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Max Laeuger

Max Laeuger (1864 bis 1952)

Der in Lörrach geborene Max Laeuger machte als Künstler den Namen seiner Heimatstadt nicht nur in Fachkreisen, sondern auch im Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten bekannt. Weite Resonanz fand sein Wirken als Architekt, Maler, Keramiker, Dozent für Innenarchitektur, Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe, Städteplaner und Brückenbauer sowie Gartengestalter.
Mit seinen Keramiken zählt Max Laeuger zu den bedeutenden Vertretern des Jugendstils, und in diesem Zusammenhang ist sein Name als Keramiker zu einem internationalen Begriff geworden. Die Schönheit von Glasur und klarer, ausgewogener Form hatte er wesentlich in der keramischen Kunst Ostasiens und Persiens entdeckt 1944 wurde Max Laeuger, der zuletzt in Lörrach-Tüllingen lebte, für sein umfangreiches und international renommiertes Wirken zum Ehrenbürger der Stadt Lörrach ernannt. Eine Straße in Lörrach trägt ebenfalls einen Namen.

Das Dreiländermuseum Lörrach besitzt die größte Sammlung aus Laeugers umfangreichem Schaffen: 522 Keramiken aus allen Perioden, zahlreiche Bilder und die 1939 verfassten drei Kunsthandbücher mit grundlegenden Gedanken zu „Form und Farbe in der Bau- und Raumkunst“, „Malerei, Städtebau, Gartenkunst und Reklame“ und „Keramische Kunst“. Das Museum am Burghof öffnet nach vorheriger Anfrage Interessierten gern sein Depot zur Besichtigung dieser Kunstwerke.

1895 richteten die Tonwerke in Kandern auf Laeugers Anregung hin eine Abteilung für Kunsttöpferei ein; benannt nach ihrem Leiter als „Professor Laeugersche Kunsttöpferei“. Schnell waren seine keramischen Arbeiten bekannt. Schon 1898 erschien ein aufschlussreicher Bericht über Laeugers Schaffen in der Zeitschrift „Kunst und Dekoration.

Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 trat Laeuger mit Gefäßkeramik und Wandbildern gewichtig in Erscheinung. Für seine Keramik erhielt er dort eine goldene Medaille. Nach der für ihn so erfolgreich verlaufenen Weltausstellung bot man ihm die Stelle des Direktors der Kunstgewerbeschule Zürich an; doch Laeuger lehnte ab. Auf der Jubiläums-Kunstausstellung 1902 in Karlsruhe war der vielseitige Künstler mit Freiplastik vertreten. Zusammen mit dem Bildhauer Fridolin Dietsche aus Schönau hatte Laeuger für jede Schau ein Kreuzigungsrelief gestaltet, das er dann in Keramik umsetzte (heute an der Außenwand der Kirche St. Bonifatius in Lörrach). 1913 legte Laeuger die Leitung der Kunsttöpferei in Kandern nieder, nicht zuletzt aus der Einsicht heraus, dass durch die Serienherstellung den Stücken das künstlerische Moment verlorengegangen war. Von 1921 an verband Laeuger dann eine enge Arbeitsgemeinschaft mit der Staatlichen Majolika Manufakturin Karlsruhe.

In allen großen Städten Deutschlands kündeten bald Ausstellungen von Laeugers keramischen Arbeiten, unter denen besonders seine Vasen mit Glasuren von einer geheimnisvollen Lebendigkeit hervorgehoben seien. 1932 erhielt Laeuger die Böttger-Plakette der Deutschen Keramischen Gesellschaft.

Nach dem zweiten Weltkrieg geriet der nun über 80 Jahre alte Künstler keineswegs in Vergessenheit. Die Verleihung des „Grand Prix“ auf der Triennale von Mailand 1951 machte noch einmal die internationale Bedeutung seines keramischen ´Schaffens für die Öffentlichkeit sichtbar.

