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Bilck von der Burg auf Lörrach
Im Stadtteil Tumringen lebte seit 1946 sein einziger Sohn Dr. Ernst Ludwig Heuss, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Wybert GmbH, heute GABA GmbH, mit seiner Familie. Viele Jahre lang verbrachte Professor Heuss hauptsächlich seine Weihnachtsferien im Haus im Vogelsang 7. Dank dieser Tatsache hat Lörrach sogar Eingang in die Veröffentlichung des Bundesgesetzblattes gefunden. Da der Bundespräsident auch während der Urlaubs noch arbeitete, gab es neben einer telefonischen Direktverbindung ständige Kurierpost nach Bonn, die auch einige in Lörrach zu unterzeichnende Gesetze enthielt.

Zur guten Tradition gehörte es, dass am Neujahrstag der damalige Oberbürgermeister Arend Braye, Vertreter des Hebelbundes und weitere Persönlichkeiten vor dem Haus des Sohnes in Tumringen die Glückwünsche der Lörracherinnen und Lörracher verbunden mit musikalischen Ständchen überbrachten, was 1957 und 1958 sogar in der Tagesschau des Deutschen Fernsehens übertragen wurde.

Auch wenn die Besuche des Bundespräsidenten in Lörrach rein privater Natur waren, nahm Theodor Heuss regen Anteil am Werden und Wachsen der Stadt. Der Oberbürgermeister und weitere Persönlichkeiten der Stadt aus Politik, Wirtschaft und Kultur nutzten alljährlich die Gelegenheit, den hohen Gast an den Erfolgen und wichtigen Ereignissen der Stadt teilhaben zu lassen. So war Theodor Heuss zu Pfingsten 1952 auf Einladung des Hebelbundes Ehrengast und Redner am "Schatzkästlein" anlässlich des Hebeltages. 1957 besichtigte er die neu erbaute Albert-Schweitzer-Schule, die damals auch seine Enkelin Barbara besuchte.

Nachdem der Bundespräsident die Röntgenabteilung des Städtischen Krankenhauses 1955 bereits als Patient kennen gelernt hatte, nutzte er seinen Besuch 1957 dazu, sich von der modernen Ausstattung des gesamten Hauses zu überzeugen. 1959 besuchte Theodor Heuss die neue Lörracher Milchzentrale in der Wiesentalstraße und warf einen Blick hinter die Kulisse der Milch- und Butterverarbeitung. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Sitzungszimmer gab es jedoch keine Milch, sondern Schwarzwälder Kirsch und ein Markgräfler Viertele. "Entrahmte Frischmilch habe ich während meiner Heidelberger Studienzeit schon genug getrunken", meinte damals Professor Heuss lachend, der abseits der Einladungen und Treffen gern in einem der zahlreichen Gasthäuser sein Viertele heimischen Weins zu trinken pflegte oder sich auf Wanderungen durch die nähere Umgebung begab.

In Erinnerung an diesen beliebten und volksnahen Politiker wurden in Lörrach die städtische Realschule sowie eine zentrale Straße im Stadtteil Tumringen nach Theodor Heuss benannt.

Bücher und Erinnerungen von Theodor Heuss in der Stadtbibliothek Lörrach

In der Stadtbibliothek können Bücher und Erinnerungen von Theodor Heuss entliehen werden, die die Schwiegertochter des ersten Bundespräsidenten, Ursula Heuss-Wolf aus Basel, gespendet hat.

Neben persönlichen Erinnerungen finden sich dort Reden wie „Die großen Reden. Der Humanist“ oder „So bist Du mir Heimat geworden sowie Briefe von Theodor Heuss und seiner späteren Frau Elly Knapp. Ebenso interessant sind seine (zeit)geschichtlichen Essays wie „Das Bismarck-Bild im Wandel“ oder auch „Schattenbeschwörung: Randfiguren der Geschichte“ und „Deutsche Gestalten: Studien zum 19. Jahrhundert.“ Die Erinnerungen und Essays des „großen Deutschen“ laden ein zu einer (Wieder)Entdeckungsreise in die 50er Jahre.
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