Stimmen-Festival, das nächsten Monat beginnen wird. Nach dem Handglocken-Ensemble aus Chester hatten die Zuhörer ihre Freude an den Stimmen aus den Partnerstädten. Mit heiteren Liedern aus der Renaissance, auch in den Kostümen der Epoche schön anzuschauen, eröffnete der Corale calicanto aus Senigallia die Reihe der Gesangsauftritte. Dem folgten die "petits chanteurs de l’étoile" aus Sens, die sich entsprechend einem ihrer Liedtitel als fröhliche Leute aus dem Burgund vorstellten. Die Lörracher Farben vertrat der Chor ’72 mit seinem Dirigenten Herbert Kaiser und Michael Donkel am Klavier und einem ausgewählten Programm deutscher Kunstlieder von Carl Maria von Weber , Conradin Kreutzer und Franz Schubert. Verdientem Beifall für alle folgte der gemeinsame Auftritt aller mit der Europahymne, Beethovens Ode an die Freude, die, nachdem sie in jeder Landessprache erklungen war, das Publikum mitsang. Lörrach stimmlich international.

Nicht nur tönend erlebte das Publikum die miteinander verschwisterten Partnerstädte, der charmante Moderator Bernd Vollmer sagte auch Kurzporträts in Fotos und Filmen an. So machten die Bilder vom Adriastrand Senigallias, von den Senser Sehenswürdigkeiten und dem Rundblick von der Stadtmauer Chesters Appetit auf einen Besuch. Und die Premiere des von Sarah Czerwenka zusammengestellten und mit der Musik der "Diebischen Elster" , gespielt von der Jungen Philharmonie mit jungen Musikern aus Lörrach, Polen und der Türkei, unterlegten Film machte auch manchem Lörracher Lust auf Lörrach.

"Europa wächst durch konkrete Taten" , hatte Vollmer des einstigen französischen Außenministers Robert Schumann zitiert. Diese Europatage in Lörrach waren konkrete Taten für Lörrachs Partnerschaften. Dazu gehörten die ernsten Seiten wie bei der Beschäftigung mit den Menschenrechten am Freitag ebenso wie das Feiern im Burghof, wozu die Zollcombo zu Tanz und Unterhaltung spielte.

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