Badische Zeitung vom Samstag, 10. Mai 2008

"Wir müssen Europa neu begründen"

Stächele-Rede zum Europatag

LÖRRACH (nsch). Hundertfach gebe es in ganz Baden-Württemberg in der Europawoche Veranstaltungen zur europäischen Idee, sagte Willi Stächele — und nach Lörrach ist er gekommen, um am Europatag im Museum am Burghof zu sprechen. "Wir müssen Europa neu begründen" , forderte er hier und bezeichnete den Vertrag von Lissabon, der derzeit in den EU-Mitgliedstaaten ratifiziert wird und mit dem die Institutionen der Gemeinschaft reformiert werden sollen, als großen Erfolg: "Unsere gewählten Abgeordneten im Europaparlament werden künftig in fast allen Angelegenheiten mitwirken — so stellen wir uns das vor" , sagte Stächele. Denn die Aufgaben und Herausforderungen, vor denen die europäischen Staaten stehen, überstiegen deren Kräfte und müssten gemeinsam bewältigt werden, so der baden-württembergische Staatsminister und Minister für europäische Angelegenheiten in seiner Ansprache.

Europa sei aber nicht nur auf institutioneller Ebene eine Erfolgsgeschichte, sondern vor allem aufgrund vieler freundschaftlicher Begegnungen von Menschen aus unterschiedlichen Nationen und Kulturen. Er lobte deshalb das bürgerschaftliche Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaften, das in Lörrach den europäischen Gedanken fördere. "Die Erfolgsgeschichte Baden-Württembergs liegt im Ehrenamt begründet, und was wir in Lörrach sehen, ist repräsentativ für das ganze Land" , so der Minister. Der Staat könne nicht für alles zuständig sein, vielmehr bedürfe es beherzter Bürger, die sich mit ihrem Engagement in die Gesellschaft einbringen. Außerdem pries er die Vielfalt der Städte und Regionen in Europa, die sich etwa beim gemeinsamen Konzert der Chöre und Ensembles aus Sens, Senigallia, Chester und Lörrach in der Nacht der Partnerstädte zeige. Zu dieser Begegnung gratulierte er den Lörrachern besonders, da sie die europäische Idee beispielhaft verkörpere: "Ein echter Europäer schöpft aus der kulturellen Vielfalt."

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