1952 starb Max Laeuger in Lörrach. Er hatte in seinem Wirken letztlich eine umfassende Verbindung von Kunst und Leben gesucht, wobei ihm die Natur als die größte Lehrmeisterin galt, daher seine Forderung, sie müsse immer wieder studiert und beobachtet werden. Und darauf gründet auch seine These: „Der einfachste, ärmste und reichste unter allen Werkstoffen ist der Ton, die Erde.“
1864 30. September in Lörrach geboren
1881 Laeuger verlässt mit der Obersekundarreife das Hebelgymnasium und geht an die Kunstgewerbeschule nach Karlsruhe
1884 Durch herausragende Leistungen aufgefallen, werden ihm die Kurse für Zeichnen und Modellieren übertragen
1885 Zusätzlicher Lehrauftrag für Garten- und Innenarchitektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe
1886 Beginn erster Versuche mit keramischen Arbeiten an der Karlsruher Ofenfabrik Mayer und in den Ferien bei verschiedenen Töpfern in Kandern
1889 Besuch der Weltausstellung in Paris mit starken und tiefen Eindrücke von der Kunst in Frankreich, vor allem von französischer Grès- (Steinzeug) und antiker Keramik
1890 Vertiefung seiner keramischen Arbeiten in Kanderner Töpferwerkstätten
1893 Erste datierte Keramiken in farbiger Engobe-Gießbüchsentechnik und Bleiglasur nach Rückkehr aus Paris in der Töpferwerkstatt von Joseph Armbruster in Kandern, bevorzugt Wandteller mit Bildnisköpfen
1894 5. Juli: Ernennung zum Professor an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe
Künstlerischer Leiter einer auf seine Anregung hin geschaffenen kunstkeramischen Abteilung in der Ziegelei der Tonwerke Kandern
1897 Erste Ausstellungen mit Arbeiten in Gießbüchsentechnik im Glaspalast in München und im Kunstgewerbemuseum in Berlin
1898 11. Mai: Ernennung zum etatmäßigen Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe für Figurenzeichnen und Dekorieren;
Ausstellung an der Kunstausstellung in Dresden von Vasen, Fliesen und Kaminumkleidungen, hergestellt in den „Prof. Laeugerschen Kunst-Töpfereien - tonwerk Kandern“
1900 Goldene Medaille der Pariser Weltausstellung
1904 April – Mai: Goldmedaille für die Gestaltung der deutschen Abteilung auf der Weltausstellung in St. Louis (USA)
1909 Auftrag zum Bau des Landhauses "Kareol" in Aerdenhout bei Haarlem, Bauherr Julius Carl Bunge, Ausstattung mit reicher Keramikornamentik von der nur ein kleiner Teil beim Abriss des Hauses 1980 erhalten werden konnte
1912 April - Mai: Während einer Spanienreise Studium – vor allem in Granada – der maurischen Keramik, weitere Studien zu persischen Keramik
1913 Aufgabe der künstlerischen Leitung der keramischen Abteilung der Tonwerke in Kandern
1916 Vertragliche Übernahme der alten Fabrikationsräume der 1900 gegründeten Staatlichen Majolika-Manufactur in der Hoffstraße 7 in Karlsruhe;
Entdeckung der persischen Keramik im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin und Beginn, mit deren Studium; Beginn seiner ersten keramischen Arbeiten in „eigener“ Werkstatt, von da an Aufgabe der Engobe-Gießbüchsentechnik
1920 Weiterer „Lehrauftrag für Keramik“ an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe, die aus der Verschmelzung der Akademie mit der Kunstgewerbe hervorgegangen ist; Ausführung dieses Lehrauftrages nur zwei Jahre
1921 Mitarbeiter an der Staatlichen Majolika-Manufactur in Karlsruhe als Leiter der Entwurfsabteilung
1925 Entwurf der Paradiesgartenanlage in Baden-Baden;
Gestaltung einer Brunnenanlage mit überlebensgroßen Figuren in Müllheim/Ruhr;
Gestaltung des Ehrenhofs der Technischen Hochschule Karlsruhe
1928 Kündigung des Vertrages mit der Staatlichen Majolika-Manufactur in Karlsruhe aufgrund von Differenzen;
Beteiligung an der Ausstellung „Porzellan und Majolika“ in Mannheim und im „Weißen Saal“ im Berliner Schloss;
Teilnahme an der Ausstellung „International Exhibition of Ceramic Art“, die in acht amerikanischen Städten gezeigt wird
1929 22. Juni: Neuer Vertrag mit der Majolika-Manufactur in Karlsruhe;
September: Einrichtung einer eigenen Werkstatt in seinem Landhaus in Lörrach-Tüllingen;
Ausstellung anlässlich seines 65. Geburtstages in Mannheim mit erstmaliger Vorstellung seines Unterrichtsmaterials auf 100 großformatigen Tafeln vor der Öffentlichkeit – sie gingen 1944 mit der Zerstörung seiner Werkstatt unwiederbringlich verloren
1930 Laeugers Keramiken werden in München, Zürich und Paris gezeigt
1932 Verleihung der Böttgerplakette durch die Deutsche Keramik Gesellschaft
1933 September Schwerer Angriff der Nazi-Presse für sein Carl-Benz-Denkmal in Mannheim;
Emeritierung, kann aber auf eigenen Wunsch seine Lehrtätigkeit noch bis Ende des Wintersemesters 1934/35 ausüben
1937 - 1939 Verfassung der drei Kunsthandbücher:
1. Bd. „Farbe und Form in der Bau- und Raumkunst
2. Bd. „Grundsätzliches über Malerei, Städtebau, Gartenkunst und Reklame“
3. Bd. „Keramische Kunst“
1944 30. September :Sein Atelier in Karlsruhe fällt einem Bombenangriff zum Opfer;
alle Druckunterlagen seiner Kunsthandbücher im Verlag werden ebenfalls durch Bomben vernichtet;
80. Geburtstag von Max Laeuger;
Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Lörrach, wo er bis zu seinem Tode lebt
1948 Bezug des Hauses am Tüllinger Berg in Lörrach-Tüllingen
1951 Ernennung zum Mitglied der Bayrischen Akademie der Schönen Künste;
„Grand Prix“ bei Ausstellung Triennale Mailand
1952 12. Dezember: Mit 88 Jahren stirbt Max Laeuger in Lörrach
Andreas Lauble

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Andreas Lauble   Kommissarischer Fachbereichsleiter, Archivar
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