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Britta Staub-Abt
Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz
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Beschreibung von Neophyten

Japanischer Staudenknöterich und Sachalin-Knöterich (Reynoutria japonica und R. sachaliensis, Synonym Fallopia)
Der Staudenknöterich wurde ursprünglich als Zier- und Viehfutterpflanze eingeführt. Er breitet sich an Fließgewässern, zunehmend aber auch an trockeneren Standorten aus und verdrängt durch sein enormes Wachstum und das dichte Blätterdach innerhalb kürzester Zeit die angestammten Arten. In der Hauptphase des Höhenwachstums im Mai kann der Knöterich täglich 20 bis 30 cm Zuwachs erreichen. Die Ausbreitung erfolgt durch ein unterirdisches Rhizomgeflecht, das mehrere Meter tief reichen kann und zwei Drittel der Biomasse ausmacht, sowie durch Teile der Stängel. Häufig wird er durch mit Knöterichrhizomen oder Pflanzenteilen versetztes Erdmaterial bei Bau- oder Pflegearbeiten verschleppt. Auch durch Erosion an Fließgewässern wird er an immer neuen Standorten angesiedelt. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Spätherbst ab und über das Winterhalbjahr bleibt ein offener und oberflächlich nur wenig durchwurzelter Boden zurück.

Merkmale:
Der Japanische Staudenknöterich ist an seiner Wuchshöhe von bis zu 3,00 m und an den rot gefleckten, meist im „Zickzack“ wachsenden Stängeln zu erkennen. Er besitzt eiförmige, bis 10 cm breite und 20 cm lange, ledrige Blätter mit gerader, rechtwinklig gestutzter Blattbasis und unterseits kahler Blattfläche. Der Sachalin-Knöterich wird bis zu 4,50 m hoch und hat unbefleckte Stängel. Die Blätter sind herzförmig, weich, bis 25 cm breit und 45 cm lang und unterseits behaart. 
 
Kanadische und Späte bzw. Riesen-Goldrute (Solidago canadensis und S. gigantea)
Die Goldrute wurde als Zierpflanze und Bienenweide eingeführt. Erfolgreich verbreiten kann sich die Pflanze aufgrund ihrer großen Anzahl flugfähiger Samen, dank unterirdischer Wurzelausläufer und fehlender Fressfeinde. Sie bevorzugt warme Standorte an Wegrändern, Brachflächen und Gewässerufern. Durch ihre dichten Bestände stellt sie eine massive Gefahr für lichtliebende Pflanzenarten, z.B. der Magerwiesen, dar.
 
Merkmale:
Die Goldrute ist eine 60 bis 250 cm hoch werdende Staude mit gelben, in pyramidenförmigen Rispen stehenden Blüten. Sie blüht von Ende Juli bis Oktober.  Die Blätter haben eine lanzettlich zugespitzte Form. Der Stängel der Kanadischen Goldrute ist stark behaart und überwiegend grün. Die Späte oder Riesen-Goldrute  hat unbehaarte, oft rötliche Stängel.
 
Essigbaum (Rhus typhina)
Der Essigbaum ist aufgrund seiner auffallenden Herbstfärbung ein beliebtes Ziergehölz. Er hat nur geringe Ansprüche an den Boden und ist oft auf steinigem Substrat in sonnenexponierter Lage zu finden. Neben Gärten besiedelt er häufig Schuttplätze, Deponien und Straßenränder. Der Essigbaum verbreitet sich hauptsächlich durch Wurzelausläufer und kann daraus dichte Bestände bilden.
 
Merkmale:
3 bis 6 m hoher Baum mit gefiederten, 30-50 cm langen Blättern und leicht gesägten Fiederblättern. Er besitzt auffallend rote, kolbenförmige Fruchtstände. Die jungen Triebe des Baumes sind filzig behaart.

Götterbaum (Ailanthus altissima)
Der Götterbaum wurde als Zierbaum aus China eingeführt und verbreitete sich aufgrund seiner Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit rasch in sommerwarmen Gebieten. In der Jugend wächst er bis zu 3 m pro Jahr und ist dadurch sehr konkurrenzstark. Der Götterbaum breitet sich durch Wurzelausläufer und Samen aus. Er verdrängt einheimische Arten in naturnahen Lebensräumen wie Halbtrockenrasen, Sandlebensräumen und Auen. Zudem verursacht er Bauschäden durch die Besiedelung von Pflaster- und Mauerfugen sowie Asphalt.
 
Merkmale:
Bis zu 30 m hoher Baum mit gefiederten, 40-90 cm langen Blättern. Die Fiederblätter sind ganzrandig mit einem beidseitigen Zahn als Fortsetzung des Blattgrundes. Die jungen Triebe sind leicht samtig behaart, Zweige und Äste sind unbehaart.
 
Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisifolia)
Die Ambrosie ist eine typische Pionierpflanze, die rasch Standorte mit offenem Boden besiedeln kann. Durch verunreinigte Vogelfuttermischungen wurde sie eingeführt und verbreitet. Der Blütenpollen wirkt hochallergen und kann schwere asthmatische Reaktionen auslösen. Bei Hautkontakt können Reizungen auftreten.
 
Merkmale:
Etwa 20 bis 100 cm hohe, von Juli bis Oktober blühende Pflanze mit rot angelaufenem Pflanzenstängel. Die fiederförmigen Blätter sind beidseits grün und kurz behaart. Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem Gemeinen Beifuß, dessen Blätter jedoch unterseitig weißfilzig sind.
 
Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)
Es tritt oft massenhaft entlang unserer Bachläufe auf und destabilisiert dort die Ufer. Dank seines Schleudermechanismus können seine zahlreichen Samen bis zu sieben Meter weit springen und sind somit im Vorteil gegenüber den heimischen Arten.  
 
Merkmale:
Kann Wuchshöhen von 2 m erreichen. Die Blüten sind rot oder rosa bis weiß, die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Stängel besitzen rote Drüsen. Die Samen befinden sich in Kapseln, die bei Berührung aufspringen.
 
Robinie oder Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia)
Diese raschwüchsige Pionierpflanze besiedelt bevorzugt trockene, warme Standorte, z.B. lichte Wälder, Böschungen, Schuttplätze und felsige Orte. Verbreitet werden die Pflanzen durch Samen und Wurzelausläufer. Nach einer Fällung werden massiv Stockausschläge gebildet. Die Robinie kann mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden und ihn im Boden anreichern. Dadurch werden ursprünglich nährstoffarme, wertvolle Standorte „gedüngt“ und nachhaltig verändert.
 
Merkmale:
Die Robinie ist ein sommergrüner, bis 30 m hoher Baum. Die weißen, angenehm duftenden Blüten erscheinen von Mai bis Juni. Die Robinie ist giftig, für Tiere kann der Verzehr von Samen oder Blättern tödlich sein.
 
Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Der Riesen-Bärenklau wurde vor rund 200 Jahren in Europa als imposante Zierpflanze und Bienenweide eingeführt und breitete sich innerhalb weniger Jahre über ganz Europa aus. Er ist vor allem an nähstoffreichen und feuchten Standorten anzutreffen, wie z.B. an Waldrändern, Wiesen, Uferbereichen. Eine einzelne Pflanze produziert jährlich bis zu 10.000  Samen, die im Boden zwei bis vier Jahre keimfähig bleiben. Die ganze Pflanze enthält Stoffe (Furanocumarine), welche bei Berührung auf die Haut gelangen und dann in Kombination mit Sonnenlicht bei Menschen schwere Hautverbrennungen verursachen.
 
Merkmale:
Der Riesen-Bärenklau wird über drei Meter hoch. Seine Blätter sind bis 1 m lang und tief 3- oder 5-lappig eingeschnitten. Ab Juni bis September bildet er große, weiße Blütenstände.
 
Sommerflieder (Buddleja davidii)
Dieses beliebte Ziergehölz verbreitet sich als anspruchslose Pionierpflanze auf Kiesflächen, Brachflächen und Schuttplätzen sowie entlang von Bahngleisen. Es wird von häufig vorkommenden und wenig spezialisierten Schmetterlingen und Bienen als Nektarpflanze genutzt, aber Schmetterlingsraupen ernähren sich nicht vom Sommerflieder. Ihre Nahrungspflanzen werden sogar durch den Sommerflieder verdrängt. Konkurrenzfähig ist der Sommerflieder durch die Massenproduktion von auf offenem Boden keimenden Samen (pro Strauch bis zu 3 Millionen Samen).  
 
Merkmale:
Der Sommerflieder kann bis zu 5 m hoch werden. An den Zweigenden stehen von Juli bis September bis zu 30 cm lange violette Blütenrispen.
 
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Der Kirschlorbeer ist in vielen Haus- und  Schrebergärten als immergrüne Heckenpflanze zu finden. Durch unzulässiges Entsorgen von Gartenmaterial verwildert er häufig in stadtnahen Waldbeständen. Der Spross kann durch Stockausschlag wieder neu austreiben und die natürliche Verjüngung im Wald gefährden. Die gesamte Pflanze ist, mit Ausnahme des Fruchtfleischs, giftig und stellt eine Gefahr für Kleinkinder und Haustiere, aber auch für Vögel, Rinder und Pferde dar. 
 
Merkmale:
2 bis 4 m hoch werdender, immergrüner Strauch mit ledrig-glänzenden, dunkelgrünen Blättern. Die weißen Blüten stehen in großen Trauben.ehen in großen Trauben.  

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